Kein böses Erwachen
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Von news.de-Redakteur Sascha Gorhau
Artikel vom 12.05.2010
Sünde ohne Reue: zusammen auf Tour am Herrentag. Das verspricht viel Spaß, viele Freunde - und viel zu trinken. Wie auch Gruppen unterwegs sein können, ohne dass jemand seinen Führerschein riskiert, lesen Sie hier.
Ein paar Jungs, Fahrräder und viel Bier - dieses Szenario kommt an Christi Himmelfahrt wieder auf zahllose Männer aus der ganzen Republik zu. Kostenlos mitgeliefert wird das schlechte Gewissen: Denn auch Gelegenheitsradler wissen, dass auch auf dem Drahtesel ernsthafte Konsequenzen für den Führerschein drohen, wenn der Lenker einen über den Durst getrunken hat. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, mobil zu sein, ohne den Führerschein zu riskieren.
Zug, Taxi oder Spaziergang
Mit dem Zug lassen sich auch Gruppenreisen problemlos bewältigen. Öffentlicher Personennahverkehr erfreut sich vor allem bei umweltbewussten Zeitgenossen großer Beliebtheit. «Spezielle Angebote anlässlich des Herrentags gibt es allerdings nicht», bestätigt die Deutsche Bahn auf Anfrage. Ländertickets sind für Gruppen besonders interessant. Damit können bis zu fünf Personen ab morgens 9 Uhr unterwegs sein. «Teilweise sind auch Länderüberschreitungen möglich. Bei den Preisen gibt es Unterschiede - je nachdem, ob man sich den Fahrschein im Internet bestellt, am Schalter kauft oder am Automaten löst. Man sollte sich darum vorher erkundigen», rät ein Sprecher der Deutschen Bahn.
Ist der Stammtisch nicht komplett unterwegs, sondern höchstens als Quartett, dann bieten auch Taxen ein absolut legales Fortkommen am Herrentag. Doch auch hier gilt: «Sondertarife gibt es am Herrentag nicht», weiß Frederik Wilhelmsmeyer, stellvertretender Geschäftsführer des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes. «Der Taxipreis ist ein gesetzlicher Tarif, praktisch wie bei Bussen und öffentlichen Verkehrsmitteln. Also immer der gleiche», so Wilhelmsmeyer weiter.
Der Vorteil der Droschken liegt auf der Hand: die Reisenden sind flexibel und können auch spontan längere Strecken auf direktem Weg zurücklegen, ohne auf Fahrpläne und Haltestellen angewiesen zu sein. Bei längeren Strecken empfiehlt Taxi-Experte Wilhelmsmeyer, über den Preis zu verhandeln: «Bei Strecken von mehr als 35 bis 40 Kilometern sollte man einen Festpreis mit dem Fahrer vereinbaren.»
Maximal 150 Euro für 100 Kilometer zahlen
Die Faustregel ist: Pro 100 Kilometer dürfen nicht mehr als 150 Euro fällig werden.
Billiger geht es nur noch zu Fuß. Und wenn die Vatertags-Rotte zum Wandern geht, freut sich auch Mutter Natur - denn umweltfreundlicher kann man sich nicht fortbewegen. Natürlich nur, wenn man keine Spur der Verwüstung hinterlässt. Deshalb empfehlen Wanderexperten, immer einen Müllbeutel mitzuführen, damit Flora und Fauna nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Beliebt und bewährt zum Transport von allerlei Gruppengütern ist der gute alte Bollerwagen. Da findet bestimmt auch ein Müllbeutel Platz.
Einen Haken hat die Tour per pedes allerdings doch: Man darf zwar soviel trinken, wie man will - auffällig werden sollte man im Straßenverkehr indes nicht. «Liegt eine Person beispielsweise bewegungsunfähig im Straßengraben, oder verursacht einen Verkehrsunfall durch unpassendes Verhalten im Straßenverkehr, dann kann das Konsequenzen für die Fahrerlaubnis haben», mahnt Birgit Höhn von der Polizeidirektion Leipzig. Eine kontrollierte Eskalation ist also möglich. Aber soweit muss es ja nicht kommen. Das zahlt sich spätestens aus, wenn die müden Herren abends nach Hause kommen. Frau oder Freundin freuen sich bestimmt.
ivb/news.de
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