Ferrari FF Der Familiensportwagen

Ferrari for Family (Foto)
Ferrarifahrer müssen die Familienplanung nun nicht mehr ausschließen. Bild: pi

Paukenschlag in Maranello: Ferrari bringt einen Shooting Break mit vier Sitzen und Allradantrieb heraus. Der 660 PS starke V12-Renner wird auf dem Genfer Salon im März präsentiert.

Viele Sportwagenbauer müssen jetzt stark sein. Auf dem Genfer Automobilsalon im März werden die Massen zuerst zu einem einzigen Stand strömen. Reger Publikumsverkehr herrscht bei Ferrari zwar immer, doch diesmal bieten die Italiener zur Abwechslung eine echte Neuheit. Und was für eine: Der FF ist der PS-stärkste Viersitzer, den die Marke je gebaut hat, der erste Ferrari mit Allradantrieb und obendrein ein Lifestyle-Kombi in bester Shooting-Break-Tradition. Die Karosserie wurde bei Pininfarina gezeichnet.

Die Abkürzung FF steht für Ferrari Four, was sowohl auf die vier Sitze des Kombi-Coupés als auch auf den Allradantrieb anspielt. Die Italiener bezeichnen den Wagen als «entscheidenden Bruch mit der Vergangenheit», er sei mehr Revolution statt Evolution. Der Vorgänger 612 Scaglietti schließlich hatte zwar ein gutes Handling, war aber nicht sehr erfolgreich. Ferrari verspricht im FF ein gutes Platzangebot auch auf den Rücksitzen - da darf man auf die erste Sitzprobe in Genf gespannt sein.

Ferrari FF
Familienkutsche mit 660 PS

3,7 Sekunden bis 100

Während der Scaglietti nur 240 Liter Gepäckraum hat, schluckt der 4,9 Meter lange und 1,4 Meter hohe FF mit 450 Litern deutlich mehr. Mit umgeklappten Sitzen lässt sich das Gepäckabteil sogar auf 800 Liter erweitern. Damit ist der Trip zu zweit schon besser möglich, während die Kinder in der eigenen Villa von der Nanny gehütet werden.

Angetrieben wird der FF von einem neuen 6,3 Liter großen V12-Motor mit Benzindirekteinspritzung und einer Leistung von 660 PS bei 8000 Touren. Das maximale Drehmoment beträgt 683 Newtonmeter und liegt erst bei 6000 Umdrehungen an. Ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe übernimmt die Kraftübertragung. Aus dem Stand schießt der Wagen nach 3,7 Sekunden an der 100 km/h-Marke vorbei, zum Stillstand kommt die Tachonadel erst bei 335 km/h. Keramikbremsen sind für die Verzögerung zuständig. Die nächste Tankstelle sollte man immer im Auge behalten, denn den Durchschnittsverbrauch geben die Italiener mit 15,4 Litern pro 100 Kilometer an.

Das Allradsystem hat die Bezeichnung 4RM und soll laut Ferrari 50 Prozent weniger wiegen als vergleichbare Systeme. Technische Details wollen die Italiener erst in Genf bekannt geben. Die Gewichtsverteilung des Wagens liegt bei 47 Prozent auf der Vorder- und 53 Prozent auf der Hinterachse, das Gesamtgewicht des Kombi-Renners beträgt laut Datenblatt ohne Betriebsstoffe 1790 Kilogramm. Das Leistungsgewicht bringt es also auf 2,7 kg pro PS. Der FF hat elektronisch gesteuerte Stoßdämpfer, deren Flüssigkeit sogenannte magnetorheologische Eigenschaften besitzt. Die Flüssigkeit enthält winzige magnetische Teilchen, die von einem Magnetfeld in unterschiedlicher Stärke beeinflusst werden. So werden die Stoßdämpfer in Sekundenbruchteilen härter oder weicher. Ähnliche Systeme gibt es zum Beispiel bei Audi.

Keine würdigen Gegner für den FF

Die Karosserieform des FF wird bei Ferrari-Fans für heiße Diskussionen sorgen. Die Fahrzeuggattung der Shooting Breaks war besonders in den 1960er Jahren in England beliebt. Fahrzeuge wie der Reliant Scimitar und sogar eine in Kleinserie produzierte Kombi-Version des Aston Martin DB5 waren freilich weder als Familienauto noch als Arbeitsgerät für Handwerker gedacht, sondern als Freizeitmobil für den Mann von Welt. Das Wort «Shooting» stand denn auch wirklich für den Jagdsport, sollte der Gentleman am Steuer doch die Möglichkeit haben, seine Flinten für die Fasanenjagd oder die Golfausrüstung im Gepäckabteil unterzubringen.

Auf Straße und Piste wird der Ferrari FF freilich kaum einen würdigen Gegner finden, auch wenn es durchaus Shooting Breaks mit ordentlich Dampf unter der Haube gibt. So entstehen bei der Karosserieschmiede Carrozzeria Touring Superleggera in Italien gerade die ersten Exemplare des Bentley Continental Flying Star. Der Shooting Break auf Basis des Continental GTC Speed ist fast so schnell wie der FF: Mit seinem sechs Liter großen und 610 PS starken Zwölfzylinder unter der Haube schafft der ebenfalls allradgetriebene Kombi 322 km/h. Beim Sprint von 0 auf 100 Sachen vergehen nur 4,8 Sekunden - da sollte man seine Golfausrüstung im Kofferraum schon gut festschnallen.

rli/sgo/news.de/pi

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