Mercedes CL 500 Der exklusivste aller Schwaben

Mercedes CL 500 (Foto)
Traditionell ist der CL das Coupé der S-Klasse, in dem die Ingenieure die allerneueste Technik einbauen. Bild: pi

Wohin würde die exklusive Mercedes CL-Klasse besser passen als an die mondäne Côte d'Azur? Wer einen Mercedes CL fährt, sitzt in der teuersten Baureihe der Schwaben, aber auch in der besten.

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung. Auf der Croisette blitzen die ersten Sonnenstrahlen hinter den Häusern hervor; es geht geruhsam zu. Jogger stählen ihre Körper, betagte Damen führen animalische Spielzeuge mit Leinenzwang aus und die ersten Straßencafés öffnen ihre Türen.

Auf dem Parkplatz unweit von Casino und Filmpalais parken wie jeden Morgen Luxussportwagen und Edellimousinen um die Wette. Der silbergraue Mercedes CL 500 fällt hier neben Porsche 911, Lamborghini-Spielzeugen, brüllenden Ferraris und dunklen Maseratis kaum nennenswert auf. Dabei gibt es keinen besseren Platz für das Luxuscoupé aus Stuttgarter Produktion. Der CL 500 ist eine Nobellimousine, der eigentlich nur eines fehlt: zwei Türen im Fond.

Mercedes CL 500
Coupé de Luxe
Coupé de Luxe (Foto) Zur Fotostrecke

Wenn CL, dann der Fünfhunderter

Überhaupt ist der Unterschied zur Mercedes S-Klasse marginal. Die viertürige Version als Aushängeschild deutscher Automobilbaukunst gibt es auch als sparsamen Diesel oder mit Hybridantrieb. Wer unbedingt will, kann seine S-Klasse sogar mit acht oder zwölf Zylindern in sportiver AMG-Staffage bestellen. Bei der bekanntermaßen wenig juvenilen CL-Kundschaft geht es bodenständiger zu. Kein Diesel, kein Sechszylinder, kein Hybrid - keine Spielereien.

In Untertürkheim und Möhringen weiß man um die erlauchte Kundschaft zwischen München, Orange County und Tokio, für die Geld kaum eine Rolle spielt. Die Kinder sind aus dem Haus, die Käufer waren erfolgreich «im G'schäft», wie es im Schwabenland heißt. Da gönnt man sich gerne einen exklusiven Mercedes CL. Wer so richtig auf den Putz hauen möchte, ordert die Sportversionen von AMG. Doch das beste Paket ist nach der aktuellen Modellpflege das Basismodell CL 500. Wer sich aus Imagegründen noch für einen Zwölfzylinder entscheidet, ist selbst schuld.

Das Beste oder nichts: der neue V8

Das neue V8-Triebwerk des CL 500 ist das Beste, was die Motorenabteilung von Mercedes in den vergangenen Jahren auf die Räder gestellt hat. 4,7 statt 5,5 Liter Hubraum und Doppelturbo statt Sauger bedeuten unter anderem 435 statt 388 PS. Die Laufruhe des CL 500 ist schlichtweg grandios, die Leistungsentfaltung auch. War bislang nur BMW in der Lage, derartige Triebwerke zu entwickeln, so fährt sich Mercedes nach Jahren der motorischen Dürre endlich wieder an die Spitze. Getreu dem neuen Markenmotto: Das Beste oder nichts.

700 Nm Drehmoment werden in Cannes und Nizza mit einem zufriedenen Nicken wahrgenommen. Leise, komfortabel und aufreizend luxuriös war der CL schon vorher. Doch fehlte gerade dem V8-Triebwerk das rechte Maß an Enthusiasmus, den die Ingenieure mit überraschend viel Herzblut in die Entwicklung des neuen Motors gelegt haben.

Cruiser statt Sportwagen

Von 0 auf 100 km/h in fünf Sekunden und eine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h sind das, was an der Côte d'Azur von einem Luxuscoupé erwartet wird, das sich gegen Aston Martin DB9 oder den neuen Bentley Continental GT behaupten muss. Dort, wo Geld keine nennenswerte Rolle spielt, dürfte der Durchschnittsverbrauch von 9,5 Litern Super auf 100 Kilometern nicht mehr als eine angenehme Randerscheinung sein. Für eine Verbrauchsersparnis von 25 Prozent sorgen die Start-Stopp-Automatik, doppelte Turboaufladung, neu abgestimmte Nebenaggregate und ein regeneratives Bremssystem.

Das Triebwerk ist im unteren und mittleren Drehzahlbereich so leise, dass es beim Cruisen auf der Croisette kaum auffällt, wenn der Achtzylinder beim Stopp an Fußgängerüberweg oder Ampelkreuzung ausgeht, um Sekundenbruchteile später wieder zu neuem Leben zu erwachen. So sportlich und effizient das neue Triebwerk auch sein mag, auch die modellgepflegte CL-Klasse taugt nicht zum Sportwagen. Dafür ist das Fahrzeuggewicht mit deutlich über zwei Tonnen einfach zu massig, der Schwerpunkt zu hoch und die Federung zu komfortabel.

Dass bei aller Luxusausstattung wie klimatisierten Ledersitzen, Sprachbedienung, unzähligen Assistenzsystemen, intelligenten Lichtmodulen oder Allradantrieb ein Bildschirm-Navigationssystem extra bestellt werden muss, ist angesichts des Einstiegspreises von 118.346 Euro schlicht peinlich. Auch wenn der Mercedes CL 500 gerade an der Côte d'Azur nur auf dem Weg von der eigenen Residenz zum Golf- oder Yachtclub genutzt wird: Falls es im Winter in die Seealpen oder nach Sankt Moritz geht, empfiehlt sich der optionale Allradantrieb. Dann erhöht sich der Preis des CL 500 auf mindestens 123.463 Euro.

bok/ham/ivb/news.de/pi

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • bouglon9
  • Kommentar 4
  • 14.09.2010 20:38
Antwort auf Kommentar 3

Du gehörst vermutlich zu denen die ihr ganzes leben geträumt haben einen Mercedes zu fahren. Nun, hast du jetzt endlich einen?

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  • friese
  • Kommentar 3
  • 14.09.2010 14:22

Zum Kommentar 1 und 2 kann ich als kleiner Rentner nur sagen das ich keinen grösseren Blödsinn jemals gelesen habe. Welch ein Schwachsinn, traurig kann ich nur sagen !

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  • mtu
  • Kommentar 2
  • 14.09.2010 14:20
Antwort auf Kommentar 1

Abgesehen von der Angeberei- wo bleibt die Umwelt? Was ist mit den enormen Kosten für so ein geschoss? Könnte man nicht weniger angeben und dafür was gutes tun? Die meisten Leute haben sowieso nur noch ein müdes lächeln übrig für einen der heut zu Tage so ein Auto fahren mus um vermeintlich mehr zu sein als die anderen. Wie heißt es in der Bibel? : Wer arm ist an Geiste dem gehört das Himmelreich.

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