Elektroauto-Übersicht Die Stadtstromer

Hamburg eroeffnet erste Stromtankstelle fuer Elektroautos (Foto)
Hamburg erprobt Elektroautos: Insgesamt sollen zunächst 50 Elektro-Smarts laufen, die von der Stadt, von Firmen, aber auch von Privatpersonen gefahren werden. Bild: ddp

Bis 2013 sollen zahlreiche Elektroautos auf den Markt kommen. News.de gibt einen Überblick über die Alternativen zu Benzinern und Dieseln. Im ersten Teil: Cityflitzer von Citroën C-Zero und Mini E bis Smart Electric Drive und Mitsubishi I-MiEV.

Soll man jetzt noch ein Auto mit Verbrennungsmotor kaufen? Wer seinen alten Benzinschlucker etwas länger behalten will, damit der nächste Neuwagen schon elektrisch fährt, darf sich jedenfalls auf eine große Auswahl freuen. Einige Stromer kann man bereits kaufen, viele weitere kommen gemäß den Ankündigungen ihrer Hersteller in den nächsten zwei bis drei Jahren auf den Markt. Wie sie sich fahren, was sie kosten, was man von ihnen erwarten darf - und was nicht.

Citroën C-Zero

Der Citroën C-Zero, das Schwestermodell des Mitsubishi I-MiEV, hat nicht gerade ein üppiges Platzangebot, Fahrer und Beifahrer berühren sich fast an den Schultern. Das Interieur ist zweckmäßig, die Bedienung kinderleicht. Der C-Zero sprintet in der Stadt munter drauf los und ist dank seines Wendekreises von neun Metern extrem flexibel. Tempo 100 sind nach knapp 16 Sekunden erreicht, beim Spurt aus dem Stand bis City-Tempo lässt der C-Zero aber viele Benzinkutschen alt aussehen. Zur Serienausstattung des 3,5 Meter langen Wagens gehören ESPDas Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) verhindert in Kurven das Ausbrechen des Hecks oder der Vorderräder. Möglich wird dies durch das computergesteuerte Abbremsen einzelner Räder. , elektrische Fensterheber, Klimaanlage und CD-Radio. Ein abnehmbares Navigationssystem kostet 319 Euro.

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Die sechs Strom-Zwerge
Die sechs Strom-Zwerge (Foto) Zur Fotostrecke

Gut: Der C-Zero hat zwei Stromanschlüsse, einen für Normal- und einen für Schnellladung. Die Lebensdauer des Akkus schätzt Citroën auf 1500 Ladezyklen. Für eine optimale Akku-Balance sollte der Wagen mindestens alle zwei Wochen an einer normalen Steckdose geladen werden. Derzeit beträgt die Lieferzeit für den C-Zero drei bis vier Monate. Schlecht: Im Vergleich zu einem normalen Kleinwagen hat der Stromer allerdings höhere Versicherungseinstufungen.

German E-Cars Stromos

Die Stromos von German E-Cars unterscheidet auf den ersten Blick nichts vom Basisauto Suzuki Splash. Erwachsene finden sowohl vorn als auch im Fond genügend Platz. Der Kofferraum wird durch das Batteriepaket unter der Abdeckung etwas geschmälert. Die Beschleunigung aus dem Stand könnte einen Hauch besser sein, ist aber für die Stadt ausreichend. Auf der Autobahn erreicht der Stromos recht schnell seine Höchstgeschwindigkeit von 120 Km/h, dann wird elektronisch abgeregelt. Ungewöhnlich für einen Stromer ist das Fünfgang-Schaltgetriebe, man kann aber meistens einfach im zweiten Gang bleiben. Wenn man die Bremse leicht antippt, beginnt der Wagen mit der Rekuperation. Dabei gibt es einen deutlichen Ruck.

Gut: Serienmäßig sind vier Airbags und die Isofix-Kindersitzbefestigung an Bord, außerdem elektrische Fensterheber, Servolenkung, CD-Radio und Zentralverriegelung. Der Wagen verfügt über ABS und elektronische Bremskraftverteilung. Vertrieben wird der Stromos über die Kette «Lautlos durch Deutschland». Die Umrüstung des Suzuki zum Stromer findet bei einem deutschen Automobilzulieferer statt. Nach Angaben der Kette beträgt die Lebensdauer der Batterie 1000 bis 2000 Ladezyklen, das entspräche etwa 100.000 bis 200.000 Kilometern Fahrleistung.

Mini E

Der Mini E ist elektrotypisch fast lautlos mit einem leichten Surren unterwegs, kann aber gerade unten heraus eindrucksvoll beschleunigen. Das Fahrverhalten zeigt dabei echte Mini-Gene und zirkelt den 1,5 Tonnen schweren Fronttriebler willig um die Kurven. In engen Kehren hat der Mini mit seinen 220 Nm Drehmoment sogar Probleme, die Leistung auf den Boden zu bekommen. Im Innenraum gibt es nur vorne Sitzplätze. Das Akku-Paket wurde in der Rückbank verbaut. Ansonsten ist der Mini E fast ein ganz gewöhnlicher Mini.

