Autosalon Paris Goldener Absatz-Herbst

Autobauer präsentieren neue Modelle auf Pariser Messe (Foto)
Einen Schwerpunkt des Pariser Autosalons bilden in diesem Jahr Elektroautos. Bild: dpa

Von Harald Schultz
Krise, welche Krise? Der Deutschen Autoindustrie geht es wieder blendend. Auch Toyota zeigt sich erholt vom Rückruf-Schock und plant eine Marktoffensive in Europa. Hier erfahren Sie die wirtschaftlichen Hintergründe der autoshow in Paris.

Der VW-Konzern hat 2010 erstmals mehr als fünf Millionen Autos in den ersten neun Monaten eines Jahres verkauft, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn vor Messebeginn. Im Jahr 2009 waren es zu diesem Zeitpunkt erst 4,76 Millionen. Winterkorn kündigte für das gesamte Jahr 70 Neuheiten an. «Die Zeichen stehen auf Aufbruch», sagte er. VW setzte auch seine Prognose für das Wachstum des Pkw-Weltmarktes herauf. Der Konzern rechnet nun mit sechs bis sieben Prozent Wachstum, sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler. Bislang war der Wolfsburger Konzern nur von fünf Prozent ausgegangen.

Volkswagen präsentiert in Paris vor allem einen überarbeiteten Passat. Der Mittelklassewagen ist nach dem Golf das wichtigste Modell der Wolfsburger. Davon wurden in den vergangenen 37 Jahren 15 Millionen Stück verkauft. Erst am Mittwoch hatte VW angekündigt, im Werk Hannover werde die europäische Produktionslinie für den neuen Pickup Amarok aufgebaut.

Autosalon Paris
Die Highlights

Daimler spricht von zweistelligem Wachstum

Daimler erwartet für 2010 wie für den Monat September ein zweistelliges Wachstum der Verkäufe. Der September sei der beste Monat gewesen, den Mercedes je erlebt habe, sagte Konzernchef Dieter Zetsche. Daimler habe die Rabatte «in bedeutsamer Weise» reduzieren können. Zetsche sagte, die Nissan-Luxusmarke Infiniti habe angefragt, ob sie die neue Plattform der A- und B-Klasse für ein eigenes Modell bekommen könne. Mercedes denke über diese Frage nach. Ansonsten gingen die Gespräche mit Nissan und der Mutter Renault über die Frage weiter, welche Elektromodelle gemeinsam entwickelt werden könnten. Das betreffe eine Plattform für den Twingo und den Smart, der ohnehin in Frankreich gebaut wird.

Zetsche sagte ein anhaltendes starkes weltweites Wachstum für das Auto voraus, getragen besonders von den neuen Märkten. In Ländern wie China etwa sei es das Aushängeschild für den persönlichen Erfolg. Die Verkäufe von Mercedes Benz wuchsen dort in diesem Jahr um fast 130 Prozent. «Bis 2035 könnte sich die Nachfrage weltweit verdoppelt haben.» Allein in Europa hänge schon jetzt das Einkommen von zwölf Millionen Familien vom Auto ab.

Auf der Pariser Automesse werden unter anderem die Modelle A-Klasse E-Cell, Smart fortwo electric drive in der zweiten Generation und der S 250 CDI BlueEfficiency, das erste 5-Liter-Auto der Luxusklasse, vorgestellt. Am Mittwochabend wurde gleichzeitig der neue Mercedes-Benz-Showroom auf den Champs-Elysées offiziell eingeweiht.

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Scharfe Kurven

Opel zuversichtlich

Der Rüsselsheimer Autobauer Opel blickt zuversichtlich in die Zukunft. «Wir gehen in die Offensive und setzen unseren Wachstumsplan konsequent um», sagte Konzernchef Nick Reilly auf der Automesse. Die Kundenreaktionen auf aktuelle Modelle wie Insignia, Astra oder Meriva zeigten, dass sich das Unternehmen auf dem richtigen Weg befinde. Für den neuen fünftürigen Astra, der Ende vergangenen Jahres auf den Markt kam, lägen mehr als 200.000 Bestellungen vor, 20.000 mehr als für das Gesamtjahr geplant. Die Aufträge für den neuen Meriva beliefen sich auf 70.000. Auch hier sei das Jahresziel von 40.000 bis 50.000 Bestellungen bereits weit übertroffen.

Für das laufende Jahr sowie 2011 erwartet Reilly noch Verluste bei Opel wegen der laufenden Sanierung. Im Jahr 2012 will die Traditionsmarke wieder Gewinne schreiben. Bis 2013 plant Reilly eine Nettorendite vom Umsatz von vier bis fünf Prozent. Darüber hinaus will der Konzern in Zukunft in weitere Länder exportieren. Israel und Chile seien erst der Anfang, sagte Reilly. Bis 2015 hoffe er auf Exporte von 100.000 Stück außerhalb Europas.

Toyota hat Europa im Fokus

Toyota will auf dem Europamarkt wieder stärker angreifen. «Wir wollten im Jahr 2010 insgesamt 800.000 Autos in Europa verkaufen, das Ziel ist wieder in Sicht», sagte Europachef Didier Leroy. Im Frühjahr waren die Verkäufe in Europa noch unter Druck. Doch im August habe Toyota schon einen Marktanteil von 4,8 Prozent erreicht. Man werde in Zukunft weiter versuchen, den Europamarkt auszubauen. «Mein Ziel ist ganz klar, wir werden unsere Präsenz in Europa weiter fördern», betonte Leroy. Er erklärte, man werde auch weiterhin auf umweltbewusste Autokäufer setzen. Toyota habe weltweit schon 2,8 Millionen Autos mit Hybridantrieb verkauft. In den ersten acht Monaten stieg der Hybrid-Absatz um 65 Prozent.

Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn setzt auf das Elektroauto in vier verschiedenen Varianten, darunter das Modell Zoe. «Unsere Strategie ist die Massenproduktion, so können wir Elektroautos billig anbieten», betonte Ghosn. Renault sei in der Hinsicht seinen Konkurrenten voraus, denn man wolle einen Elektrowagen zum Preis eines heutigen Kangoo Diesel anbieten. Laut Renault könnten Elektroautos bis 2020 einen Anteil von zehn Prozent am weltweiten Automarkt erreichen.

sgo/rzf/news.de/ap

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