Moderne Technik bedarf penibler Wartung: Umweltfreundliche Rußpartikelfilter geraten vor allem im Kurzstreckenbetrieb schnell an ihre Grenzen. Experten raten deshalb, den Ölstand regelmäßig zu kontrollieren und das Fahrzeug zu warten.
Werden Dieselfahrzeuge mit Rußfilter häufig im Kurzstreckenbetrieb gefahren, kann dies zur Verdünnung des Mororenöls durch den Kraftstoff führen. Verdünntes Öl hat eine verringerte Schmierfähigkeit, sodass sich der Verschleiß erhöht. Darauf verweist der ADAC. Den Autofahrern empfiehlt er eine regelmäßige Kontrolle des Ölstandes. Deutlich steigende Ölstände seien ein sicheres Indiz für eine Ölverdünnung. «Hier ist oft ein vorgezogener Ölwechsel ratsam», sagt Fachmann Maximilian Maurer.
Der ADAC hatte die Motorenöle von 30 Fuhrpark-Dieselfahrzeugen mit Partikelfiltersystemen untersucht, die überwiegend im Kurzstreckeneinsatz genutzt wurden. Dabei stellten die Experten bei 21 Ölproben eine mindestens siebenprozentige Verdünnung durch Dieselkraftstoff fest. Die Hälfte der Fahrzeuge hatte eine Ölverdünnung von mehr als zehn Prozent. Bei den Fahrzeugen mit höherer Öl-Laufleistung konnte bei jedem zweiten Testfahrzeug eine Ölverdünnung von über 15 Prozent nachgewiesen werden. Untersuchungen an weiteren 50 Fahrzeugen bestätigten die Ergebnisse der ersten Versuchsreihe. Die Maximalverdünnungen erreichten hier sogar Werte bis etwa 25 Prozent, was möglicherweise auf noch ungünstigere Einsatzbedingungen zurückzuführen ist.
«Ursache für die Ölverdünnung ist die sporadische Einspritzung einer extra Portion Kraftstoff zur automatischen Reinigung des Rußfilters», erläutert Maurer den technischen Hintergrund: «Sie kann selbst auf längeren Fahrstrecken mit höheren Öltemperaturen nicht wieder vollständig abgebaut werden.» Insbesondere die Biodiesel-Anteile im Motoröl stiegen stetig; ihr Eintrag verdampfe kaum.
Im Allgemeinen gelten laut Maurer Ölverdünnungen bis zehn Prozent für den Motor als unkritisch. In Einzelfällen erlaubten Hersteller für einige Motorkonzepte sogar Verdünnungen bis zu 25 Prozent. Wie die Motoren auf Dauer auf extreme Verdünnungen reagieren, könnten erst in den nächsten Jahren unabhängige Forschungsprojekte belegen.
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