Di., 22.05.12

Winterreifen 10.12.2010 Preisexplosion vorbei

Preisexplosion bei Winterreifen (Foto)
Ansturm auf die Werkstätten: Durch den Kälteeinbruch und die Winterreifenpflicht stehen Autofahrer für die speziellen Reifen Schlange. Bild: dpa

Der Kälteeinbruch und die Winterreifenpflicht haben zu einem Ansturm auf die Pneus geführt. Die Folge: lange Wartezeiten und explodierende Preise. Doch nun zeichnet sich wieder Entspannung ab.

«Die Lage normalisiert sich deutlich», sagte der geschäftsführende Vorsitzende des Bundesverbands Reifenhandel, Peter Hülzer. Ein ungewöhnlich früher Kälteeinbruch mit anhaltendem Schnee sowie die neue Winterreifenpflicht führten zu einer bisher unüblichen Nachfragespitze: «Wir sind in den vergangenen drei Wochen quasi überrannt worden.» Teilweise sei die Lieferlogistik zusammengebrochen.

Nach wie vor müssten Autofahrer an verschiedenen Orten längere Wartezeiten bei der Montage in Kauf nehmen, sagte Hülzer. Insgesamt liege die Auslastung aber derzeit im Schnitt wieder bei etwa 65 Prozent. Auch nicht jede erste Marke eines Premiumherstellers sei mehr verfügbar. Die Preise für Winterreifen hätten im EinzelhandelIm Einzelhandel arbeiten 24 Prozent Minijobber, in der Gesamtwirtschaft sind es nur 14 Prozent. Im Gegensatz dazu haben im Einzelhandel nur 43 Prozent in einer Vollzeitstelle, in der Gesamtwirtschaft sind es 64 Prozent. Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg–Essen. im Schnitt um 10 bis 20 Prozent höher als im Vorjahr gelegen.

Unverhältnissmäßige Preisspitzen

Vorübergehend hätten einige Großhändler die Engpässe aber auch ausgenutzt und horrende PreiserhöhungenDie Preiserhöhungen liegen im Schnitt bei 7,8 Prozent. Die höchste Preiserhöhung (19 Prozent) gibt es für Kunden der Stadtwerke Röthenbach. «von 200 Prozent und mehr» verlangt, kritisierte Hülzer. Auch diese Übertreibung habe sich jetzt wieder beruhigt. Dies sei aber nicht seriös gewesen. «Diese Großhändler haben deutlich überzogen und müssen damit rechnen, dass sie von Einzelhändlern nun ausgelistet werden.»

Insgesamt sei mit einem höheren Preisniveau bei Autoreifen zu rechnen, erläuterte Hülzer. «Im Jahr 2011 müssen sich die Verbraucher sowohl bei Sommer- wie auch bei den nächsten Winterreifen auf weitere Preissteigerungen zwischen fünf und zehn Prozent einstellen.» Dies sei vor allem den deutlich höheren Preisen für den Reifen-Rohstoff Kautschukelastische Polymere, die auf Pflanzenprodukten wie vor allem Milchsaft (Latex) basieren; Kautschuk wird hauptsächlich zur Herstellung von Gummi durch Vulkanisierung verwendet geschuldet.

Winterreifenpflicht nicht überbewerten

Die neu eingeführte konkrete Winterreifenpflicht habe zwar mit zu den aktuellen Problemen beigetragen, dürfe aber auch nicht überbewertet werden, sagte Hülzer. «Die Vorschrift für eine geeignete Bereifung bei winterlichen Verhältnissen gibt es ja schon seit 2006.» Es sei daher verwunderlich, wenn einige Autofahrer erst jetzt aufgewacht seien.

Schon in den vergangenen Jahren habe die Ausrüstungsquote mit Winterreifen im Schnitt bei immerhin 88 Prozent gelegen. «Bei den übrigen 12 Prozent sind wir davon ausgegangen, dass es sich in der Regel um Zweitwagen handelt, die man bei Schnee und Eis in der Garage lässt.»

Normalerweise sei die Winterreifen-Saison für den Fachhandel um diese Zeit Mitte Dezember schon gelaufen, sagte Hülzer. Aber nun würden die Lager leergefegt. Einige Hersteller würden noch einmal antizyklisch bis Ende Dezember nachproduzieren.

sgo/news.de/dpa
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