Ferrari-Rückruf Dauerbrenner aus Maranello

Supersportwagen kann Feuer fangen (Foto)
Außen feuerrot, innen kohlrabenschwarz: Der 200.000-Euro-Sportwagen Ferari 458 muss wegen Brandgefahr in die Werkstätten. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Sascha Gorhau
Beim Renner 458 Italia brennt nicht nur der Asphalt: Wegen nicht feuerfester Klebstoffe tun dies auch ab und an seine Radkästen. Und irgendwann der ganze Wagen. Deshalb ruft Ferrari diese Modelle jetzt zurück.

Jetzt hat Ferrari sein Rückruf-Waterloo. Mehr als 1200 Autos vom Typ 458 Italia müssen in die Werkstatt. Grund ist eine Reihe mysteriöser Brände der rund 200.000 Euro teuren Fahrzeuge. Und so mancher durchschnittsdeutsche Golf-Fahrer lacht sich insgeheim ins Fäustchen. Endlich haben diese eingebildeten Schnösel mal einen Dämpfer bekommen. So ein italienisches Auto kauft man sowieso nicht.

Auch wenn ein Ferrari zehnmal so viel kostet wie sein Golf: Er wird nach wie vor von Menschen hergestellt. Die machen bekanntlich auch mal Fehler. Im Endeffekt macht es Ferrari vielleicht sogar ein bisschen sympathischer. Denn kleine Fehler und Schwächen sind doch menschlich, oder? Und eins kann man Italienern gewiss nicht abstreiten: ein großes Herz. Ach, diese verdammten Vorurteile.

Rückrufaktionen
Die wichtigsten Autorückrufe
Die wichtigsten Autorückrufe (Foto) Zur Fotostrecke

Gute Uhren kommen aus der Schweiz. Gute Autos stammen aus Deutschland. Die Italiener sind bekannt für ihre Gaumenfreuden. Leckere Pasta, herzhafter Schinken, vollmundiger Wein - wer gerät da nicht ins Schwärmen. Doch wer denkt bei qualitativ hochwertigen Fahrzeugen bitte an Produkte, die jenseits der Alpen produziert worden sind?

Die Macht der Vorurteile sollte nie unterschätzt werden: «Italiener und Deutsche haben ein Bild voneinander, das in erster Linie von Klischees geprägt ist. Fakt ist, dass beide Nationalitäten sehr wenig voneinander wissen», weiß Ernesto Laraia, Direktor des Bereichs «Internationale Personalentwicklung» bei der Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner in Bruchsal. Und in unseren Köpfen toben platte Bilder: Italien ist ein schönes Urlaubsland, aber Geschäfte macht man besser nicht mit Menschen, die südlich der Alpen geboren sind. So könnte man die landläufigen Stammtischparolen zusammenfassen.

Fahren ja, aber unterhalten?

Klar, jeder träumt davon, mal einen Maserati Quattroporte zu bewegen, oder die Welt in quer mit einem Lamborghini zu erkunden. Fahren will man sie gerne, aber besitzen und vor allem unterhalten? Einen Ferrari kauft sich demnach nur einer, der so viel Geld hat, dass ihm ständige Reparaturen sowieso egal sind. Erstens, weil ihn die Preise nicht stören, und zweitens, weil er so viele Autos hat, dass er auf einen ganzen Stall Ersatzkarossen zurückgreifen kann. Ansonsten muss er einen Knall haben oder ist ein eitler Gockel.

Wer im Alltag der Mitwelt seine Italophilie kundtun will, der greift auf die Brot- und Butter-Marken des Landes zurück – und ärgert sich mit Alfa Romeo und Fiat durch den bundesdeutschen Alltag zwischen Autobahnjagd und Dauerfrost. Vernünftig ist das nicht, aber schön. Für die Fans auf jeden Fall.

Dass Deutsche allerdings vernunftorientiert sind, auch wenn sie über viel Geld verfügen, sagen – typisch deutsch - die nüchternen Zulassungszahlen. Und da haben seit Menschengedenken Sportwagen aus deutschen Landen die Nase vorn. Überlegen Sie doch mal selbst, wie viele Ferraris sie bei ihrer letzten Autobahnspritztour gesehen haben – und wie viele Porsche 911. Die Zuffenhausener hatten übrigens auch schon einige Rückrufaktionen. Wie schön, irgendwie sind wir doch alle Menschen. Sogar Italiener.

sgo/ham/reu/news.de/dpa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
Mehr zum Thema
Thema verfolgen »
Partnerangebot
Gebrauchtwagenbörse
news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige