Schwarze Schlidder-Schlappen
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Von news.de-Redakteur Sascha Gorhau
Artikel vom 19.03.2010
Günstige Qualität aus China? ADAC und Stiftung Warentest haben Sommerreifen dem Test bei Nässe unterzogen. Das Erbebnis: Billigreifen sind ein Sicherheitsrisiko. Markenprodukte sind den vermeintlichen Schnäppchen in allen Belangen überlegen.
Wer billig kauft, kauft zweimal. Was aber, wenn man nicht mehr dazu kommt, noch einmal zu kaufen? Denn billige Sommerreifen stellen eine echte Gefahr dar. Sie können «lebensgefährlich» sein, so der ADAC in der März-Ausgabe seines Magazins Motorwelt. Der Automobilclub hat in Kooperation mit der Stiftung Warentest 36 Reifen in zwei gängigen Dimensionen getestet. Das Urteil fällt vernichtend für billige Reifen aus Fernost aus: Sowohl bei Pneus mit 185, als auch mit 225 Millimetern Breite belegten die asiatischen Billigheimer durchgehend die letzten Plätze.
Die Gummis von Herstellern wie Interstate, Lassa oder Sunny konnten zwar teilweise in den Kategorien Verbrauch oder Verschleiß punkten – bei den wichtigen sicherheitsrelevanten Kategorien jedoch waren die Unterschiede zu etablierten Markenherstellern eklatant. Bei einer Vollbremsung von 100 auf 0 km/h bei regennasser Fahrbahn offenbarten die Tests, dass bei manchen Produkten der Bremsweg bedeutend länger ist als bei den Referenzprodukten der jeweiligen Klasse. Der Club berichtet von einem «um 70 Prozent längeren Bremsweg» und weist explizit auf das erhöhte Unfallrisiko hin.
Als «besonders empfehlenswert» klassifizierten die Tester fast ausschließlich Reifen von Premiumherstellern. Das Gesamturteil wurde anhand von fünf Kriterien gebildet. So mussten sich die Reifen in den Kategorien Trocken, Nass, Geräusch, Kraftstoffverbrauch und Verschleiss beweisen. In der Dimension 185/65 R 15 H sicherte sicherte sich der Pirelli Cinturato P6 den ersten Platz. Der zwischen 59 und 62 Euro teure Gummi glänzte vor allem mit Bestnoten in den sicherheitsrelevanten Kategorien und in Sachen Verschleiß. Auf Platz zwei landete der finnische Kandidat Nokian H, dahinter landete der Continental Premium Contact 2.
Andere Dimension, gleiche Ergebnisse
Ähnlich gestaltete sich das Bild bei der zweiten Testdimension 225/45 R 17 W/Y. Neben den vorangegangenen Kriterien legten die Tester hier allerdings zusätzlich ein Auge auf das Laufverhalten bei schneller Fahrt. Der Grund: Diese Reifen sind für Geschwindigkeiten bis zu 300 km/h zugelassen. Durch einen erneuten ersten Platz kürten ADAC und Stiftung Warentest den Pirelli Cinturato P7, den großen Bruder des kleiner dimensionierten P6, zum Doppelsieger. Er erhielt in allen Kategorien Bestwerte und konnte sich darüber hinaus als leisester Reifen im Test profilieren. Der Pneu kostet je nach Ausführung zwischen 98 und 150 Euro. Auf dem zweiten Platz folgt der SP Sport Maxx TT von Dunlop mit Preisen von 104 bis 152 Euro. Der Continental Sport Contact 3 mit Preisen zwischen 106 und 173 Euro sicherte sich den dritten Rang.
Insgesamt konnten sich die etablierten Hersteller beim Nässetest der Sommerreifen auf breiter Front durchsetzen. Umso kritischer beurteilt der ADAC die Testergebnisse für die Produkte aus Fernost: «Noch kommt aus den chinesischen Produktionsanlagen kein konkurrenzfähiges Produkt,» bemängelt der Verkehrsclub. Ausdrücklich warnen die Experten vor positiven Testergebnissen für derlei Produkte aus dem Internet: «Leider sind diese Noten kompletter Unsinn,» so das Fazit. Die Münchener kanzeln die Online-Bewertungen als haltlose Laienurteile ab. Besonders gefährlich sei der Umstand, dass die Hersteller Goodride und Sunny das Symbol M+S als Zeichen für Wintertauglichkeit auf ihre Produkte drucken. Das Problem: Es handelt sich um Sommerreifen, die über keinerlei Wintertauglichkeit verfügen. «Eine verrückte virtuelle Welt,» schließt der ADAC.
seh/news.de
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