Mehr Volks-Wagen
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Von news.de-Redakteur Sascha Gorhau
Artikel vom 18.03.2010
Glanzlos, aber günstig: Seit April 2009 verkauft A.T.U. Neuwagen - hauptsächlich Reimporte und Lagerfahrzeuge. Jetzt wollen die Oberpfälzer das Geschäft ausbauen. Branchenexperten allerdings stehen dem neuen Geschäftszweig skeptisch gegenüber.
Der Kfz-Serviceanbieter A.T.U. will unter dem Label «Mehrmarken-Verkaufspunkt» die Vermittlung von Neu- und Lagerfahrzeugen zu niedrigen Preisen ausbauen. Im Vergleich zum Kauf eines Fahrzeugs bei einem Vertragshändler könnten bis zu 45 Prozent gespart werden, wirbt die Werkstatt mit Sitz in Weiden. Mit im Boot sitzt die Delta Car Trade SA (DCT), eine 2001 gegründete Schweizer Gesellschaft, die als Mehrmarken-Neuwagenvermittler tätig ist.
Bei den Fahrzeugen handelt es sich um EU-Importe und Lagerfahrzeuge. Die versprochenen 45 Prozent Rabatt winken den Kunden jedoch nicht bei allen Automobilen. «Bei den Topangeboten handelt es sich um Lagerfahrzeuge», räumt A.T.U.-Pressesprecher Markus Meißner ein. Dabei handelt es sich um fertig produzierte Fahrzeuge, die den Kunden auf Abruf bereit stehen. Allerdings muss der Interessent in Kauf nehmen, keinerlei Konfigurationsmöglichkeiten zu besitzen. Damit kann der Wagen nicht nach dem Wunsch des Kunden ausgestattet werden - gekauft wie gesehen ist das Motto.
A.T.U indes ist zufrieden mit dem Ablauf der Aktion. «Als wir im April 2009 mit dem Verkauf von Fahrzeugen begonnen haben, haben wir das Ganze mehr als Test betrachtet. Wir wollten Erfahrungen in den Strukturen und Prozessen sammeln und haben dazugelernt», ergänzt Meißner. Zu den Verkaufszahlen will sich die Werkstattkette nicht äußern.
Ein zukunftsträchtiges Modell?
Experten allerdings geben sich skeptisch im Hinblick auf die perspektivischen Chancen des Geschäftsmodells: «Die Marke A.T.U. ist grundsätzlich im Niedrigpreissegment zementiert. Neuwagenkäufe sind aber per se schon größtenteils in höherpreisigen Regionen angesiedelt. Dem Kunden ist das aus Marketing-Sicht schwer zu vermitteln», meint Professor Stefan Reindl. Der stellvertretende Direktor des Geislinger Instituts für Automobilwirtschaft weiter: «Der typische Neuwagenkäufer ist über 50 und männlich. Wenn der aber viel Geld in die Hand nimmt, dann legt er auch Wert auf Marke und Image. Der erste Weg führt deshalb in der Regel zum Händler. Denn A.T.U. kann ebendas nicht bieten.»
Laut Reindl hat die Werkstattkette nur eine Chance: über den Preis die Kunden zu überzeugen. Auslaufende Modellreihen und Lagerfahrzeuge seien dafür geeignet. Letztlich überwiegt jedoch die Skepsis gegenüber dem Geschäftsmodell: «A.T.U. hat in der Vergangenheit schon einmal versucht, mit dem Verkauf von Fahrzeugen Geld zu verdienen. Seinerzeit wurde das unrentable Projekt eingestellt», schließt Reindl.
seh/ivb/news.de/ddp
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Ein Auto kauft man im Frühling. Wer diese eiserne Regel durchbricht, der kann zum Jahresende echte Schnäppchen mehr ...
Durch EU-Importwagen lässt sich beim Kauf eines Neuwagens viel sparen. Vorsicht ist jedoch bei Garantiebestimmungen mehr ...
Deutsche Hersteller heulen, amerikanische sind fast tot, die Modelle überzeugten kaum: Es gibt viel zu mehr ...
A.T.U. Die werden nicht umsonst Alte Teile Umlackiert genannt. Besser wäre es, wenn sie komplett vom Markt verschwinden würden mit ihren Machenschaften. Die Automobilindustrie leidet schon genug, jetzt kommen die noch mit Billigramsch daher und stören den Markt zusätzlich. Wieso werden die nicht gestoppt?
jetzt antwortenKommentar meldenDiskutieren Sie mit und kommentieren Sie den Artikel «A.T.U.» : «Mehr Volks-Wagen».
jetzt antwortenKommentar melden