Von Patrick Leclerc
Extrembelastung für Mensch und Maschine: Nach einer langen Urlaubsreise hat sich das Auto eine Generalüberholung verdient. Experten wissen: Außen und innen steht eine Grundreinigung an, außerdem müssen Technik und Motor überprüft werden.
Tausende Urlaubskilometer mit schwerem Gepäck hinterlassen ihre Spuren. Nach der Urlaubsreise mit dem Auto sollte man dem Fahrzeug daher einen prüfenden Blick gönnen, es gründlich säubern und kleinere Reparaturen nicht hinauszögern. «Jetzt ist es Zeit, dem Auto Wellness zu gönnen. Ein gründlicher Check nach dem Urlaub erhöht die Lebensdauer des Fahrzeugs», sagt Thomas Stix, Techniker beim Österreichischen Automobilclub ÖAMTC in Wien.
Die ersten Schritte lauten: Auto entrümpeln und Fahrradträger, Dachboxen und Dachgepäckträger abmontieren - denn zusätzliche Aufbauten stören die Aerodynamik des Autos und treiben den Spritverbrauch in die Höhe. Urlaubsutensilien, Kühlboxen und anderer Ballast müssen nicht mehr mit dabei sein. Unnötiges Gewicht bedeutet Mehrverbrauch. Außerdem verringert man so eine Gefährdung durch lose Dinge im Fall einer Notbremsung.
Eine Generalreinigung ist Pflicht
Nach der Aufräumaktion geht es in die Waschstraße. «Meerwasser oder Sand beispielsweise begünstigen Korrosion», warnt Stix. Es empfehle sich daher auch eine Unterbodenwäsche. Das alles erledigen Maschinen. Die Innenreinigung erfordert allerdings Handarbeit. Zunächst sollten die Fußmatten entfernt, dann der gesamte Innenraum gründlich ausgesaugt und anschließend Luftschlitze, Lehnen, Handschuhfach und Aschenbecher mit einem feuchten Lappen oder mit einem neutralen Reiniger geputzt werden. Wichtig: Bei der Reinigung des Innenraums den Kofferraum nicht vergessen.
«Gerade hier und insbesondere in der Reserveradmulde sammelt sich schnell Schmutz, der gegebenenfalls sogar mit einem Fleckenreiniger entfernt werden muss», schildert Peter Klingenmeier, Geschäftsführer der TÜV-Süd-Tochter Auto-Pflege-Zentrum seine Erfahrungen. Einen Dachhimmel aus Stoff säubere man am besten mit dem Staubsauger. Ansonsten helfe wie bei der Polsterung ein spezieller Reinigungsschaum, so die Putzstrategie des Fachmanns.
Wichtig ist auch ein guter Durchblick. Bei langen Fahrten bilden sich unweigerlich Schlieren auf den Innenscheiben. «Die entfernt man am besten mit den üblichen Haushaltsreinigern», empfiehlt ÖAMTC-Experte Stix. Auch die Scheibenwischer sollte man prüfen. Sommerliche Hitze, Dreck sowie die Überreste von Insekten haben ihnen zugesetzt. «Stücke des Gummis können herausgerissen worden sein», beschreibt Maximilian Maurer vom ADAC den nächsten Prüfpunkt. «Die Gummilippe hat in solchen Fällen kleine Lücken und liegt nicht mehr auf der Scheibe auf. Bei Regen bleiben nun dünne Wasserstreifen beim Wischen zurück und schränken die Sicht ein.» Der Rat des Profis: «Scheibenwischerblätter auf Verschleiß überprüfen und gegebenenfalls austauschen.»
Auf Steinschlag achten: Korrosion droht
Nach der Komplettreinigung sollte man die Karosserie genau auf Schäden untersuchen und Steinschläge ausbessern, damit sich kein Rost festsetzen kann. «Auch schadhafte Gläser oder Lämpchen gehören sofort getauscht», betont Thomas Stix. Die Motoren werden auf Urlaubsfahrten meist mehr gefordert als im Alltag, deshalb ist auch der Ölverbrauch höher - also sollte man nachsehen, ob der Ölstand ausreichend ist. Außerdem müssen Kühl- und Bremsflüssigkeit überprüft werden.
Ein weiterer Kontrollpunkt ist der Zustand der Reifen. Zu niedriger Druck im Pneu führt zu hohem Rollwiderstand und erhöhtem Spritverbrauch. Wurde der Reifendruck für die Urlaubstour erhöht, muss nun wieder der Alltagswert eingestellt werden. Abgefahrene oder beschädigte Reifen sollten schnellstens ausgetauscht werden, um jedes Sicherheitsrisiko zu vermeiden.
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