Nach dem Unfall Die Mietwagenfalle

Draufgezahlt: Mietwagen nach dem Unfall (Foto)
Wer nach einem Unfall kein Auto mehr hat, sollte sich gut überlegen, ob ein Mietwagen tatsächlich nötig ist. Bild: pi

Auch wenn das eigene Auto nur noch Schrottwert hat: Wer beruflich viel unterwegs ist, will nach einem Unfall schnell wieder mobil sein. Doch wer beim erstbesten Mietwagen zugreift, bleibt unter Umständen auf den Kosten sitzen.

Bei einem Totalschaden am eigenen PKW steht den Betroffenen ein Mietwagen zu. Doch die Versicherung kann dem landläufigen Glauben schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Und dann zahlen Unfallopfer drauf.

«Das oberste Gebot vor der Unterschrift unter einen Mietvertrag heißt: Informieren Sie sich über die Angebote mehrerer Autovermieter und wählen Sie das preisgünstigste aus», legt der Verkehrsrechtsexperte Michael Winter jedem Mietwageninteressenten ans Herz. Die Frage nach Normal- oder Pauschaltarifen sollte dabei grundlegend sein. Gegnerische Versicherungen ersetzten üblicherweise keinen erhöhten Tarif.

Mit dem Mietwagenunternehmen sollte schriftlich vereinbart werden, dass «Ihnen keine zusätzlichen Kosten entstehen, sondern der Vermieter sich mit dem Betrag begnügt, den die gegnerische Haftpflichtversicherung im Falle ihrer Eintrittspflicht bezahlt», empfiehlt der Rechtsanwalt. Denn werde wegen der Mietwagenkosten ein Gerichtsverfahren geführt, trage schlussendlich der Vermieter das Risiko.

Anderseits sollte aber auch die Frage im Raum stehen, ob ein Mietwagen tatsächlich nötig ist. Wer täglich nur wenige Kilometer zurücklegt, kann auf öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis umsteigen. Die sind auf sehr kurzen Strecken deutlich preiswerter.

Vor Gericht kann das entscheidend sein. Nämlich dann, wenn sich die gegnerische Versicherung weigert, die Kosten zu übernehmen. Ist der Nahverkehr oder eine andere Fahrmöglichkeit billiger, haben Betroffene keinen Anspruch auf einen Mietwagen. 

Als Besonderheit gilt: «Wenn man sein Ersatzfahrzeug weniger als 1000 Kilometer nutzt, darf üblicherweise kein Abzug für Eigenersparnis vorgenommen werden. Sicherheitshalber vereinbaren Sie mit dem Mietwagenunternehmen jedoch, dass man Ihnen zum Preis eines klassenniedrigeren Fahrzeugs ein klassengleiches überlässt», ekrlärt Winter. Sei dies nicht möglich, solle sicherheitshalber ein Fahrzeug gewählt werden, das klassenmäßig unter dem eigenen angesiedelt ist.

«Ein Ersatzfahrzeug steht einem vom Unfallzeitpunkt an bis zur Reparatur beziehungsweise bei einem Totalschaden vom Unfallereignis bis zur Kenntnis eines Sachverständigengutachtens und sodann zusätzlich für die darin genannte Zeit der Wiederbeschaffung zu», erklärt Winter eine weitere Spielregel und stellt klar: «Benötigen Sie kein Ersatzfahrzeug, steht Ihnen im Falle eines unverschuldeten Unfalls eine Nutzungsausfallentschädigung zu.»

Auf den guten Willen der gegnerischen Versicherung sollten sich Betroffene aber nicht verlassen. In diesem Fall ist es immer ratsam, einen Anwalt zu beauftragen. Dieses Recht hat jedes Unfallopfer.

ham/kab/reu/news.de/ddp

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Pazifiko
  • Kommentar 1
  • 12.12.2012 20:42

In einer Schmarotzerrepublik investiert ein Arbeitnehmer viel Geld in ein Auto aus heimischer Produktion um damit zur Arbeit zu fahren zwecks Einkommen für seine Familie und sich sowie nebenbei auch den Staat (Steuerabgaben), und um nach einem Unfall mit Totalschaden auf dem Arbeitsweg keine Steuererleichterung zur Abmilderung noch bestehender Restfinanzierung zu bekommen, während Bezieher von staatlichen Fürsorgemitteln Prämien im Rahmen eines Konsumpaketes zur Förderung der nationalen Wirtschaft erhalten, mit der sie sich letztlich doch nur billige Vehikel aus Niedriglohnländern finanzieren!

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