Die Tachonadel kitzelt die 400 km/h, 285er Reifen schnellen über den Asphalt und ein Zehnzylinder-Motor gibt den Ton an: Ein Tuner aus Bayern spornt den BMW M6 zu neuen Höchstleistungen an und bietet seinen Umbau als weltweit schnellstes Viersitzer-Coupé an.
Der Hurricane RR ist auf der Autobahn so etwas wie der Weiße Hai im Tierreich: Er steht ganz oben in der Nahrungskette. Beim Unternehmen G-Power muss das noch aktuelle Coupé M6 eine beispiellose Anabolika-Kur über sich ergehen lassen. 800 PS bei 7500 Umdrehungen stehen auf dem Datenblatt, das sind 293 PS mehr als bei einem normalen M6. Das Drehmoment des Zehnzylinder-Motors steigt um 280 Zähler auf 800 Newtonmeter. Der Spurt von 0 auf 100 km/h ist nach 4,35 Sekunden absolviert, hier nimmt der aufgemotzte 6er dem Serienmodell allerdings nur ein paar Zehntel ab. Doch es geht ja noch weiter: Nach 9,3 Sekunden fegt die Tachonadel an der 200 vorbei, Tempo 300 ist nach knapp 25 Sekunden erreicht.
Die in den beiden Kompressoren vorverdichtete Ladeluft wird durch ein zweiflutiges, wassergekühltes Ladeluftkühlersystem auf leistungsfördernde Temperaturen abgekühlt. «Mit den kurzen Ansaugwegen wird das gleiche spontane Ansprechverhalten wie beim Serienmotor erreicht, jedoch verbunden mit einem erheblichen Drehmomentzuwachs», heißt es bei G-Power.
Spezialteile für das Super-Triebwerk
Modifikationen auch im Innenleben des Zehnzylinder-Motors: Die serienmäßigen Pleuel und Kolbenbolzen würden der enormen Belastung in der hochgezüchteten Maschine wohl nicht standhalten und wurden ebenfalls durch Spezialteile ersetzt.
G-Power spricht vom «leistungsstärksten BMW-Triebwerk, das jemals einen straßenzugelassenen M6 antrieb». Nach dem Motor-Doping nahmen sich die Tuner auch die Aerodynamik des Wagens vor. Ein neuer Heckspoiler erhöht den Abtrieb - ob der große Bürzel am Heck des BMW-Coupés auch nett anzuschauen ist, sei dahingestellt. Vorne wurde eine neue Frontschürze aus Carbon verbaut. Das schwarz lackierte M6-Geschoss rollt auf 20 Zoll großen Schmiederädern. Vorn kommen 255er Reifen zum Einsatz, hinten steht das Auto auf extrabreiten 285er Walzen.
Tacho bis 400 km/h
Damit der Wagen bei den enormen Geschwindigkeiten beherrschbar bleibt, gibt es ein neunfach in Zug- und Druckstufe justierbares sowie stufenlos höhenverstellbares Gewindesportfahrwerk. Eine Hochleistungsbremsanlage soll dafür sorgen, dass der Wagen rechtzeitig zum Stehen kommt, falls ihm mal die Autobahn ausgeht.
Im Cockpit wartet ein Tachometer, dessen Skalierung bis 400 reicht. Reichlich Zierteile und Verkleidungen aus Carbon sowie ein Sportlenkrad aus perforiertem Kjerba-Nappaleder ergänzen die Innenraumausstattung. So viel Extravaganz und Power sind natürlich nicht ganz billig. Der Nettopreis für das Komplettfahrzeug liegt bei 252.100 Euro, mit Mehrwertsteuer sind also knapp 300.000 Euro zu bezahlen.
sgo/reu/news.de/pi
'ganz oben in der Nahrungskette' steht dieses Modell garantiert, man hört förmlich den Tankwart jubilieren. In anderen Ketten dürften die Fahrer solcher Egostützen eher unter 'ferner liefen' zu finden sein, z.B. bei sozialer Kompetenz, angenehmem Auftritt oder einfach nur bei Grips ....
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