Auto-HiFi Schnittstelle statt Tapedeck

Rausch trotz Rauschen: Jede noch so leiernde Kassette brachte früher Stimmung ins Auto. Heutzutage sind die Ansprüche gewachsen: iPod und MP3 sind Standard und wollen integriert werden. News.de sagt ihnen, wie das heutzutage funktioniert.

Schnittstelle statt Tapedeck (Foto)
Ständiger Begleiter: MP3-Player sind heutzutage fast überall dabei. Auch im Auto müssen sie angeschlossen werden können. Bild: ap

Fast jeder trägt inzwischen einen iPod oder MP3-Player und somit sein persönliches Musikarchiv mit sich. Nur dieses über das Autoradio abzuspielen, bereitet oft noch Schwierigkeiten - obwohl viele Autohersteller neue Audiosysteme inzwischen mit Schnittstellen dafür ausstatten und es für ältere Autos Nachrüstlösungen gibt.
«Das Thema ist ein absoluter Trend», bestätigt Arnulf Thiemel vom ADAC-Technikzentrum im bayerischen Landsberg. Der Technikexperte beobachtet ein Umschwenken der Autohersteller von CD-Laufwerken und -Wechslern hin zur iPod- und MP3-Player-Integration, die sie für immer mehr Neuwagen anbieten. In der Regel enthalten diese Lösungen eine Buchse im Handschuhfach oder in der Mittelkonsole, an die der Player angestöpselt wird. Der Fahrer kann dann über das Autoradio auf seine Playlists zugreifen und sie über die Fahrzeug-Anlage abspielen.

Hersteller bieten Lösungen

Eine solche Lösung gibt es beispielsweise von Volkswagen mit der «Media-In»-Schnittstelle. Audi nennt sie «Audi Music Interface», und auch Fiat hat mit «Blue & Me» ein ähnliches System im Programm. «Die Integration ist sinnvoll, weil dadurch eine bessere Bedienbarkeit gewährleistet ist», sagt Thiemel. Autofahrer müssen also nicht mit Kabeladaptern hantieren und während der Fahrt an ihrem iPod herumfummeln. «Das verringert die Gefahr der Ablenkung», so Thiemel.

Die Schnittstellen kämen bei den Kunden sehr gut an, sagt VW-Sprecher Christian Buhlmann. Der Hersteller hat unterschiedliche Adapter-Ausführungen im Programm - je nachdem, welchen Player die Autofahrer in ihrem Auto anstöpseln wollen. Bei manchen Radiogeräten können die Musiktitel auch alternativ von SD-Karten eingelesen und auf einer Festplatte abgelegt werden. Oder es gibt die Möglichkeit, die Stücke per Bluetooth drahtlos etwa vom Handy ans Radio zu übertragen und sie über das Fahrzeug-Musiksystem abzuspielen.

Technologie ändert sich schnell

Allerdings klappt die Player-Integration nicht immer reibungslos, sagt ADAC-Experte Thiemel. Grund dafür ist die große Vielfalt an MP3-Playern auf dem Markt, die zu Kompatibilitätsproblemen führen kann. Außerdem werden die Geräte kontinuierlich weiterentwickelt.

«Die schnelllebige Computerelektronik trifft auf die langlebige Automobilindustrie», erläutert Thiemel. Ein Auto ist etwa fünf bis sieben Jahre ohne große Veränderungen auf dem Markt. In dieser Zeit sind viele Geräte der Unterhaltungselektronik längst durch Nachfolger abgelöst worden. «Man muss im Einzelfall ausprobieren, ob der Adapter mit dem eigenen Player funktioniert», empfiehlt der ADAC-Experte daher. Sein Tipp: Was im Vorführwagen beim Autohändler funktioniert, dürfte später auch beim bestellten Fahrzeug klappen.

Komplizierter wird die Player-Einbindung in Musiksysteme älterer Fahrzeuge. Zwar ist laut Arnulf Thiemel jedes Autoradio, das über eine CD-Wechslersteuerung verfügt, «tendenziell dazu geeignet, einen MP3-Player auszulesen». Benötigt wird lediglich noch ein zwischengeschalteter Adapter, um die Daten für das Radio umzuwandeln. Es ist jedoch fraglich, ob Autofahrer mit älteren Radios ähnlich komfortabel durch die Menüstruktur ihres Players navigieren können.

Experten empfehlen Markenqualität

In der Regel müsse die Bedienung am Player erfolgen, sagt Guido Randerath, Chefredakteur der Zeitschrift «Car & Hifi». Daher sollten Fahrer älterer Autos überlegen, ob sie nicht besser gleich das alte Gerät ausbauen und ein aktuelles Radio aus dem Zubehörprogramm nachrüsten, das die Player-Integration beherrscht. «Der Königsweg ist, sich ein neues Radio zu kaufen, das über eine Ansteuerungsmöglichkeit verfügt», sagt Randerath. Das bietet mehr Komfort und ist womöglich auch noch günstiger. Autofahrer müssten für ein solches Radio mit Kosten von 100 Euro aufwärts rechnen.

Die Player-Anbindung erfolgt auch hier entweder per Schnittstelle oder über einen Einschub, in den der gesamte iPod oder MP3-Player gesteckt wird. Randerath empfiehlt, ein Gerät eines Markenherstellers zu wählen - die seien ohnehin meist besser als die werksseitig eingebauten Radios der Autohersteller. Wichtig sei jedoch, auch hier darauf zu achten, welches Radio mit welchem Player kompatibel ist. Hilfreich sei ein Blick in die Spezifikation des Autoradios oder in die Kompatibilitätslisten, welche viele Radiomarken auf ihren Internetseiten bereitstellen.

sgo/news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig