Elektroautos Spannung für Alle!

Exot war gestern: Wenn es um Elektroautos geht, ist das Spektrum inzwischen fast unüberschaubar groß. Vom Zweisitzer mit Solarzellenhaut bis zum Sportwagen, der einen konventionell befeuerten Achtzylinder beim Sprint auf die Plätze verweist, ist alles dabei.

Spannung für Alle! (Foto)
Change is coming: US-Präsident Barack Obama hat sich beim GM-Besuch hinters Steuer eines Chevrolet Volt gesetzt. Bild: dpa

Was hat ein 650-PS-Sportwagen mit einem putzigen Citymobil oder einem merkwürdigen Tandem-Fahrzeug mit Solarzellen-Oberfläche gemein? Abgesehen davon, dass alle unter dem Oberbegriff Automobil firmieren, fast nichts. Wäre da nicht die Tatsache, dass sie statt eines konventionellen Verbrenners einen Elektromotor unter dem Blechmäntelchen tragen. Der elektrische Antrieb erhebt sie in den Stand der Zero-Emission-Fahrzeuge. Weil bei denen weder das als Klimakiller geoutete Kohlendioxid noch andere Schadstoffe aus dem Rohr kriechen, sind sie derzeit die Hätschelkinder von Politik und Autobauerzunft.

Das CO2, das bei der Stromerzeugung entsteht, wird nicht auf die CO2-Rechnung der Autos geschrieben. Somit leisten die Stromer einen willkommenen Beitrag, wenn es gilt, den durchschnittlichen CO2-Ausstoß der Herstellerflotte auf politisch verordnete Werte zu schrumpfen. In welcher Liga die Elektrischen eigentlich spielen sollen, ist derzeit nicht entschieden. Möglicherweise mischen sie aus Image-Gründen in allen Automobil-Segmenten mit.

Elektroautos: Die Volks-Saubermänner

Regenerative Energien sind die Zukunft

Irgendwann wird das Stromnetz möglicherweise komplett durch den Einsatz regenerativer Energien gespeist. Bis dahin ist die E-Mobilität eben nicht so sauber, wie das Zero-Emission-Etikett vorgibt. Wie man ein Elektrovehikel bis dahin schon mal sauberer versorgen kann, als mit dem Energie-Mix aus der Dose, hat Venturi mit seinem Konzeptfahrzeug Astrolab gezeigt. Mit einem normalen Auto hat das Konzept nicht viel Ähnlichkeit. Astrolab ist ein offener Zweisitzer, in dem die Passagiere hintereinander Platz nehmen. Das Ultraleichtgewicht bietet seinen Insassen mit seinem reichlich üppig zugeschnittenen Carbon Monocoque Chassis Schutz im Fall eines Crashs. Die Oberfläche des Fahrzeugs bietet aber auch auf 3,6 Quadratmetern Platz für Solarzellen, so dass Astrolab seinen Nickel-Metallhydrid-Akkumulator auch während der bis zu 120 km/h schnellen Fahrt mit Sonne betanken kann.

Neben Elektro-Exoten und Kreativ-Konzepten machen sich immer mehr Realos startbereit. Elektroautos, die sich dort behaupten wollen, wo sie aufgrund heutiger Reichweiten hingehören, nämlich in der Stadt. Nicht nur die bekannten Autokonzerne werden demnächst mit dem einen oder anderen E-Modell auf die Märkte drängen. Auch bei Herstellern, deren Namen hierzulande noch kaum einer kennt, stehen die Elektro-Mobile in den Startlöchern. Mahindra Reva zum Beispiel, das indisch-amerikanische Joint Venture mit Sitz in Bangalore, will seine Stromer auch auf den europäischen Märkten lancieren. Als preiswertes Einstiegsmodell steht ein kleiner Viersitzer mit drei Türen namens Reva NXR City im Programm. Der fährt nicht mit dem leistungsfähigeren Lithium-Ionen-Akku vor, sondern mit einer 48-Volt-Blei-Batterie. Die Reichweite beschränkt sich damit auf maximal 80 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h.

In Indien tut sich was

Im NRX Intercity kommt dagegen ein Lithium-Ionen-Phosphat-Akkumulator zum Einsatz. Damit verdoppelt sich die Reichweite, das Spitzentempo liegt nach Herstellerangaben bei etwas mehr als 100 km/h. Die Preise für die Stromer aus Bangalore werden in den verschiedenen europäischen Ländern unter Berücksichtigung von Steuervorteilen und staatlichen Zuschüssen für Elektromobile austariert. Der europäische Durchschnittspreis für das Basismodell soll um die 10.000 Euro liegen, für die Lithium-Ionen fähige Variante bei rund 15.000 Euro. Die Batterie, Herz der Antriebstechnik, ist in diesen Preisen allerdings nicht enthalten. Reva bietet der Kundschaft an, entweder Auto und Akku im Paket zu kaufen oder die Batterie für eine monatliche Gebühr zu leasen.

Um den Preis für den Kostentreiber Batterie in vertretbaren Dimensionen zu halten, testet der Autobauer derzeit ein «Second Life» - Programm für die Akkus - also Nutzungsmöglichkeiten für die Zeit, in der die Batterie nicht mehr für den Einsatz im Auto taugt aber noch über einen Teil ihres Speicherpotenzials verfügt. Am Ende der Wertschöpfungskette soll ein umweltverträgliches Recycling der Akkus stehen.

Mehr über die elektrische Zukunft erfahren Sie in unserer Bilderstrecke.

sgo/ivb/news.de/pi

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