VW Golf Variant Modell-gepflegte Langeweile

Der Standard-Golf ist dank GTI-Option immerhin ein potenzieller Brandstifter. Der Kombi Variant aber bleibt stets ein Biedermann: Sehr dezent, sehr geräumig, sehr langweilig - und mit 1,6-Liter Diesel samt BlueMotion-Paket auch sehr sparsam.

VW Golf Variant BlueMotion (Foto)
Spar-Mobil mit Gähn-Faktor: Der VW Golf Variant mit Blue Motion-Technologie. Bild: pi

Ein Golf mit Kombiheck, das ist sozusagen das ultimative Vernunftauto. Schon der erste Variant auf Basis des Golf III war ein Verkaufsschlager, beim Nachfolger war es nicht anders. Dann folgte eine lange Lücke, erst Mitte 2007 kam der schon längst auf dem Markt befindliche Golf V mit Rucksack. Bei Nummer VI gab VW mehr Gas. Wie sein Schrägheck-Bruder ist auch der Variant Nummer VI eher eine umfangreich modellgepflegte Nummer V denn ein völlig neues Auto.

Optisch hat VW die Valium-Dosis etwas zurückgefahren, doch aufregend ist der 4,53 Meter lange Kombi immer noch nicht - auch wenn ihm das neue Gesicht mit schnittig geformten Scheinwerfern und dem durchgehenden schwarzen Grill gut steht. Wer einen Golf Variant auf die Shopping-Liste setzt, erwartet vor allem Nutzwert, und den bekommt man auch. Die Ladekante ist niedrig, der 505 Liter große Kofferraum ohne störende Radkästen in der gesamten Breite (1,29 Meter) nutzbar.

VW Golf Variant BlueMotion: Viel Last, wenig Lust

Es hapert an Kleinigkeiten

Kleine Einkaufstaschen finden in den Fächern rechts und links Platz, wobei aber zusätzliche Haltenetze fehlen. Das Unterboden-Staufach benutzt man eher selten, da es für viele Gegenstände einfach zu flach ist. Wenn man die Rücksitze umlegt, wird der Kombi-Golf zum Allesfresser: Auf 1,7 Metern Länge kommen bis zu 1550 Liter Gepäck unter.

Auch den Passagieren zeigt sich der Rucksack-Golf von seiner besten Seite. Reichlich Kopf- und Kniefreiheit auf allen Plätzen dürften so manche Familie dazu bringen, statt eines Passat Variant lieber den Golf zu nehmen und die Differenz fürs Häuschen oder den Urlaub zurückzulegen.

Den Durchschnittsverbrauch gibt VW mit 4,5 Litern pro 100 Kilometer an, mit BlueMotion-Technologie sind es 4,2 Liter. In der Praxis kann man mit Durchschnittswerten zwischen fünf und sechs Litern rechnen, im Stadtverkehr oder bei schneller Autobahnfahrt können es bis zu sieben Liter werden.

Gute Start-Stopp-Automatik

Die beim BlueMotion-Paket serienmäßige Start-Stopp-Automatik stellt den Motor beim Halt ab und lässt ihn beim Treten der Kupplung wieder an. Der Motor schaltet sich im Gegensatz zu Systemen anderer Hersteller nicht schon bei Schritttempo ab, sondern wirklich erst dann, wenn der Wagen ganz zum Stillstand kommt. Gerade im Stop-and-Go-Verkehr erweist sich diese Lösung als alltagstauglicher.

Der Golf Variant 1.6 TDI mit BlueMotion-Technik steht ab 23.100 Euro beim Händler. Die Golf-Basisausstattung Trendline (unter anderem ESP, Klimaanlage und Tagfahrlicht) fällt mager aus. Mit Comfortline-Ausstattung (24.650 Euro) sind unter anderem Lederlenkrad, CD-Radio, akustische Einparkhilfe hinten und Komfortsitze an Bord. Eine Klimaautomatik kostet 350 Euro extra, der Tempomat 200 Euro. Für einen Aufschlag von 2025 ist der Golf Variant 1.6 TDI auch mit Allradantrieb verfügbar, dann aber ohne BlueMotion-Paket.

Mehr Fakten zu VW´s volks-Kombi gibt´s in unserer Bilderstrecke.

sgo/news.de/pi

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