Alternative Antriebe Die W-Fragen sind unklar

Die W-Fragen sind unklar (Foto)
Strom im Tank: Die Zukunft kommt - aber wann? Bild: pi

Dass die Ära der klassischen Verbrennungsmotoren ihr Ende finden wird, steht außer Frage. Doch wann ist es soweit und was wird sich durchsetzen? Auf absehbare Zeit wird wohl keine Technologie Diesel- und Benzinmotoren in großem Stil ersetzen können.

Seit mehr als 100 Jahren werden Autos mit Hilfe mineralölhaltiger Kraftstoffe bewegt. Dabei entstehen jede Menge Schadstoffe; unter anderem das Treibhausgas CO2. Allein in Deutschland werden pro Jahr mehr als 800 Milliarden Kilometer im Auto zurückgelegt - mit leicht steigender Tendenz. Weltweit dürften mittlerweile eine Milliarde Autos auf den Straßen sein und ein Ende der globalen Automobilisierung ist noch lange nicht in Sicht.

Zugleich schwinden die Erdölreserven, und der drohende Klimakollaps steht als einer der dringlichsten Punkte auf der Liste der aktuellen Menschheitsprobleme. Mittelfristig wird man sich von den klassischen Verbrennungsmotoren verabschieden müssen. Aber es wird ein Abschied in kleinen Schritten sein. Denn die durch und durch saubere Alternative ist auf absehbare Zeit nicht in Sicht.

Alternative Antriebe
Königsweg gesucht

Kurz nach der Jahrtausendwende rückten Biokraftstoffe ins Licht der Öffentlichkeit - Biodiesel, hierzulande meist aus Rapsöl hergestellt, und Bioethanol, ein Benzinersatzstoff, den man durch Gärung und Destillation stärke-, zucker- oder zellulosehaltiger Pflanzen gewinnt. Politische Starthilfe in Form von deutlichen Steuervorteilen machten den Kraftstoff vom Feld eine Zeit lang durchaus attraktiv.

Der Marktanteil der Biokraftstoffe kletterte innerhalb weniger Jahre auf über sieben Prozent. Doch seit 2007 sinkt er wieder. Denn die steuerlichen Vergünstigungen für Biodiesel werden Schritt für Schritt zurückgefahren und die Zahl der Autos, die B100, also reinen Biodiesel, vertragen, nimmt stetig ab. Schon unter älteren Modellen gibt es etliche, die vom Hersteller keine B100-Freigabe bekommen haben, weil der Stoff bestimmte Gummi- und Kunststoffteile schädigt. Moderne Motoren ab Euro 4 kommen mit B100 durchweg nicht zurecht.

Reinen Biodiesel bieten daher nur noch ganz wenige Tankstellen in Deutschland an. Stattdessen gibt es Benzin und Diesel mit einem Schuss Bio versetzt. Die Autobauerzunft hat grünes Licht für die Beimischung von sieben Prozent Biodiesel zum normalen Diesel gegeben und Ottokraftstoff darf ab 2011 mit bis zu zehn Prozent Bioethanol angeboten werden.

Bereits vor zwei Jahren sollte E10 in den Handel kommen. Damals scheiterte der Vorstoß des Bundesumweltministers jedoch an der Tatsache, dass eine Reihe von Autobauern ihre Benziner nicht für e10-tauglich halten. Die neue Regelung sieht nun vor, dass Tankstellen, die künftig E10 verkaufen, auch Benzin mit fünf Prozent Bioethanol im Sortiment haben müssen.

Hybridfahrzeuge als Brückenlösung

Hybridfahrzeuge sind das Bindeglied zwischen dem klassischen Verbrenner und dem Elektroauto, denn sie vereinen beide Antriebsarten unter einem Blech.Toyota und Honda waren die Volumen-Vorreiter. Mittlerweile laufen auch bei deutschen Herstellern verschiedene Modelle mit Doppelherztechnik im Programm, weil der emissionslose E-Motor hilft, den CO2-Ausstoß der Flotte um das eine oder andere Gramm zu senken.

Die kleinen Elektroaggregate der Hybridfahrzeuge wurden zunächst als ergänzende Antriebe für geringe Geschwindigkeiten entwickelt. Vor allem im Stadtverkehr spielt die Technologie ihre Stärken aus, weil Bremsenergie zurückgewonnen und in den Akku eingespeist wird, aus dem der E-Motor die Energie bezieht. Plug-In-Hybride, die ihren Akku an der Steckdose auftanken, zeigen aber, wohin die Reise geht: Mit der Entwicklung der Speichertechnologie werden die Elektromotoren immer größer und leistungsfähiger und die Grenzen zwischen Hybrid- und Elektroauto verwischen. Die Schnittmenge bilden Elektroautos, die einen kleinen Verbrennungsmotor als Range Extender (Reichweitenerweiterung) an Bord haben.

Brennstoffzellenfahrzeuge werden in der Regel ebenfalls von einem Elektromotor angetrieben. Der Strom wird hier aber an Bord erzeugt: durch die Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff im Brennstoffzellen-Bordkraftwerk. Aus dem Auspuff entweicht nichts als Wasserdampf. Vor ein paar Jahren sah es aus, als stünde die Technik kurz vor dem Durchbruch. Asiens Autobauer hatten die Brennstoffzelle auf vertretbares Maß geschrumpft.

Doch nach ein paar Präsentationen wurde es wieder ziemlich still um die Technologie. Die erforderliche Infrastruktur steckt noch in den Kinderschuhen. Deutschlandweit gibt es erst etwa 30 Wasserstofftankstellen, an denen sich bislang vor allem Brennstoffzellenbusse flüssigen Wasserstoff abholen. Als wirklich saubere Alternative werden sich Brennstoffzellenfahrzeuge aber auch erst empfehlen können, wenn die Energie, die man für die Herstellung von flüssigem Wasserstoff braucht, flächendeckend mit erneuerbaren Energien erzeugt wird.

Erfahren Sie mehr über die Antriebe von morgen in unserer Bilderstrecke.

sgo/cvd/news.de/pi

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