Mo., 21.05.12

Nissan Qashqai 22.03.2010 Der Golf-Wegfeger

Nissan Qashqai (Foto)
Never change a winning team: Die Modifikatinen am Top-Seller Nissan Qashqai halten sich in Grenzen. Bild: press-inform

Neue Besen kehren gut: Der Qashqai wurde für Nissan auf Anhieb zum Erfolgsmodell. Jetzt kommt das erste Facelift – und soll den Crossover für den großen Angriff wappnen: Als nächster Feind soll niemand geringeres als der Gigant Golf attackiert werden.

So richtig weiß man bei Nissan offensichtlich selber nicht, warum der Qashqai nun ein Facelift brauchte. Seit dem Debüt des Crossover im März 2007 haben die Japaner, die den Wagen in ihrem britischen Werk Sunderland produzieren, den Qashqai europaweit 542.250 Mal verkauft - Stand Januar 2010. Dazu kommen noch Märkte wie China und Japan. «Wir hätten uns also zurücklehnen, alles beim Alten lassen und einen Verkaufsrekord nach dem anderen genießen können», sagt Nissans Vizepräsident Simon Thomas.

Entsprechend zurückhaltend ist das Facelift denn auch ausgefallen. Es soll Nissan vor allem mehr Kunden aus einem neuen Segment bringen. Die Marketingabteilungen der Hersteller haben es nüchtern C-Segment getauft, besser bekannt ist es als «Golf-Klasse».

Segmentsuche beendet

War der Qashqai anfangs noch eher als eine Art Wanderer zwischen den Welten von SUV und Kompaktautos gedacht, als Crossover, so hat man mittlerweile einen deutlich größeren Kundenkreis im Sinn. Die Eroberungsquote der Qashqai, der seinen Namen einem Stamm von Wüstenkriegern verdankt, liegt in Europa bei über 70 Prozent. Das heißt: Etwa drei von vier Käufern hatten zuvor ein Auto anderer Marke in der Garage stehen.

Auch wer sich den Qashqai genauer ansieht, der wird schnell feststellen: Der vermeintliche SUV konkurriert in der Tat eigentlich eher mit dem Golf Plus als zum Beispiel mit den Tiguan oder dem Ford Kuga. Schon von seiner Länge her passt der Qashqai mit 4,33 Metern eher zwischen Golf (4,20 Meter) und Astra (4,42 Meter). Auch von der Höhe her passt er mit 1,62 Metern eher zum gleich hohen Golf Plus. Selbst die Breite passt mit 1,78 Metern (Golf Plus: 1,76 Meter). Dafür bietet der fünfsitzige Qashqai mit 410 bis 1513 Litern mehr nutzbaren Laderaum als der Wolfsburger mit 395 bis maximal 1450 Liter. Die Modifikationen am neuen Qashqai beschränken sich vor allem aufs Optische, auf verbesserte Materialien und mehr Komfort.

Bessere Verarbeitung, niedrigere Preise

Die Materialien im Innenraum machen einen hochwertigen Eindruck, ein paar Staufächer sind dazu gekommen - das war es auch fast schon. Für größere Fahrer hätte Nissan die Verstellmöglichkeit der Vordersitze noch um ein, zwei Stufen erweitern können - ansonsten kann man sich über die Sitze wirklich nicht beschweren: straff, bequem, mit ordentlichem Seitenhalt.

Der Qashqai ist auch nach dem Facelift (schon wegen seines relativ hohen Schwerpunktes) nicht zum Sportauto mutiert - aber er lässt sich nun doch agiler fahren als sein Vorgänger. Die Lenkung ist etwas direkter und präziser geworden, das Fahrwerk etwas dynamischer. Es ist schwer, ihn in Kurven mal zur Bockigkeit zu treiben - entweder lässt die Automatik solche Ambitionen gar nicht erst zu oder das ESP greift frühzeitig genug ein.

Die Federung ist straff, ohne unkomfortabel zu werden, Unebenheiten auf der Fahrbahn werden zuverlässig ausgefiltert. Für den Alltag reicht sicher die Version mit Frontantrieb. Wer auch bei Schnee oder im leichten Gelände immer gut dabei sein will, der sollte sich für den zuschaltbaren Allradantrieb entscheiden.

Der Einstieg in die Qashqai-Klasse ist nach dem Facelift preiswerter als vorher: Nissan hat die Preise im Schnitt um 1,55 Prozent gesenkt. Die Basisversion mit 1,6-Liter-Benziner und Frontantrieb ist bereits ab 19.490 Euro zu haben und schon ganz ordentlich ausgestattet - selbst ein Tempomat gehört zum Serienumfang. Der Diesel mit 2.0 Liter-Motor und Allradantrieb schlägt mit 27.690 Euro ins Konto. Ein vergleichbar motorisierter VW Golf Plus ist zwar rund 1500 Euro preiswerter - hat aber Allradantrieb nicht einmal als Option. Und ist deutlich ärmlicher ausgestattet.

Mehr Details zu Nissans Crossover? Klicken Sie doch in unsere Bildstrecke.

sgo/news.de/pi
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