Nur mit Spezialisten rollt's
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Ein Platter ist ärgerlich, ein neuer Reifen oft nicht billig. Deshalb repariert mancher selbst. Doch das kann gefährlich werden. Einen Spezialisten das Problem beheben zu lassen bleibt deshalb die beste Lösung.
Ein defekter Reifen kann mitunter repariert werden - allerdings keinesfalls in Heimarbeit. Darauf weist der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) in Bonn hin. Reifenreparaturen seien immer ein Fall für den Fachmann. Die Voraussetzungen für die Wiederherstellung sind straßenverkehrsrechtlich in der Richtlinie für die Instandsetzung von Luftreifen geregelt.
Weit mehr als 90 Prozent der Reifenschäden werden dadurch verursacht, dass ein spitzer Gegenstandes in die Lauffläche eindringt, wodurch langsam die Luft entweicht. «Diese sogenannten Einfahrschäden dürfen bei einem Pkw repariert werden, wenn ihr Durchmesser nicht größer als sechs Millimeter ist. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der komplette Reifen zuvor von der Felge montiert, untersucht und insgesamt als reparaturwürdig beurteilt wurde», erläutert BVR-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler. Denn es könne sein, dass zwar der Einfahrschaden selbst repariert werden kann, aber der Reifen zum Beispiel durch vorheriges Fahren mit verringertem Luftdruck in seiner Gesamtheit schon irreparabel geschädigt ist.
Fällt die erste Prüfung positiv aus, wird anschließend die Schadensstelle an der Außen- und Innenseite des Reifens begutachtet. Dabei kontrolliert der Fachmann, wie stark die Stahlfäden des Reifenunterbaus - der Karkasse - beschädigt sind. Ist eine Reparatur möglich, wird im Anschluss an die Säuberung des Schadenskanals, durch den der Fremdkörper eingedrungen ist, die beschädigte Stelle mit Hilfe eines zulässigen Reparaturmittels repariert - beispielsweise mit einer Kombination aus Lochkanalfüllung und Reparaturpflaster. «Das Ganze kostet deutlich weniger als die Neubereifung», sagt Drechsler und versichert: «Wurde ein Reifen fachgerecht repariert, ist er genauso einsatzfähig wie vor der Beschädigung.»
Doch nicht jeder, der mit Reifen handelt, kann sie auch reparieren. Deshalb sollten Autofahrer beschädigte Pneus ausschließlich durch spezialisierte Fachhandwerker begutachten und instand setzen lassen. Eine Liste hierfür qualifizierter Betriebe finden Interessenten im Internet.
Und noch einen Tipp hat der Experte: «Hände weg von präventiven Reifendichtmitteln, die schon vor einem möglichen Einfahrschaden in den Reifen eingefüllt werden sollen.» Diese seien als Mittel zur Reifenreparatur nicht zulässig. Wenn überhaupt, dürften sie nur als «temporärer Notbehelf» nach einem eingetretenen Schaden verwendet werden - die Reifen könnten dann allerdings nicht mehr fachgerecht repariert werden.
kat/news.de/ddp
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