So., 12.02.12

GM EN-V Das Ei aus der Zukunft

Artikel vom 25.03.2010

Sieht so das Auto der Zukunft aus? Wenn es nach GM geht, fahren im Jahr 2030 eierförmige Zweisitz-Vehikel umher und bieten Umweltproblemen und Platznot die Stirn. Das elektrobetriebene EN-V fährt vollautomatisch und ist komplett vernetzt.

«Flucht ins 23. Jahrhundert» ist ein Klassiker des Science-Fiction-Filmgenres. Die Menschen leben in einer perfekt durchregulierten Gesellschaft in großen Biosphären-Kuppeln. Wer von A nach B will, steigt nicht etwa ins Auto oder den Bus: Er lässt sich in einem zweisitzigen Mini-Fahrzeug nieder, das einzeln oder im Verbund mit anderen durch endlose Röhren geschickt wird. Die Mini-Shuttles fahren vollautomatisch. Keine sinnlose Umweltverschmutzung, keine Verschwendung von Transportkapazitäten, die perfekte Form der Fortbewegung.

An diesen Film wird man erinnert, wenn man die neuen Mobilitätsideen von General Motors betrachtet. Der GM EN-V, der auf der World Expo 2010 in Shanghai präsentiert wird, ist eine chinesisch-amerikanische Vision für das Jahr 2030 und hat mit einem Automobil nur noch wenig zu tun. EN-V steht für Electric Networked-Vehicle. Das drollige Gefährt hat zwei Räder und zwei Sitzplätze, es fährt mit Elektromotoren und vollautomatisch. Inspiriert wurde der Einachser vom Konzeptfahrzeug P.U.M.A, das GM zusammen mit Segway entwickelte und im April 2009 präsentierte. Wie beim Segway wird der EV-N während der Fahrt dynamisch stabilisiert.

Vollautomatisch und voll vernetzt

Der Clou des EN-V ist die intelligente Vernetzung. Per GPS-Verbindung wird das Elektro-Ei durch den Verkehr gelotst und kann auch mit anderen Fahrzeugen kommunizieren. Kameras und Sensoren haben die komplette Umgebung immer im Blick: Wenn ein Fußgänger vor das Auto läuft, bremst das EN-V sofort. Die Passagiere haben rund um die Uhr Internetverbindung und können während der Fahrt zur Arbeit gleich eine Videokonferenz abhalten. Mit einem Handheld lässt sich das EN-V auch von außen automatisch einparken.

«Die Studie EN-V stellt einen großen Durchbruch in der Forschung zum autonom fahrenden Auto dar», sagt GMs Forschungschef Alan Taub. Einige Bausteine wie Abstandtempomat, Spurwechselwarner oder Totwinkelassistent würden schon heute in Automobilen des Konzerns eingesetzt. Der Antrieb des EN-V wird zur Nebensache: ein 9 kW starker Elektroantrieb mit Lithium-Ionen-Akkus, die nur ein Fünftel des Batteriepakets eines Chevrolet Volt einnehmen, dürfte im Jahr 2030 schließlich kaum noch etwas Besonderes sein.

Zur Präsentation hat GM sein Überraschungsei in drei unterschiedliche Hüllen gesteckt, die von unterschiedlichen Sparten des Unternehmens designt wurden: Der Xiao (Lachen) entstand bei der GM-Tochter Holden in Australien, der Jiago (Stolz) wurde in Europa entworfen und der Miao (Magie) erhielt seine schmucke Eierschale in Kalifornien.

Auch andere Hersteller forschen am Auto der Zukunft

GM entwickelt den EN-V zusammen mit seinem chinesischen Partner Shanghai Automotive Industry Corp. Group (SAIC). Denn in China gibt es die Zwangsehe für Autobauer: Jeder, der im Reich der Mitte produzieren will, muss ein einheimisches Partnerunternehmen haben.

Andere Hersteller haben in der Vergangenheit ebenfalls Mini-Studien präsentiert, die mit umweltfreundlichem Antrieb und winzigen Abmessungen den Problemen der Mega-Metropolen begegnen sollen. Nissan zum Beispiel hat mit dem Pivo II eine ähnliche Mobilitätsvision. Das knuddelige Manga-Auto fährt zwar noch auf vier Rädern, diese jedoch sind in alle Richtungen frei drehbar: der Pivo ist so wendig wie ein Bürostuhl auf Rollen. Ein menschelnder Roboter auf dem Armaturenbrett übernimmt die Navigation und hilft bei der Parkplatzsuche. Im Moment, so heißt es bei GM, werde in den chinesischen Mega-Citys noch 30 Prozent des gesamten Treibstoffvorrats darauf verschwendet, einen Parkplatz zu suchen.

