Verkehrssicherheit Alkohol ist Spitze

Allen Appellen zum Trotz: Betrunken Autofahren ist die häufigste Straftat im Verkehr - zumindest was die Statistik der Gerichtsurteile angeht. Fahrerflucht ist darin das zweithäufigste Delikt. Die Mehrheit der Täter sind Männer, besonders häufig junge Fahrer.

Alkohol ist Spitze  (Foto)
Trunkenheit am Steuer ist die häufigste Straftat im Straßenverkehr. Die Mehrheit der Verurteilten sind Männer. Bild: dpa

Insgesamt wurden im Jahr 2009 bundesweit knapp 190.000 Verkehrssünder verurteilt. Das geht aus Daten das Statistischen Bundesamtes hervor, die der Auto Club Europa (ACE) zum Verkehrsgerichtstag in Goslar (26. bis 28. Januar) ausgewertet hat.

In rund 54 Prozent der Fälle ging es dabei um Alkoholdelikte, wie ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner sagte. Die Zahl der Verkehrsstraftaten, zu denen neben Alkohol am Steuer vor allem Fahrerflucht, gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr sowie fahrlässige Tötung und Körperverletzung gehören, sei damit erstmals seit 2005 wieder gestiegen.

Etwa 85 Prozent der Verurteilten sind Männer. Dies entspreche den Werten der Vorjahre. Überproportional hoch sei der Anteil verurteilter junger Verkehrsteilnehmer zwischen 21 und 25 Jahren. Mit steigendem Lebensalter sinke die Gefahr, im Straßenverkehr straffällig zu werden, sagte Hillgärtner.

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Bei der Zahl der Verurteilungen stellte der ACE große regionale Unterschiede fest, deren Ursachen jedoch unklar sind. Die meisten Verurteilungen pro Einwohner gab es der Auswertung zufolge im Saarland, wo im Jahr 2009 von je 100.000 strafmündigen Einwohnern 367 wegen einer Verkehrsstraftat verurteilt wurden. In Bremen lag dieser Anteil dagegen nur bei 231, das ist der niedrigste Wert in der Statistik.

Diese Ungleichverteilung beruhe nicht unbedingt auf einer unterschiedlichen Rechtstreue der Bürger verschiedener Bundesländer, erläuterte ACE-Rechtsexpertin Gesine Reisert. Es sei eine Reihe von Ursachen denkbar. So sei möglicherweise in Bremen der Anteil der Autofahrer kleiner als im Saarland. Auch die Zahl der Polizeikontrollen könne eine Rolle spielen sowie eventuell unterschiedliche Maßstäbe der Gerichte.

sgo/som/news.de/dpa

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