Fahrradhalterungen Zur kleinen Freiheit

Kleine Freiheit an Dach und Heck (Foto)
Glück gehabt: Opel baut an den Corsa ab Werk das Fahrradträgersystem Flex Fix. Bild: press-inform

Von news.de-Redakteur Sascha Gorhau
Wer im Urlaub radeln will, der kommt meist nicht um den Transport der Fahrräder herum. News.de sagt Ihnen, was beim Umgang mit den Trägersystemen zu beachten ist. Ein Vergleich der Geräte lohnt: Denn die Preisspanne ist enorm.

In den Urlaub soll es mit dem Auto gehen. Aber vor Ort wollen viele trotzdem nicht auf ihren Drahtesel verzichten. Da nicht alle über einen Transporter verfügen, der einfach alles an Gepäck schluckt, ist ein Fahrradträger für die meisten die Alternative. Drei unterschiedliche Aufbauten stehen zur Verfügung: Der Dachträger, der Heckklappen-Träger und ein System an der Anhängerkupplung.

Jede der unterschiedlichen Transportmöglichkeiten bietet Vor- und Nachteile. Darauf weist der ADAC hin: «Für den Dachtransport spricht hauptsächlich ein günstiger Anschaffungspreis des Systems, dagegen die mühevolle Beladung», bemerkt der Verkehrsclub. «Brauchbare Fahrradträger für den Hecktransport setzen eine Anhängerkupplung voraus oder sind häufig nur für ein Automodell passend», so die Münchener weiter.

Vorsicht vor Schäden am Fahrzeug

Da aber die meisten keinen Van fahren, sind trotzdem viele gezwungen, mit den Nachteilen der Systeme zu leben. Worauf sollte man beim Fahrradtransport achten? Das Beschädigungsrisiko am Fahrzeug sollte nicht unterschätzt werden. Nicht nur der Lack kann verkratzt werden, bei nachlässiger Befestigung können Fahrradteile auch Glasscheiben und andere Bauteile des Fahrzeugs beschädigen.

Bei Transportlösungen am Heck sollte man daran denken, dass die Sicht nach hinten deutlich eingeschränkt wird. Außerdem darf die Velohalterung nicht die Lampen des Fahrzeugs verdecken. Gegebenenfalls muss Zusatzbeleuchtung installiert werden. Dasselbe gilt für das Kennzeichen. Auch das Fahrverhalten ändert sich durch das Zusatzgewicht am Heck. Der Wagen wird allgemein hecklastiger. Die Kurvengeschwindigkeiten sollten vermindert werden und der Bremsweg wird länger.

Höherer Verbrauch beim Transport auf dem Dach

Wer sein Fahrrad auf dem Dach transportiert, wird seine Ladung ständig vor Augen haben, nämlich anhand der ständig sinkenden Tankuhr. Aufgrund des höheren Luftwiderstandes steigt der Kraftstoffverbrauch deutlich. Auch auf das Fahrverhalten wirkt sich der Zugewinn an Fahrzeughöhe aus. Vor allem auf Autobahnbrücken oder auf offener Landstraße setzen Windstöße dem Fahrzeug heftiger als gewohnt zu: Ungewohnte Nick- und Wankbewegungen sind die Folge. Drastische Folgen kann die Dachlast an Unterführungen haben: Wer nicht beachtet, dass er plötzlich 1,15 Meter an Fahrzeughöhe gewonnen hat, der wird sich postwendend an Gerd Müllers «Dann macht es bumm» erinnert fühlen. Plötzlich fehlt nämlich der Lenker oder gleich das ganze Fahrrad, wenn die Höhe der Durchfahrt zu niedrig ist.

Besonders viel Vorsicht ist bei Trägern an der Anhängerkupplung geboten: Für die ist eine fahrzeugspezifische Freigabe erforderlich. Sie ist in der Regel im Lieferumfang enthalten und während der Fahrt mitzuführen. Diese Erlaubnis allerdings gilt meist nur für Anhängerkupplungen aus Stahl. Besteht der Haken allerdings wie bei einigen aktuellen Modellen aus Aluminium, so sollte man noch vor dem Kauf den Hersteller kontaktieren, um für Klarheit zu sorgen. Wie bei allen Transportlösungen am Heck muss die Funktionalität der Beleuchtung sichergestellt sein. Zudem darf der Blick auf das Kennzeichen des Wagens nicht versperrt sein. Meist muss ein solcher Fahrradträger mit einem zusätzlichen Kennzeichen bestückt werden.

Kontrolle ist besser

Sind alle Fahrräder sicher verstaut und gesichert, so empfiehlt es sich, nach einigen Kilometern noch einmal den korrekten Sitz der Velos zu überprüfen. Auch während der Fahrtpausen sollte man ein Auge auf die wertvolle Fracht werfen. Damit man sich allerdings auf den Sicherheitsaspekt konzentrieren kann, sei auch ein sinnvoller Diebstahlschutz empfohlen. Einige Systeme bieten den serienmäßig, doch auch ohnehin vorhandene Schlösser sollten genutzt werden.

Der ADAC hat 2009 übrigens 14 verschiedene Fahrradträger getestet. Das beruhigende Ergebnis: Alle Systeme erhielten sehr gute bis befriedigende Wertungen. Ein Vergleich allerdings lohnt sich allemal, da auch die Preisspanne der verschiedenen Produkte von 19,95 bis über 500 Euro reichen kann. Das wichtigste Kriterium jedoch ist, dass das Gerät den Bedürfnissen des Käufers genügt. So kann sich der nämlich an dem erfreuen, was Sinn und Zweck der Anschaffung ist: Das Fahrrad auch im Urlaub genießen zu können.

sca/news.de

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