Prius Plus Marke Elektro-Eigenbau

Marke Elektro-Eigenbau (Foto)
Etwas gründer als ein gewöhnlicher Toyota Prius: Der Prius Plus ist ein waschechter Plug-In-Hybrid. Bild: pi

Weil die Autohersteller sich mit ihren Plug-In-Hybriden Zeit lassen, bauen findige Unternehmer sie in den USA einfach selbst. Der Prius ist das beliebteste Umbau-Objekt. Bei Toyota weiß man nicht so recht, was man davon halten soll.

Das Hybrid-Tuning ist so populär geworden, dass es bereits von einigen Toyota-Händlern angeboten wird. «Wir schätzen, dass mehr als 1000 umgerüstete Hybride auf den Straßen unterwegs sind», sagt Felix Kramer von der Organisation CalCars aus dem US-amerikanischen Palo Alto.

CalCars brachte die Umrüstwelle vor einigen Jahren ins Rollen. Die technischen Instruktionen kursieren wie eine Open-Source-Software im Internet. Die meisten Fahrzeuge fahren in Kalifornien, doch gerade entwickelt sich ein anderer US-Bundesstaat zum Plug-In-Paradies: Colorado fördert die Umrüstung mit maximal 6000 Dollar.

Von Toyota gibt es für die Umrüster offiziell keine Unterstützung, aber offenbar auch keine Versuche, ihre Aktivitäten zu unterbinden. «Auf Unternehmensebene werden wir ignoriert», berichtet Paul Guzyk, einer der Gründer des Unternehmens 3ProngPower. Er rechnet sogar damit, dass sein Geschäft einen zusätzlichen Schub bekommt, wenn Toyota den bereits existierenden Prius Plug-In nicht nur in Testflotten, sondern frei verkäuflich anbietet. Denn dann werde das Thema noch viel stärker ins Gespräch kommen. Auch Patrick Cadam sieht dem offiziellen Plug-In entspannt entgegen. «Wir haben ja quasi die Vorarbeit für Toyota geleistet, indem wir die Leute auf das Thema aufmerksam gemacht haben», meint der Unternehmer. Ihm werde der Nachschub an Umrüstobjekten so schnell nicht ausgehen.

Prius Plus
Löten statt schrauben

Tim Fronzek, Technik-Experte bei Toyota Deutschland, steht den selbstgemachten Plug-Ins eher skeptisch gegenüber. «Die Umbauten kommen nicht aus der Entwicklung des Herstellers und offensichtlich nicht von offiziellen Zulieferern. Da die Umbauten aber massive Eingriffe in die Architektur des Systems beinhalten, können sie ohne eingehende Prüfung nicht freigegeben und zertifiziert sein», so Fronzek. Ob das Hybridsystem durch die Umrüstung Schaden nehme, könne man nur in einer langfristigen Überprüfung herausfinden.

Nachfrage nach Hybridautos steigt mit dem Benzinpreis

In den USA jedenfalls erlischt die Gewährleistung des Herstellers auch für einen umgerüsteten Hybriden nicht: Ein 35 Jahre altes Bundesgesetz legt fest, dass bei Umbauten am Fahrzeug die Gewährleistung nicht verweigert werden darf - es sei denn, dass die Umbauten die Ursache für einen Schaden waren. Die Beweislast liegt dann aber beim Händler. Unabhängig davon übernehmen Umrüster wie GreenGear eine Gewährleistung auf die Umbauten.

Wie begehrt die Umrüstung in Zukunft wird, hängt  vor allem von den Benzinpreisen ab. Die Amerikaner reagieren äußerst sensibel auf die Entwicklung an der Zapfsäule. So steigt die Nachfrage nach Hybridautos mit schöner Regelmäßigkeit immer dann an, wenn auch die Benzinpreise in die Höhe klettern. Sobald die Preise wieder fallen, sackt aber auch die Nachfrage nach sparsamen Autos wieder ab. Es ist daher keineswegs sicher, dass neue Modelle wie der Plug-In Hybrid Chevrolet Volt wirklich von Beginn an ein Verkaufsschlager werden.

Nach einer Prognose des US-Energieministeriums wird sich der Preis pro Gallone Benzin zwar von derzeit 2,77 Dollar im Schnitt auf 2,90 Dollar im Jahr 2011 erhöhen, aber nicht das Rekordniveau des Jahres 2008 (durchschnittlich 3,26 Dollar pro Gallone) erreichen. Mit anderen Worten: Vielleicht ist der Leidensdruck an der Zapfsäule noch nicht groß genug.

Sehen Sie in unserer Bildstrecke, wie aus dem Standard-Prius ein echter Plug-In-Hybrid wird.

sgo/tno/news.de/pi

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Christian Kraus
  • Kommentar 1
  • 16.08.2010 11:49

TOYOTA-Prius Plus: Elektro Eigenbau-Die USA machens uns schon vor-was machbar ist-natürlich noch in Eigeninitiative! Warum in Deutschland noch nicht-obwohl ja einige Berichte auch in diese Richtung gehen.Es sind aber auch meißt ein paar Tüfftler, die aber mit viel Selbstvertrauen die Sache richtig angehen.Leider fehlt aber meißt entsprechendes Kapital! Warum sind die hochbezahlten Tüfftler der deutschen Autoindustrie immer "hinten dran"? Man hat das Gefühl-daß diese nicht so dürfen wie sie wollen...Hemmniss sind wohl die Konzernleitungen-erst alles andere verkaufen,dann...die Zeit vergeht....

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