Von news.de-Redakteur Sascha Gorhau
Wundern Sie sich auch immer, wie Schuhe, Kleidung und andere Gegenstände auf eine Autobahn gelangen? Wahrscheinlich handelt sich um Relikte von Menschen, die nicht wussten, wie man eine Dachbox fachgerecht bedient. Mit dem news.de-Ratgeber wäre das nicht passiert.
Was für zwei Personen noch klappt, kann bei einer Familie mit Kindern schnell zu eng werden: Beim Familienurlaub gerät ein Mittelklassewagen schnell an seine Beladungsgrenzen. Beliebte Alternative zum Anhänger sind Dachboxen. Gängige Modelle bieten 300 bis 500 Liter Ladevolumen. Das entspricht in etwa dem Platzangebot im Heck eines Fahrzeugs aus der Kompaktklasse, wodurch sich das Fassungsvermögen für vier Personen verdoppelt.
Eine Box für Ski- oder Sommerurlaub?
Schon vor dem Kauf sollte man sich bewusst machen, wofür die Box genutzt werden soll. Der ADAC weist darauf hin, dass besonders beim Transport von Skiern oder Snowboards die exakten Maße der Gegenstände ermittelt und bei der Anschaffung berücksichtigt werden sollten. Wer den zusätzlichen Stauraum wenig nutzt oder zu Hause wenig Platz hat, sollte sich Gedanken über eine faltbare Box machen, die bei Bedarf schnell verstaut ist und wenig Raum einnimmt.
Unterstützend für den Kauf bietet der Verkehrsclub aus München eine umfassende Kaufberatung an. Insgesamt acht Dachboxen im Preissegment von 165 bis 360 Euro wurden getestet. «Qualität hat ihren Preis», lautet das Fazit des ADAC. «Die teuren Boxen sind spürbar hochwertiger verarbeitet und glänzen mit durchdachten Detaillösungen.» Im Rahmen der Tests wurde außerdem ermittelt: Manches Produkt ist bei Regen undicht.
Handhabung und Beladbarkeit müssen stimmen
Ist die Dachbox angeschafft, spielt deren Handhabung und Beladung eine große Rolle. So kann es ein entscheidendes Argument sein, ob der Dachkoffer von einer Person allein installiert und beladen werden kann. Halterungen und Befestigungsgurte im Innenleben sind wichtig, um Gegenstände sachgerecht zu verstauen, vor allem bei Skiern. Eine adäquate Bedienungsanleitung erleichtert den Umgang. Einige Hersteller platzieren in den Boxen Anweisungen, die beim Beladen noch einmal visuell unterstützen.
Das Thema Sicherheit ist ohnehin ausschlaggebend. Im Falle einer Gefahrenbremsung oder eines Unfalls wird eine Box samt Inhalt zum Geschoss, wenn sie samt Ladung nicht ausreichend befestigt ist. Im Rahmen des großen ADAC-Tests 2009 konnte der Verkehrsclub feststellen: «Die Fahrtests offenbarten Schwächen der Dachboxen-Befestigung. Bei den Vollbremsungen aus Tempo 100 gab es noch keine Beanstandungen, aber bei den dynamischen Ausweichtests trennte sich die Spreu vom Weizen.»
Mehrverbrauch von bis zu drei Litern
Während der Fahrt ist es deshalb ratsam, den Sitz der Dachbox bei jeder Pause zu kontrollieren. Der ADAC empfiehlt außerdem, nicht schneller als 130 km/h mit der zusätzlichen Last zu fahren. Einerseits spielen Sicherheitsaspekte, wie sich veränderndes Handling, Nick- und Wankverhalten und die Windempfindlichkeit des Fahrzeugs, eine Rolle. Andererseits steigt der Spritverbrauch bei höherer Geschwindigkeit exorbitant: Bei 100 km/h konnte der Verkehrsclub Mehrverbräuche von durchschnittlich 1,5 Litern feststellen – bei der Autobahnrichtgeschwindigkeit von 130 km/h hingegen waren es bereits knapp drei Liter zusätzlich, also doppelt soviel.
Zum Schluss noch ein praktischer Tipp: Nässeempfindliche Gegenstände sollten sicherheitshalber im Fahrzeug untergebracht werden. Einige der Dachboxen im ADAC-Test erwiesen sich als nicht ganz dicht. Doch wer im Urlaub ist, der hat mit Regen ohnehin hoffentlich nichts zu tun.
ham/ivb/news.de