Audi A1 Der smarte Blender

Der Audi A1 spielt seine Marketing-Rolle hervorragend. Als Automobil aber enttäuscht er: Trotz horrender Preise strahlt er keine Innovationskraft aus. Der Zwerg aus Ingolstadt überzeugt nicht.

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News.de-Redakteur Sascha Gorhau Bild: news.de

Er ist ein smarter Typ. Jung, frisch und gut aussehend. Einer, den die Schwiegermütter auf Anhieb in ihr Herz schließen. Der Audi A1 ist ein perfekt ausgeklügeltes Produkt. Sein Image strotzt vor Jugendlichkeit, Selbstbewusstsein und Lebensfreude. Und dafür muss man zahlen. Seine 15.800 Euro Grundpreis sind reine Makulatur. 20.000 Euro sind dank der mageren Grundausstattung schnell erreicht. Ordert man die im Jahr 2010 üblichen Extras, findet man sich bei Preisen um die 25.000 Euro wieder. Dafür können Interessenten schon einen Audi A3 erwerben.

Technisch ist er alles andere als überragend. Innovationen sucht man vergebens. Die agilen Fahreigenschaften zaubern einem gewiss ein Lächeln ins Gesicht, doch die Konkurrenz von Mini oder Fiat bietet dasselbe Go-Kart-Gefühl schon seit Jahren. Zudem gräbt der Citröen DS3 dem Ingolstädter zum Kampfpreis die Kunden von unten ab.

Auch die sportliche Referenzklasse bildet nicht der Audi. Der A1 ist den Mitbewerbern leistungsseitig unterlegen: Da die Ingolstädter maximal 122 PS zur Verfügung stellen, ruhen schon jetzt die Hoffnungen aller sportlich ambitionierten Piloten auf den Kemptener Tunern von Abt. Erst 2011 kommt der dynamische Audi S1 mit 180 PS. Doch der ist noch nicht einmal erschienen und schon jetzt in einer fast aussichtslosen Position im Kampf um die Rennkrone der Winzlinge. Zu unwahrscheinlich ist es, dass er die satten 31 PS Leistungsdefizit zum Kontrahenden Mini John Cooper Works mit seinen druckigen 211 Pferdestärken wett machen kann.

Zu guter Letzt schiebt Audi den großen Elektro-Durchbruch der Marke mit dem A1 erneut vor sich her. Natürlich wurde der A1 auch als stromender «e-tron» präsentiert. Doch mal wieder muss die Elektrokarte als reines Marketinginstrument herhalten. Für den Gesamtabsatz des Wagens wird die Anzahl der Elektro-Minis keine Rolle spielen.

Der Audi A1 wird seine Käufer trotzdem finden und ein Erfolg werden. Doch er wird ein smarter Blender bleiben. Er ist eine Mogelpackung, ein Versprechen, ein Lebensgefühl. Wer allerdings einfach ein gutes Auto will, der wird woanders glücklich.

mik/news.de

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Fanboy
  • Kommentar 1
  • 30.07.2010 11:42

Blender? Das macht vielleicht den Anschein, weil Audi mit dem Marketing selbst für meine Verhältnise übertreibt, aber die Ingenieure tolle Arbeit geleistet haben: Wo bekomm ich in einem zeitgemäßen Kompaktwagen Oberklassentechnik? TFSI Motor, 7-Gang(!) S-Tronic, MMI und viel mehr - Der Audi A8 in Klein! Klar kann ich auch Mini fahren, wenn ich nicht an der Tankstelle oder in der Werkstatt mit dem Ding stehe, bzw. mich über die Haptik im Innenraum jeden Tag beim Einsteigen ärgere Auch der Polo ist eben nicht nur optisch unterlegen, sondern auch technisch und vorallendingen Ausstattungsmäßig...

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