BMW 1er M Coupé Der Junior aus der M-Familie

BMW 1er M Coupé (Foto)
Die Frontschürze reicht bis knapp über die Fahrbahn und unter dem Heck schieben sich vier Auspuff-Endrohre hervor. Bild: pi

Der neue 1er brummt bereits in den Startlöchern, da bläst das sportliche 1er M Coupé seine Backen zum Angriff gegen den Audi RS3 Sportback. Doch die Performance des Bayern enttäuscht ein wenig. Ein 135i ist kaum lahmer als die M-Version.

Wer keine echten Gegner hat, steht sich am einfachsten selbst im Wege. BMW, klassenübergreifender Inbegriff für sportliche Fahrzeuge mit Volumenansprüchen, hat seine M-Versionen seit Jahrzehnten prächtig in Szene gesetzt. Besonders das dynamische Duo aus M3 und M5 versetzte die weltweite Konkurrenz in Angst und Schrecken, während die Kundschaft jubilierte.

Doch derzeit lahmt die M-FamilieDie M-Familie entstammt der BMW M GmbH, Gesellschaft für individuelle Automobile. Sie ist ein Tochterunternehmen des Automobilherstellers BMW und zeichnet sich für die Entwicklung und Produktion leistungsstarker Modifikationen einiger BMW-Modelle verantwortlich. Sie ist das Pendant zur quattro GmbH oder Volkswagen R. . Der neue M5 feiert seine Premiere erst im Herbst 2011 auf der IAA und der BMW M3 fühlt über sich bereits das Damoklesschwert der neuen Dreier-Generation, die Ende des nächsten Jahres Premiere feiert. Der neue Sechser wird ebenfalls erst vorgestellt und auch die nächste Generation M6 hat frühestens im Herbst 2012 seinen Einstand.

BMW 1er M Coupé
Hamsterbacke

Damit die M-Jünger nicht in Heerscharen zu Audi, Mercedes und Porsche abwandern, bekam der 1er eine späte Chance als M von Welt. Vielleicht zu spät, denn BMW spielt in der Einstiegsklasse im kommenden Jahr ein doppeltes Spiel, das bei vielen für Kopfschütteln sorgen dürfte. Der 1er BMW bekommt einen Nachfolger, der im Frühjahr vorgestellt wird. Frischer, kraftvoller und filigraner gezeichnet, soll er das mit 7er und 5er aufgenommene Design in ein neues BMW-Zeitalter fortsetzen und Lust auf die neue Einstiegsklasse der Bayern machen. Schließlich folgt bald eine neue Mercedes-A-Klasse und auch am nächsten Audi A3 werkeln die Ingolstädter mit Vollgas herum.

Ein 1er M ist kein M1 ...

Doch BMW löst den Einser im kommenden Jahr nur als Fünftürer ab. Coupé und Cabriolet bekommen eine kaum sichtbare Modellpflege mit leichten Retuschen an Rückleuchten und im Innenraum. Mit dem leicht gestrafften Outfit kommt auch der kleine M, der den imageträchtigen Namen M1 nicht tragen durfte. Hier will sich BMW nach wie vor die Option für einen Supersportwagen offen halten, den viele längst als Konkurrenz zu Audi R8 und Mercedes SLS AMGBei Mercedes-AMG handelt es sich um ein seit 1967 als Tuningbetrieb für Mercedes-Benz-Fahrzeuge tätiges deutsches Unternehmen. erwartet hätten. So trägt das Einstiegsmodell in die M-Welt die fadenscheinige Bezeichnung 1er M Coupé.

... sondern ein BMW 135i M

Richtigerweise sollte die 4,38 Meter lange Sportlimousine jedoch die Bezeichnung BMW 135i M tragen, denn genau das stellt er dar. Können viele andere M-Modelle aus dem Vollen schöpfen, gab es für den 135i M nur das kleine Besteck. Der bereits prächtig motorisierte 135i, der normal 306 PS und mit Sportpaket 326 PS leistet, darf etwas tiefer durchatmen und muss sich mit wenig atemberaubenden 340 PS begnügen. Alles andere als imposant für ein echtes M-Modell, aber rein zufällig genau die Leistung, die Audi seinem ebenfalls aufgeladenen RS 3 Sportback verabreicht.

Von 0 auf 100 in 4,9 Sekunden

Damit das gesamte M-Paket nicht derart dünn erscheint, bekam der Pseudo-M1 einen engen Sportdress, der mehr Muskeln zeigt, als er verbirgt und ein Klasse-Fahrwerk nebst Sportschaltung und präziser Lenkung. Nicht nachvollziehbar jedoch, wieso BMW seinen stärksten 1er bei 250 km/h einbremst. Zumindest hier hätte man den M-Viersitzer als Unterschied zum kaum schwächeren 135i bis Tempo 280 von der Leine lassen sollen. Doch allein 450 Nm maximales Drehmoment bei 1500 Touren und eine Overboost-Funktion bis 500 Nm sind zu wenig. 0 auf 100 km/h schafft der Hecktriebler in 4,9 Sekunden und der Verbrauch hält sich mit 9,6 Litern Super in einem erträglichen Rahmen.

Ab Mai für 50.500 Euro zu haben

Das Triebwerk des BMW 135i M wurde direkt aus dem Z4 35 si herübergeholt. Wie unschwer zu merken: Diesem Sportroadster wurde wegen allzu dünner Sportwagengene das M-Signet verwehrt. Nicht, dass es dem knapp 1,5 Tonnen schweren 1er M Coupé mit dicken Backen, vier Endrohren und mächtigen Kühleröffnungen an Leistung mangeln würde. Doch es bleibt ein Geheimnis der BMW-Strategen, weshalb der offensichtliche Leistungsunterschied zwischen dem Pseudo-M1 und dem mit einem Performance-Paket nachgeschärften 135i derart gering ausfällt. Doch alle warten sowieso nur auf den echten M1. Der Preis für den schärfsten 1er BMW aller Zeiten: 50.500 Euro. Marktstart ist im Mai 2011.

pi/bok/sgo/news.de

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