Di., 22.05.12

Fahren auf Schnee und Eis 02.12.2010 Technik ist kein Freibrief

Technik ist kein Freibrief (Foto)
Das elektronische Stabilitäts-Programm ESP unterstützt den Fahrer im Winter - trotzdem sollte man sich nicht komplett auf die Bordtechnik verlassen. Bild: dpa

Denken muss man schon noch selbst: Moderne technische Assistenten erleichtern das Fahren im Winter enorm. Dennoch muss der Fahrer hellwach sein und sollte nicht blind der Technik vertrauen. News.de sagt, wie Sie sicher ankommen.

Der Schleuderschutz ESPDas Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) verhindert in Kurven das Ausbrechen des Hecks oder der Vorderräder. Möglich wird dies durch das computergesteuerte Abbremsen einzelner Räder. macht das Fahren im Winter sicherer, schützt aber nicht immer. «ESP ist kein 100-prozentiger Freibrief, es funktioniert nur innerhalb der physikalischen Grenzen», sagt Hubert Paulus vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg.

Zum Beispiel bei zu schneller Kurvenfahrt könne die Fliehkraft unabhängig von moderner Technik das Fahrzeug von der Fahrbahn drücken. Je glatter die Fahrbahn sei und je höher das Tempo, desto schneller trete dieser Effekt ein. Vor allem auf Schnee und bei moderater Fahrweise könne ESP Schleudervorgänge jedoch verhindern.

Einen Vorteil im Schnee haben auch Fahrzeuge mit Allradantrieb. «Der ist sehr hilfreich, weil die Traktion auf alle Räder verteilt ist», sagte Paulus. Mit einem Allradler könnten Steigungen besser gemeistert werden, bergab biete die Technik gegenüber heck- oder frontgetriebenen Fahrzeugen jedoch keine Vorteile. «Bei Bremsmanövern geraten Sie genauso schnell ins Rutschen. Dann sind Schneeketten die beste Wahl.

So kommen Sie sicher an

Der ADAC gibt folgende weitere Tipps, um der winterlichen Schleudergefahr zu begegnen:

Anfahren: Bei glatter Fahrbahn sollte im zweiten Gang unter behutsamem Einkuppeln losgefahren werden. Wer es im ersten versucht und zu viel Gas gibt, kommt nicht von der Stelle - die Reifen drehen durch. Moderne Automatikgetriebe haben ein Winterprogramm, das über eine entsprechende Taste gewählt werden kann.

Während der Fahrt: Um die Traktion nicht zu gefährden, fährt es sich am besten in einem höheren Gang. Dreht der Motor doch einmal hoch, ist Zurückschalten die schlechteste Wahl. Durch die hohe Drehzahl kann das Auto schneller ins Schleudern geraten. Auf glattem Untergrund gilt: Nur lenken, wenn man nicht gleichzeitig Gas gibt.

Hektik vermeiden: Behutsamkeit ist bei Minusgraden im Straßenverkehr das Zauberwort. Heftiges Beschleunigen und schnelle Fahrt bergen Gefahren, aber auch das schnelle Loslassen des Gaspedals und hektische Lenkbewegungen. Überholvorgänge werden am besten mehrfach überdacht und im Zweifel unterlassen.

Gefahren erkennen: Schnee auf der Straße ist leicht erkannt, nicht aber Glatteis. Ein Blick an den Straßenrand ist oft aufschlussreich. Gibt es dort Schneeverwehungen und zeigt das Thermometer niedrige Temperaturen, dann ist überfrorene Nässe nicht unwahrscheinlich.

Dem Schleudern begegnen: Wer ins Rutschen gerät, sollte auskuppeln und schnell, aber gefühlvoll gegenlenken. Reagiert die Lenkung nicht, kann nur noch eine Vollbremsung helfen. Ist man ohne ABS unterwegs, empfiehlt sich in Gefahrensituationen der Wechsel von bremsen, Bremse lösen, lenken und wieder bremsen. Ist das Antiblockiersystem an Bord, reicht auskuppeln und bremsen.

sgo/ivb/news.de/dpa
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