Ökologisch gut, fahrtechnisch schlecht: Segeln oder rollen lassen geht beim Mini nicht. Sobald der Fahrer das Gaspedal lupft, springt ähnlich wie bei einem Fahrraddynamo der Bremsgenerator des Mini E an. Er sorgt mit einer Verzögerung von 0,25 Gramm dafür, dass die Rekuperation möglichst viel Energie wieder zurück in den Lithium-Ionen-Akkupack hinter den Frontsitzen speist. Im Stadtverkehr können so rund 75 Prozent aller Verzögerungsvorgänge ohne Hilfe der Bremsanlage absolviert werden. Eine intensive Rückgewinnung dieser Bewegungsenergie durch den Motor führt zu einer Erhöhung der Reichweite um bis zu 20 Prozent.

Mitsubishi I-MiEV

Im Mitsubishi I-MiEV finden vier Erwachsene Platz, hinten hat man aber nur wenig Kniefreiheit. Ähnlich wie bei der A-Klasse sind Motor und Antrieb im Unterboden des Wagens verbaut. Während seine Schwestermodelle Citroën C-Zero und Peugeot Ion nur eine Fahrstufe besitzen, hat der Mitsubishi einen Eco-Modus mit reduzierter Leistung und eine spezielle Stufe für die RekuperationRückgewinnung von Bremsenergie . Der Fahrkomfort des Japaners ist leicht holprig, die Fahrleistungen gut - für die Stadt.

Auf der Autobahn hat man mit dem I-MiEV wenig Freude, aber dafür ist er ja auch nicht gebaut. Der I-MiEV basiert auf dem Kleinstwagen Mitsubishi i. Der darf als japanisches K-Car für verstopfte Innenstädte eine bestimmte Größe nicht überschreiten, und so ist auch der I-MiEV arg eng ausgefallen. In Japan wird der Zwergen-Stromer schon seit 2009 an Unternehmen und Privatleute verkauft.

Smart Electric Drive

Beim Einschalten des 30 kW starken Permanentmagnetmotors des Smart Electric Drive (Ed) herrscht absolute Stille. Lediglich das dumpfe Geräusch einer Pumpe ist zu hören, sie baut Druck im Bremssystem auf. Der Elektromotor reagiert spontan aufs Gas - sein Drehmoment von 120 Newtonmetern steht im Gegensatz zu Benzinmotoren sofort zur Verfügung. Die Beschleunigung ist für flottes Mitschwimmen in der City völlig ausreichend. 5,7 Sekunden benötigt der elektrische Smart, bis er 60 km/h erreicht hat. Auf den ersten Metern sprintet er schneller los als ein Brabus-Smart. Das stufenlose Getriebe und die ruckfreie Beschleunigung machen die Fahrt im Smart Ed sogar angenehmer als im normalen Benziner mit seiner Ruckel-Automatik.

Gut erprobt: Der Smart Ed rollt schon in der zweiten Generation auf den Straßen. Durch ein 2007 begonnenes Pilotprojekt in London sowie weitere Testflotten in Deutschland, den USA und Kanada verfügt Smart über umfangreiche Erfahrungen im Elektro-Alltag. Die zweite Generation hat ein geplantes Produktionsvolumen von 1500 Fahrzeugen. Bislang können nur Firmen und Behörden den kleinen Stromer leasen, ab 2012 soll der Wagen weltweit auf rund 40 Märkten auch frei verkäuflich beim Händler stehen.

Tazzari Zero

Als ökologisch korrektes Rennmaschinchen für die City bewerben die Tazzari-Macher ihren Zero, und Fahrspaß bietet der Stromer des italienischen Zulieferers auf jeden Fall. Vor allem, wenn man ihn im Fahrmodus «Race» auf Touren bringt, was allerdings zu Lasten der Reichweite geht. Den Sprint von 0 auf 100 Km/h legt der Italo-Stromer in weniger als fünf Sekunden hin. Der mittig platzierte Motor, ein niedriger Schwerpunkt und die breite Spur verleihen dem 550 Kilogramm leichten Zweisitzer auch in flott gefahrenen Kurven eine angenehme Straßenlage. Per Knopfdruck lassen sich die Fahrmodi wechseln. Das Programm «Rain» bietet verstärkte Bodenhaftung auf rutschigem Asphalt, «Economy» reduziert die Dynamik und ermöglicht größere Reichweiten.

Mit seinem minimalistisch bestückten Cockpit und dem nackten Alupedal vermittelt der Tazzari zunächst ein gewisses Gokart-Gefühl. Doch der Zero ist ein flottes, kleines Stadtauto, mit dem man sich auch mal auf die Autobahn trauen kann. Das Sondermodell «Special Edition» verfügt über LED-Tagfahrlicht und mehr Komfort im Innenraum. Der Tazzari kann wie auch der German E Cars Stromos über die Kette «Lautlos durch Deutschland» bezogen werden.

Lesen Sie morgen, welche Elektro-Fahrzeuge die Kompaktklasse aufmischen.

bok/sgo/ivb/news.de/pi

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Strommangel
  • Kommentar 1
  • 20.12.2010 14:51

Wo kommt der Strom her? Dank ein paar marihuanasüchtigen, randalierenden Grünen gibt es keinen Atom-Strom - der strahlt, keinen Kohlekraft-Strom - der qualmt, keinen Netzausbau für den Solar-/Windstrom - da verschandeln Strommasten die Landschaft; keinen Bahnhof und keine Straßen. Ein Eselskarren tut es auch. Strom und Infrastruktur schaffen die Grünen ab und ihre verblendeten, realitätsfernen Wähler.

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