Ein Berg von einem Wagen: Doch trotz Luxus und Platz im Überfluss ist die R-Klasse allenfalls in China begehrt. Dabei ist das ungeliebte Kind im Stuttgarter Portfolio eines der komplettesten Mercedes-Modelle. Jetzt überarbeiten die Schwaben das Sorgenkind.
Einen echten Flop im Mercedes-Programm muss man seit dem pseudo-familiären Vaneo mit der Lupe suchen. Allein die R-Klasse blieb seit ihrer Markteinführung vor fünf Jahren weit hinter den Erwartungen zurück. Dabei kam der Crossover im Jahre 2005 an sich zur rechten Zeit. Die Automobilwelt schrie nach einer Mischung aus Geländewagen, SUV und Edelkombi. So wurde die R-Klasse über Nacht zum Segmentbegründer; einem neuen Modell, das Platz im Überfluss, luxuriöse Ausstattungen und einen Allradantrieb bot.
Doch nicht nur in Europa, sondern auch in den USA rümpften die meisten potentiellen Kunden die Nase. In Europa waren die schickeren SUV-Geländegänger ML und GL für viele Interessenten die bessere Alternative; andere träumten sich in das geräumige T-Modell der E-Klasse. In den USA herrschte das gleiche Bild. Da der Kombi im amerikanischen Programm fehlte, kauften die Kunden aus Überzeugung Mercedes ML und GL; machten jedoch einen Bogen um die R-Klasse.
Preise ab 50.932 Euro
Die große Stärke der neuen R-Klasse ist jedoch nicht der aufgefrischte Dreiliter-Diesel. Nach wie vor sind es Platzangebot und Variabilität. So ist der R 350 CDI 4matic ebenso wie seine Brüder mit bis zu sieben Einzelsitzen ausgestattet. Besonders komfortabel ist die Stuhlkonfiguration 2+2, wobei ein üppig dimensionierter Kofferraum mit 633 Litern die Urlaubsfahrt ebenso zum Vergnügen werden lässt, wie belederte Komfortsessel vorne und hinten sowie DVD-Entertainment und eine getrennte Klimatisierung für die zweite Reihe. Das alles hat seinen Preis. Der Mercedes R 300 CDI mit kurzem Radstand kostet in Sparausstattung mindestens 50.932 Euro. Deutlich interessanter ist der R 350 CDI 4matic als Langversion ab 60.809 Euro.
Dünn ist bei allen Versionen die Basisausstattung, sodass für klassenübliche Annehmlichkeiten wie vollelektrische Ledersitze, Festplatten-Navigation, Xenonlicht, elektrische Heckklappe, Luftfederung und Einparkhilfe nochmals mindestens 10.000 Euro dazukommen. Auch nach der durchweg gelungenen Modellpflege wird es die Mercedes R-Klasse gerade in Europa weiterhin schwer haben. Die gefährlichste Konkurrenz sind nicht BMW 5er GT oder Audi Q7, sondern die hauseigene Konkurrenz von ML-Klasse und das E-Klasse T-Modell. Marktstart in Deutschland ist am 18. September.
Erfahren Sie mehr über die R-Klasse in unserer Bilderstrecke.
sgo/ham/news.de/pi