Von news.de-Redakteur Sascha Gorhau
Der Corsa ist eines der meistverkauften Opel-Modelle überhaupt. Klein und günstig, gehört er zum Straßenbild wie Ampeln. Frühe Exemplare sind allerdings eine windige Angelegenheit. Ein Modell aus dem aktuellen Jahrtausend sollte es auf jeden Fall sein.
Der 2006 verstorbene Politikprofessor Christian Fenner hat in einem Interview einmal eine interessante Aussage über den Corsa von Opel getroffen: Er attestierte dem kleinen Rüsselsheimer sinngemäß, dass er vielmehr sei als ein klappriger Kleinwagen. Wegen des kompakten Blechs sei schon mehr als ein Arbeitnehmerkampf geführt worden: Denn der Rüsselsheimer in seiner Glanzrolle als Zweitwagen für die Frau symbolisiere sozialen Aufstieg und die Zugehörigkeit zum hart umkämpften Mittelstand.
So sind die typischen Jagdreviere des Corsa auch die Schlacht am Parkplatz vor dem Einkaufscenter und der Weg zur Schule. Als Hausfrauenfahrzeug - gerne reich verziert mit Kuscheltieren auf der Heckablage - oder als Wagen für Führerscheinneulinge - noch reicher verziert mit Aufklebern am Heck - ist der Hesse prädestiniert. Die Kunden griffen beherzt zu. Der Preis für einen neuen Corsa war schon immer erschwinglich.
Großes Angebot
Wenn nach einem gebrauchten Kleinwagen gesucht wird, kommt deshalb der Opel meist in die engere Auswahl. Denn neben Modellen wie einem Polo von Volkswagen oder einem Ford Fiesta gehört er zu den beliebtesten und bekanntesten kleinen Autos in Deutschland.
Bei der Suche nach einem Corsa kann es allerdings ratsam sein, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Denn die Pannenstatistik des ADAC macht klar, dass jüngere Fahrzeuge meist mit deutlich weniger Macken und Mängeln zu kämpfen haben.
Neuer bedeutet aber nicht perfekt. Mit der ab dem Jahr 2000 angebotenen dritten Corsa-Generation habe sich das Mängelspektrum deutlich reduziert. Über einen guten Mittelplatz in der Pannenstatistik sei der kleine Opel aber nicht hinausgekommen. Bei Hauptuntersuchungen werden demnach vor allem die Antriebswellen und die Vorderachsaufhängung bemängelt. Weitere Mängel in der Liste des ADAC sind je nach Baujahr unter anderem Defekte an Kraftstoff- oder Einspritzpumpen, Ausfälle der Instrumentenbeleuchtung und blockierende beziehungsweise gelöste Schaltgestänge.
A, B oder C?
Der erste Opel-Kleinwagen mit Bezeichnung Corsa erschien bereits 1982. Dieser Corsa A blieb mit der einen oder anderen Überarbeitung bis 1993 auf dem Markt. Danach folgte dann der Corsa B, der wie viele andere Opel-Modelle der 90er Jahre auch für Verarbeitungsmängel stand. Mit dem Corsa C wurde ab 2000 wieder alles besser. Die neueste Corsa-Generation löste diese Modell im Jahr 2006 ab.
Die vielen Modellgenerationen und Baujahre führen auch dazu, dass es Gebrauchte mit zahlreichen unterschiedlichen Motorisierungen gibt. Bei den Benzinern reicht die Spanne von 45 bis 125 PS. In besonders sportlichen Modellen toben sich sogar 192 PS aus. Diesel gibt es mit 60 PS ebenso wie mit 125 PS.
Die Basis-Motorisierungen bewältigen den Stadtverkehr – mehr nicht. So ist bei allen Modellreihen die Suche nach einem PS-stärkeren Modell absolut empfehlenswert. Der Verbrauch liegt in der Regel nur marginal höher, die Fahrleistungen indes lassen dann auch einmal einen Einsatz überland oder auf der Autobahn ohne Angstschweiß beim Überholen zu. Zur Spar-Schachtel wird der Rüsselsheimer mit den exzellenten Diesel-Aggregaten. Aber Vorsicht: Ohne Partikelfilter gibt`s keine grüne Plakette und der Eintritt in viele Großstädte bleibt einem verwehrt.
Ein Corsa City der zweiten Generation aus dem Baujahr 1998 kostet laut Schwacke-Liste etwa 1550 Euro. Ein Corsa 1.2 16V Sport der dritten Generation von 2003 steht mit 5000 Euro in der Liste. Ein Dieselmodell Corsa 1.3 CDTI DPF samt Navi der jüngsten Ausführung aus dem Jahr 2008 sollte für 10.300 Euro zu bekommen sein.
sgo/reu/ivb/news.de/dpa