Mercedes T-Modell Immer schön gediegen

Mercedes E-Klasse T-Modell (Foto)
Seit Ende der 1970er Jahre gilt er als Nobellaster der Oberklasse. Bild: press-inform

Ein typischer Vertreter aus dem Hause Mercedes: Luxus, Fahrkomfort und Sicherheit stehen ganz oben auf der Prioritätenliste. Die Stuttgarter gehen jedoch leichtfertig mit ihrem Image um und haben dem T-Modell einen wenig standesgemäßen Vierzylindermotor und eine Handschaltung verpasst.

In dieser Klasse ist man standesgemäß mit einem Sechszylinder unterwegs. Gerade bei der Konkurrenz aus München und Ingolstadt entscheiden sich die meisten Kunden für mehr als 200 PS, sechs Brennkammern und das obligatorische Automatikgetriebe. Bei Mercedes sieht das ganze etwas anders aus. Viele Kunden entscheiden sich seit der Vorgeneration W 211 für den 2,2 Liter kleinen Vierzylinderdiesel mit Commonrail-Aufladung.

Optisch ist das aktuelle T-Modell ein typischer Mercedes-Kombi. Nichts regt einen auf, kaum etwas sticht sonderlich ins Auge. Unauffällig wie ein VW Golf IV fügt sich der Mercedes-Kombi seit der Vorstellung seiner ersten Generation im Jahre 1977 in den Straßenverkehr ein. Das T-Modell trug seither noch nie auf oder blies die Backen auf. Nicht wenige Kunden, die sich eigentlich eine Mercedes S-Klasse kaufen würden, jedoch mehr Laderaum benötigten, landeten in den Generationen W 123, W 124, W 210 und W 211 beim sehenswert zurückhaltenden Kombi.

Mercedes T-Modell
Ein typischer Mercedes
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Doch seitdem auch bei den Schwaben die Garde der Edel-SUV Einzug gehalten hat, tun sich die Mercedes-Laster bei den finanzstarken Kunden schwerer. Schließlich sind Modelle wie R-, GL- und besonders die ML-Klasse deutlich schicker und individueller als ein gewöhnliches T-Modell. Die Crossover-Fraktion greift insbesondere die Kunden ab, die beim Kombi eine teure, entsprechend hoch motorisierte Version mit Sechs- oder Achtzylinder kaufen würden.

Schwache Serienausstattung

Wohl der wichtigste Grund dafür, wieso gerade der kleine Vierzylinder-Diesel des Mercedes E 220 CDI T in den letzten Jahren so beliebt geworden ist. Wer sich besonders wenig gönnen möchte, gibt sich nicht nur mit dem 170 PS starken Diesel, sondern auch einer manuellen Handschaltung zufrieden. Die passt trotz ordentlicher Abstufung nicht zum Reisecharakter einer Mercedes E-Klasse. Zudem gibt es noch nicht einmal die erwartete Start-Stopp-Automatik, die den Verbrauch weiter senkt. Diese kommt erst im nächsten Jahr.

Daher sollte man sich das Automatik-Kreuzchen in der Optionsliste in keinem Fall sparen, auch wenn beim Vierzylinder nur die betagte Fünfgang-Schaltautomatik angeboten wird. Dabei geht es jedoch ausschließlich um einen standesgemäßen Komfortgewinn. Denn gerade mit dem manuellen Sechsgang-Getriebe geht der 4,90 Meter lange Mercedes E 220 CDI T trotz überschaubarer Leistung kraftvoll vom Start weg los. Ab 1400 Umdrehungen pro Minute steht das maximale Drehmoment von 400 Newtonmeter zur Verfügung. Das Motorengeräusch ist sehr präsent und in dieser Klasse eher nervig. Die vier Brennkammern kann der Schwabe weder im kalten noch im warmen Zustand überspielen. Er hat zumindest im leeren Beladungszustand ausreichend Kraft, bietet jedoch nie die Laufruhe, die man von einer luxuriösen E-Klasse erwarten darf.

Wenn es etwas auszusetzen gibt, sind es der wenig standesgemäße Motor, die deplatzierte Handschaltung und die schwache Serienausstattung. Denn in einem bleibt sich das Stuttgarter T-Modell ebenfalls seit 1977 treu - in der endlos langen Aufpreisliste. Wer den Edelkombi mit Getriebeautomatik, elektrischen Ledersitzen, Xenonlicht, Mehrzonen-Klimatisierung, Navigation und weiteren üblichen Annehmlichkeiten ausstaffieren will, drückt den bereits stattlichen Einstiegspreis von 45.339 Euro weit Richtung 60.000er-Marke. Zudem sollte sich der Kunde lange überlegen, ob es nicht zumindest der E 250 CDI T mit 204 PS oder besser gleich der E 300 CDI T sein soll. Der größere Sechszylinder macht den Kombi erst zum idealen Reisebegleiter, kostet aber mit Siebenstufenautomatik gleich knapp 7000 Euro mehr.

tin/sgo/news.de/pi

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