Di., 22.05.12

Elektroautos 27.10.2010 Fördern statt fordern

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News.de-Redakteur Sascha Gorhau. Bild: news.de

Von news.de-Redakteur Sascha Gorhau

Bestandsschutz für Anachronismen, aber in die Zukunft wird nicht investiert. Die Abwrackprämie hat die klamme Autoindustrie gefördert, aber Elektroautos sollen sich ohne staatliche Impulse am Markt durchsetzen. Das ist paradox und kurzsichtig.

Mit Subventionen unterstützt der Staat Prozesse, die ihm fördernswert erscheinen. Das ist sein gutes Recht – beinhaltet aber keineswegs eine Garantie, dass Gelder nur für Sinnvolles aufgewendet werden. Das bedeutet einerseits, dass viel verschwendet wird und andererseits, dass darüber hinaus Schaden entsteht, weil diese Mittel an anderer Stelle fehlen. Elektromobile erscheinen der Bundesregierung momentan nicht förderungswürdig.

In vielen anderen Staaten der EU, beispielsweise in Frankreich, sehen das politische Entscheider anders. Stattdessen konzentrieren Merkel und Co. ihre Geldflüsse auf allerlei Rückwärtsgewandtes: Zur Folklore des deutschen Förderungskulturgutes gehören Dotationen an die Kirchen oder Kohlesubventionen. Auch der Autoindustrie kommen stattliche Staatshilfen zugute: Experten sprechen von 100 Milliarden Euro, die Jahr für Jahr weltweit in die Branche fließen. In Deutschland wurde zuletzt der Absatz mit 4,1 Milliarden Euro für die Abwrackprämie gefördert.

Egal, ob Kohle oder Autos mit Verbrennungmotor: Wer in Auslaufmodelle investiert, der steckt Geld in die Konservierung der Vergangenheit. Anstatt die Industrie kurzfristig unter dem Deckmäntelchen des Umweltschutzes zu unterstützen, sollte der Staat nachhaltige Konzepte und Technologien belohnen. Die Abwrackprämie hat das Gestern subventioniert, eine Förderung von Elektroautos wäre eine Anlage in die Zukunft.

Die Zukunft, das ist übrigens dasselbe Argument, mit der die wirtschaftsliberale FDP gebetsmühlenartig ihre heißgeliebte Hotelsteuer verteidigt. Vom FDP-Wirtschaftsminister Brüderle sollte man erwarten, dass er im Sinne wahrer Nachhaltigkeit für Deutschland in zukunftsträchtige Projekte wie die elektrische Mobilität investiert. Bleibt zu hoffen, dass die Förderung der klassischen Automobilindustrie nicht zur Kohlesubvention von morgen wird: Ein Anachronismus, den man mit sich schleppt, wohlwissend, wie sinnlos er ist.

ivb/news.de
Leserkommentare (3) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • basba
  • Kommentar 3
  • 22.04.2011 16:41
 

Was ist mit dem Wasserauto?

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  • hector
  • Kommentar 2
  • 30.10.2010 18:26
 

Solange der meiste Strom aus Primärenergie oder Atomenergie stammt, möchte ich kein Elektroauto. Für 1KW Strom wird in den Kraftwerken Primärenergie (Gas, Öl, Kohle ...) mit einem Energiegehalt von etwa 3 KW verbrannt. Da ist es sinnvoller das Öl direkt in den Autotank zu füllen, weil so der Wirkungsgrad wesentlich höher ist. Und alle Autos auf diesem Umweg mit Atomenergie anzutreiben möchte ich schon gar nicht, da Atomenergie eine gefährliche Uralttechnologie ist. Wünschen würde ich mir, dass die Autohersteller von jedem Modell auch ein Gasmodell anbieten würden. Die Erdgasvorräte reichen noch 100 Jahre. Gasautos fahren leise und abgasarm.

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  • hector
  • Kommentar 1
  • 27.10.2010 23:14
 

Die "Umweltprämie" war ein sinnvolles staatliches Steuerungsinstrument, um den Autoaltbestand mit modernen sparsamen und damit umweltfreundlicheren Autos zu erneuern. Gleichzeitig trug diese wesentlich dazu bei, dass die damals wütende Finanzkrise nicht in eine alles lahmlegende Wirtschaftskrise mündete. Die etwa 4,5 Milliarden Euro Prämie waren durch die 19% Mehrwertsteuer auf die Autos für den Staat kostenneutral. Es wurde damit auch einer drohenden Entlassungswelle in der Autoindustrie vorgebeugt, welche ja der Motor unserer globale Wirtschaft ist, und nur wenn die Wirtschaft läuft kommen wieder Steuereinnahmen für den Staat. Da schließt sich der Kreis.

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