Kia Sorento 2.2 Solide statt billig

Kia Sorento (Foto)
Das Testfahrzeug kostete stattliche 41.225 Euro.   Bild: press-inform

Einfache Bedienung, viele Helferlein, Einparkhilfe, viel Platz im Kofferrraum und gute Fahreigenschaften. Der Kia Sorento ist ein unkompliziert wirkendes Auto, das wenig aufregend aber grundsolide ist.

Es ist ein Abschied von den Wurzeln: Der Kia Sorento der zweiten Generation sitzt nicht mehr auf einem Leiterrahmen, wie er bei «echten» Offroadern die Regel ist, sondern kommt nun mit einer selbsttragenden Karosserie. Das rückt ihn technisch dahin, wo er eigentlich auch hin gehört: zu den SUV, die sich als geräumige Alltagsautos vor allem auf den Straßen und höchstens einmal auf den Feld- oder Kieswegen dieser Welt bewegen - aber kaum offroad durch Wasserlöcher oder über Wüstenpisten.

Und das sorgt trotz nach wie vor imposanter Dimensionen für ein geringeres Gewicht - sprich: für einen akzeptablen Verbrauch. Mit 6,6 Litern steht der Sorento beim 2,2-Liter-Diesel und Allradantrieb in den Papieren. Sein 27 PS schwächerer Vorgänger war schon offiziell nicht unter 7,9 Litern zu fahren. Sparsam ist der 4,69 Meter lange und als Allradler immerhin mindestens 1,8 Tonnen schwere Sorento beim Verbrauch - ansonsten bringt er so ziemlich alles mit, was ein SUV der gehobenen Mittelklasse, der sich unter anderem mit dem Mazda CX-7 oder dem Peugeot 4007 messen will, heute haben muss. Ein solide verarbeitetes, wertiges Interieur zum Beispiel. Und viel Platz.

Kia Sorento 2.2
Zweckdienliches SUV
Zweckdienliches SUV (Foto) Zur Fotostrecke

Optionale Rückfahr-Kamera

Die straffen Sitze geben einen guten Seitenhalt und lassen sich auch hinten in der Neigung verstellen. Kaum nachvollziehbar in dieser Klasse: Der Beifahrersitz ist nicht in der Höhe veränderbar. Der Weg zu den Sitzen ist ohne Verrenkungen möglich: Die Türen öffnen weit und trotz der hohen Schweller muss man nicht wirklich klettern. Nervig sind die Schweller allerdings beim Aussteigen: Leicht streift man sie mit dem Hosenbein und nimmt so etwas mit vom Dreck der Straße.

Der «Hillholder» erleichtert das Anfahren am Berg, die Blinkautomatik sorgt für mehr Sicherheit beim Ausscheren: einmal kurz tippen = dreimal blinken. Umso erstaunlicher: Ein Navi gibt es nicht einmal in der Aufpreisliste, sondern nur im Zubehörhandel. Wer tanken will, der muss den Deckel zum Tankstutzen erst einmal über einen Hebel vorne öffnen: Der Deckel ist nicht in die Zentralverriegelung integriert. Ärgerlicher aber ist die Grundeinstellung der Zentralverriegelung: Mit dem Schlüssel im Zündschloss sind alle Türen bis auf die des Fahrers verriegelt. Wer mal eben aussteigen und etwas aus dem Kofferraum holen will, der steht vor einer verriegelten Heckklappe.

Um beim rückwärts Einparken ohne Blessuren davon zu kommen, hat Kia dem Sorento nicht nur die üblichen piepsenden Sensoren mitgegeben, sondern als Option auch eine Rückfahr-Kamera. Deren Display zeigt den Raum hinter dem Fahrzeug nicht auf der Mittelkonsole sondern praktischerweise im Innenspiegel. Trotz seiner Größe lässt sich der Sorento im Alltag sehr handlich fahren - was nicht zuletzt auch an dem relativ engen Wendekreis liegt.

Preisgünstig, aber kein Schnäppchen

Schon mit zwei Sitzreihen bietet der Sorento viel Platz für Gepäck: 528 Liter sind es mindestens - bis zur Fensterkante. Unter dem hochklappbaren Filzboden verbergen sich davon gut 100 Liter Stauraum, praktisch vor allem für kleinere Gegenstände, die sonst bei jeder Kurve durch den Kofferraum schlittern würden. Wer die zweite Sitzreihe wegklappt, kommt auf bis zu 1582 Liter. Damit sich der üppige Laderaum auch gut nutzen lässt, ist der Sorento für eine ordentliche Zuladung von 610 Kilogramm zugelassen.

Der Federungskomfort, den die Entwicklungsabteilung in Deutschland dem Sorento zugesteht, ist straff, aber durchaus noch komfortabel. Die meisten Fahrbahnwellen und Unebenheiten schluckt der Sorento gut weg - ab und an allerdings poltert die Hinterachse schon mal unwillig. Ein Vorteil der straffen Abstimmung: Die Karosserieneigung beim Anfahren und in den Kurven hält sich für einen SUV diesen Kalibers in angenehmen Grenzen. Unter der Fronthaube arbeitet ein überarbeiteter 2,2-Liter-Common-Rail-Diesel - kultiviert, aber jederzeit deutlich vernehmbar. Mit seinen 197 PS bringt er den nicht gerade leichten Sorento durchaus akzeptabel in die Puschen. Weder beim Überholen noch an Steigungen ist ein Schwächeln zu bemerken.

In der zweiten Generation ist der Kia Sorento günstig - aber sicher kein Schnäppchen mehr. Die Preisliste fängt für den Fronttriebler mit 2,4-Liter-Benziner bei 28.505 Euro an. Der empfehlenswerte 2,2-Liter-Diesel markiert das andere Ende der Skala. Für ihn sind - mit Handschaltung - mindestens 32.280 Euro fällig. Damit liegt Kia mittlerweile in ähnlichen Regionen wie Peugeot mit dem rund 2000 Euro teureren 4007 - oder dem Santa Fe der Kia-Mutter Hyundai, der ab 34.640 Euro mit dem gleichen Dieselmotor unterwegs ist.

Erfahren Sie mehr über den Kia Sorento in unserer Bilderstrecke. 

tin/kab/cvd/ivb/news.de/pi

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