Mo., 21.05.12

Ford Focus RS 500 27.05.2010 Matt-Monster

Ford Focus RS 500 (Foto)
Hier spielt die Musik: Aus fünf Zylindern mit 2,5 Litern Hubraum zaubern die Ford-Ingenieure im RS 500 satte 350 PS. Bild: news.de

Von news.de-Redakteur Sascha Gorhau

Er kommt pechschwarz daher – und klingt genauso. Mit feurigem Fauchen macht sich der auf 500 Exemplare limitierte fliegende Rheinländer auf, die Grenzen der Physik zu verschieben. News.de konnte das Kölner Front-Schwein durch die brandenburgische Mark scheuchen.

Matt, das ist der Focus RS 500 allenfalls von außen. Er brüllt, pfeift, röchelt – doch dieser Patient ist weit davon entfernt, tot zu sein. Bereits der RS mit seinen 305 Pferdestärken ist eine beeindruckende Fahrmaschine. Im Spätherbst seiner Karriere legt der Ford Focus nun nochmal eine Schippe nach: Denn der exklusive RS 500 ist auf 500 Stück limitiert und drückt aberwitzige 350 PS an die Vorderachse. Und nur an die Vorderachse.

Schon bei der ersten Begegnung mit dem Kölner signalisiert der Wagen, wohin die Reise geht: Schon der «normale» RS ist mit greller Lackierung ab Werk kein Leisetreter, doch der RS 500 treibt es auf die Spitze mit seiner matt-schwarzen Außenhaut. Und bei der Optik spielt es auch keine Rolle, dass es sich bei dem Design nur um eine aufgeklebte Folie handelt. Denn das Werk verlässt der 500er in schwarz-metallic.

Innen konnte sich der RS 500 die Unkompliziertheit des Serien-Focus teilweise bewahren. Ob Multimedia oder Klimaanlage, schnell zu sein bedeutet nicht automatisch, dass der Pilot leiden muss. Auch das feuerrote Leder-Renngestühl verlangt vom Fahrer erstaunlich wenig Leidensfähigkeit und bietet trotz aller renntauglichen Konturen ausreichend Komfort. Dazu trägt auch bei, dass man nicht durch die im Rennsport üblichen Hosenträgergurte festgezurrt wird. Die reichlich verbauten Carbon-Einlagen und die in der Mittelkonsole eingeschlagene Seriennummer des exklusiven Sportlers im Innenraum hingegen unterstreichen die Ambitionen des Kölners.

Mehr Gänsehaut geht nicht

Ein Druck auf den Startknopf übertrifft die kühnsten Erwartungen. Mehr Sound kann man für 46.050 Euro nicht erwarten. Schon ab Standgas ist Dauer-Gänsehaut garantiert und die Seitenfenster werden zu lästigen, weil geräuschdämmenden, Spaßbremsen degradiert. Richtig unter die Haut geht das Fünfzylinder-Aggregat, wenn die Zwangsbeatmung ins Spiel kommt. Dann nämlich gesellt sich zu dem sonoren Blubbern der quer eingebauten Maschine das giftige Pfeifen des Turboladers – und schiebt die Fuhre mit einem Drehmoment von 460 Newtonmetern nach vorne, als gäbe es kein morgen mehr.

Der RS 500 ist kein kompakter Sportler, er ist ein Sportwagen mit kompakten Abmessungen. Wenn der böse Rheinländer im Rückspiegel erscheint, kann so ziemlich alles andere mit Straßenzulassung einpacken. Höchstens waschechte Vollblut-Renner aus Zuffenhausen, Maranello und Co. können – mit einem beschlagenen Fahrer am Lenkrad – da noch Paroli bieten. Der RS 500 ist kein Fliegengewicht, aber mit 1,5 Tonnen schlank genug, um noch fröhlich weiter zu beschleunigen, nachdem die Konkurrenz im Anflug auf die nächste Kurve längst den Rettungsanker geworfen hat.

Nicht zu erwarten dabei ist die Lässigkeit, mit der das Fahrwerk auch lebensverneinendste Fahrmanöver wegsteckt. Nicht auszudenken, was mit einem Allradantrieb noch alles möglich wäre. Supersport-Keulen mit 500 PS und mehr mögen über beängstigende Eckdaten verfügen, doch ob Fahrer ohne Rennsport-Erfahrung die auch auf den Asphalt bringen, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Der Focus gibt sich kontrollierbar, bleibt dabei stets neutral und spurstabil. Der Frontantrieb ist kein Nachteil und der mächtige Heckflügel presst den Hintern auch beim forschen Kurvenwechseln auf den Asphalt.

Leider schon ausverkauft

Im Anbetracht dessen, was der RS 500 zu leisten vermag, sind die geforderten 46.050 Euro ein Schnäppchen. Allerdings sollten sich Interessanten nicht zuviele Hoffnungen machen, den limitierten Sportler zu bekommen: «Von den 500 gebauten Exemplaren gehen 55 auf den deutschen Markt. Und die sind bereits alle verkauft», freut sich Wolfgang Booms, seit kurzem verantwortlich für Marketing und Vertrieb bei Ford Deutschland. Verständlich, denn mehr Renn-Ambitionen und mehr Fahrvergnügen sind für diese Summe nicht zu bekommen.

Einen kleinen Trost hat Booms allerdings noch für potenzielle Käufer parat: «Europaweit könnten noch ein paar Exemplare beim Händler stehen.» Die Interessenten müssen also schnell sein – der RS 500 ist es auf jeden Fall.

sis/ivb/news.de
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