13.01.2011, 17.06 Uhr

Mattlack : Der Problem-Lack

Der Glanz ist ab: Seit Jahren erfreuen sich matte Lackierungen großer Beliebtheit - vor allem bei Sport- und Geländewagen. Doch Experten sind skeptisch: Die Außenhaut bedarf anspruchsvoller Pflege und büßt schnell ihre individuelle Optik ein.

Mattschwarzer Flügelstürmer: Fords Focus RS 500 ist auf ebenso viele Exemplare limitiert - und bereits vergriffen. Bild: dpa

Mattlack ist derzeit bei so manchem Autofahrer angesagt. Doch der ADAC in München verweist darauf, dass die optischen Eigenschaften des Mattlacks sich durch die Bürsten einer Waschanlage oder durch Lackpflegemittel mit schleifender Wirkung verändern können. Die Oberfläche werde geglättet und damit glänzender. Auch Wachse und Polymere aus Autowaschanlagen könnten die feinen Poren des Mattlacks allmählich schließen und ebenfalls zu einer glatten, glänzenden Oberfläche führen.

Zur regelmäßigen Fahrzeugpflege kann laut Autoclub nach derzeitigem Erkenntnisstand nur eine manuelle Fahrzeugreinigung mittels Hochdruckreinigungsgerät oder eine Waschanlage mit textilem Waschmaterial ohne Wachskonservierung, beispielsweise ein Cabrio-Waschprogramm, empfohlen werden. Stärkere Verschmutzungen sollten möglichst nur mit speziellen Pflegemitteln für matte Lacke beseitigt werden.

FOTOS: Autopflege Glänzend, aber richtig

Kleiner Lackschaden, großes Problem

Probleme sehen die ADAC-Experten auch beim Ausbessern kleinerer Lackschäden. Solche Reparaturen seien deutlich aufwendiger, weil keine unsichtbaren partiellen Ausbesserungen in der Fläche möglich seien. Das Austupfen von Steinschlägen, ein punktuelles Ausbessern mittels Mini-Spritzpistole (smart repair) oder das Beilackieren und Beischleifen führten zu einer unterschiedlichen Mattierung. Kleine Kratzer etwa als Folge von Streifspuren mit dem Fingernagel, Mantelknopf oder Schuh im Türeinstieg könnten nicht einfach wegpoliert werden, sondern führten zu mehr oder weniger glänzenden Streifen. Folge sei eine teure Neulackierung des kompletten Karosserieabschnitts. Für eine einfache Auffrischung des Mattierungseffekts fehlten noch geeignete Verfahren.

Grundsätzlich unterscheidet sich der Mattlack nicht von einer üblichen Hochglanzlackierung. Einziger Unterschied ist, dass der abschließend aufgetragene Klarlack ein Mattierungsmittel enthält. Die deutlichen Aufpreise gegenüber den Standardlackierungen ergeben sich aus den noch geringen Stückzahlen und dem aufwendigeren Finish.

sgo/news.de/ddp

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