Erfahren Sie mehr über den EN-V in unserer Bilderstrecke.

tin/kab/reu/news.de/pi
Zum Thema Thema verfolgen » Newsletter abonnieren Artikel kommentierenArtikel kommentieren
Durchgangsstadium in die Zukunft (Foto)
Antriebe 2020 Auf in die Zukunft

Die kommenden zehn Jahre wird die Optimierung des Verbrennungsmotors bestimmen. Hybridfahrzeuge werden zunehmen. Elektrofahrzeuge mehr ...

Kirmes für die Kleinen (Foto)
Delhi Motor Show Autos für ein Prozent der Inder

Indiens Automarkt wächst, viele steigen vom Mofa aufs Auto um. Deshalb sind City-Flitzer die Stars der Delhi Motor mehr ...

Fiat 500 (Foto)
Fiat 500 Die Retro-Kugel wird elektrisch

Das kleine Kultmodell aus Italien soll jetzt auch Amerika erobern: ab 2012 auf Wunsch auch rein mehr ...

GM EN-V: Das Ei aus der Zukunft » Auto » Nachrichten

URL : http://www.news.de/auto/855049857/das-ei-aus-der-zukunft/1/
Schlagworte:
Abmessungen, Alan Arkin, Alan Ball, Alan Campbell, Alan Dsagojew, Alan Greenspan, Alan Rickman, Amanda Holden, Antrieb, April, Arbeit, Armaturenbrett, Australien, Auto, Autobauer, Automatisch, Automobil, Automotive, Bausteine, Beginn, Beispiel, Besonderes, Betrachtet, Bieten, Blick, Bremse, Bremst, Bürostuhl, Bus, Chevrolet, China, Christ Alan, Clou, Corp, Durchbruch, EI, Eierschale, Einnehmen, Einparken, Einwohner, Electric, Elektroantrieb, Elektromotoren, EN-V, Entstand, Entwickelt, Entworfen, Erinnert, Europa, Expo, Fahrt, Fahrzeug, Fahrzeugen, Film, Films, Flucht, Form, Forschung, Fortbewegung, Fünftel, Fußgänger, Gefährt, General, Geschickt, Gesellschaft, GM, GM-Tochter, Group, Handheld, Helge Reich, Hersteller, Holden, Hüllen, II, Inder, Indien, Industry, Inspiriert, Intelligente, Internetverbindung, Jahr, Jahrhundert, Kalifornien, Kameras, Kilo, Kilometer, Klassiker, Komplett, Komplette, Konzeptfahrzeug, Konzerns, Kosten, KW, Lachen, Läuft, Leben, Lenkrad, Lithium-Ionen-Akkus, Lösung, Magie, Marta Australien, Menschen, Meter, Mia Electric, Million, Mitte, Mobilität, Moment, Motors, Nano, Nase, Navigation, Nebensache, Nikolaus II, Nissan, Nord Bremst, Parkplatz, Parkplatzsuche, Partner, Partnerunternehmen, Passagiere, Perfekte, Piëchs, Platz, Präsentation, Präsentiert, Problemen, Prozent, Räder, Rädern, Richtungen, Roboter, Röhren, Rollen, SAIC, Schluss, Science-Fiction, Segway, Sensoren, Shanghai, Sitzplätze, Sparten, Stadt, Städte, Städten, Stellt, Steve Reich, Stolz, Studie, Tata, Überraschungsei, Uhr, Umgebung, Umweltverschmutzung, Unternehmens, Verbund, Vergangenheit, Verkehr, Vernetzung, Verschwendung, Videokonferenz, Vision, Volt, Wayne World, Welt, Wilhelm II, World Andy, World Coldplay, World Culture, World Diamond, World Games, World Grand, World Marathon, World Serge, World Travel, World Triathlon, Wunder, Xiao, Zukunft, Zukunftsvision, Zwangsehe,
Leserkommentare (1)
  • Kommentar: 1
  • 31.03.2010 12:52
von
Christian Kraus

Wenn ich schon lese:In den Chinesischen Megastädten wird lt. Studie in etwa 1/3 (!) des gesammten Treibstoffes "verfahren" um nur einen Parkplatz zu finden...Somit ist es doch nur logisch, daß sofort(!) ausreichend Parkraum geschaffen wird um den ständig steigenden Verkehrsfluß gerecht zu werden.Außerdem ist es volkswirtschaftlich gesehen ein Wahnsinn, wenn Energie und Zeit vergeudet werden- für eigentlich einfache Lösungen! Dies gilt ebenso auch für alle anderen Großstädte dieser Welt. Die Städtplanung liegt sowieso im argen: Parkmöglichkeiten stehen schon aus Renditegründen immer hinten an..

jetzt antwortenKommentar melden
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
Ihr Name
Ihre Emailadresse
noch 600 Zeichen übrig
Ihr Kommentar
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'
Zum Thema
Anzeige
Meistgelesene Artikel
Partnerangebot
Gebrauchtwagenbörse
Fotostrecken Videos
zurück
vor
Anzeige
drucken
Bookmarken
Bookmarken
RSS-Newsfeed
Newsletter abonnieren
Newsletter abonnieren