BMW Megacity Vehicle Alles andere als Smart

Viele hatten eine automobile Revolution erwartet. Doch das von BMW geplante Megacity Vehicle ist weit gewöhnlicher als gedacht.

Alles andere als Smart (Foto)
2013 soll die urbane Elektro-Zukunft von BMW in Serie gehen. Bild: press-inform

Im Jahre 2013 wird es soweit sein: BMW stellt dann sein neu entwickeltes Megacity Vehicle (MCV), ein Fahrzeug für die urbane Umgebung, vor. Wer eine automobile Revolution wie mit dem Smart Fortwo vor mehr als zwölf Jahren erwartet hat, sieht sich bei den ersten greifbaren Informationen zum «BMW project-i» enttäuscht. Der BMW MCV wird ein weitgehend gewöhnlicher Viersitzer mit vier Türen und einer Gesamtlänge von rund vier Metern sein.

Der Elektromotor sitzt auf der Hinterachse und der zukünftige Kunde wird die Wahl haben, ob das Fahrzeug allein über einen Elektromotor oder einen zusätzlichen Range-ExtenderReichweitenverlängerer: Aggregate in Elektroautos, die die Reichweite des Fahrzeugs erhöhen. (Quelle: wikipedia) für größere Reichweiten verfügt. Einzig innovativ scheint das Fahrzeugkonstrukt, das aus einer Bodenplatte aus Aluminium und einem Karosseriekäfig aus CFK (kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff) bestehen wird. So lassen sich Derivate besonders leicht umsetzen.

BMW Megacity Vehicle: Mission 2013

Leichtbau hat bei BMW Tradition

Seit Jahren setzt BMW auf Leichtbau und experimentiert ein Jahrzehnt mit verschiedenen Anwendungen für die Kohlefaser. Unter anderem wurden Komponenten für die Sportversionen M3 und M6, aber auch den Einsatz in der Formel-1 entwickelt. «Während die Deckschicht des Daches vom aktuellen BMW M3 zum Beispiel aus einer Faser mit 3000 Einzelfäden besteht, werden es bei dem MCV neu entwickelte Fasern sein, die aus 50.000 Einzelfäden besteht,» so Dr. Jochen Töpker.

Nachdem das Material in Form gebracht wurde, wird ein Spezialharz zugeführt, der das ganze Konstrukt zu einer hochfesten Verbindung ausformt. Die Fahrgastzelle des BMW MCV mutet abgesehen von der schwarzen Farbe im Vergleich zu einem herkömmlichen Auto kaum anders an. «Der MCV wird ein Premiumprodukt sein. Daher werden wir das CFK auch von außen zeigen,» so Peter Ratz, Projektleiter des Project-i.
Noch drei Jahre werden vergehen, ehe das Megacity Vehicle auf den Markt kommt. Ein Problem scheint dabei weniger die technische Umsetzung zu sein. Hier machen die BMW-Entwickler nach eigenen Aussagen große Fortschritte.

CFK ist teuer

Doch Produktion und Verwendung von CFK sind besonders teuer. Daher ist die Gefahr groß, dass ein High-tech-Kleinwagen wie das Megacity Vehicle zu teuer in den Markt kommt. Erinnerungen an den innovativen Audi A2 lassen sich kaum unterdrücken. Doch zur Kostenstruktur schweigt sich BMW nach wie vor aus. «Jedoch steht fest, dass wir den Wagen zu einem konkurrenzfähigen Preis anbieten müssen,» heißt es aus Unternehmenskreisen.

Das Grundkonzept des BMW MCV steht; die ersten Prototypen wurden bereits Crashtests unterzogen. Auch das endgültige Design des MCV scheint kurz vor der Vollendung zu stehen. Denkbar ist auch ein innovatives Konzept mit Schwenktüren, die gegenläufig öffnen. Bei den ersten Crashtests wurden CFK-Rahmen geprüft, die über keine B-Säule verfügten. «Die ersten Crashtests haben unsere Erwartungen in jedem Fall übertroffen,» sagt Peter Ratz und blickt auf die beiden Crash-Fahrgastzellen, die trotz normgerechter Unfälle nur leicht beschädigt wurden. Näheres wird die Zukunft zeigen. Im nächsten Jahr will BMW weitere Details zu Karosserie, Design und Innenraum zeigen.

Erfahren Sie mehr über das BMW Megacity Vehicle in unserer Bilderstrecke.

sgo/sis/reu/news.de/pi

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