Mo., 21.05.12

Genfer Autosalon 08.03.2010 Kommt der Hybrid-Ferrari?

Ferrari (Foto)
So könnte der Hybrid-Ferrari aussehen. Bild: news.de

Von news.de-Redakteur Sascha Gorhau, Genf

Ein Prius von Ferrari? Die Autobauer zeigen in Genf, wie ein Hybrid-Supersportwagen aus Italien aussehen könnte: eigentlich wie jeder andere Ferrari auch. Die Technik stammt im Kern aus der Formel 1.

Toyota macht es vor: Stufenweise wollen die Japaner ihre gesamte Flotte auf Hybridtechnologie umstellen. Doch auch Sportwagenhersteller reagieren verstärkt auf die Klimadiskussion. Ferrari zeigt auf dem Genfer Autosalon jetzt zwei neue Sparmodelle.

Zwar kommt die Entwicklung erst langsam bei den Herstellern von PS-Boliden an, doch ganz entziehen können sie sich der Thematik nicht. Das Thema ist zu stark und auch der öffentliche Druck auf die Autobauer wächst: Öko ist längst salonfähig, auf den Boulevards fliegen den massigen Spritschleudern längst nicht mehr automatisch die Herzen zu. Maßlosigkeit wird oft mit Kopfschütteln goutiert.

Erst unlängst hatte Porsche reagiert und baubare Hybridlösungen vorgestellt. Andere sind noch weiter. Die US-Marke Fisker produziert längst einen Elektro-Supersportler mit Plug-In-Hybrid. Nun reagiert also auch Ferrari:

Das Cabrio-Coupé California gibt es ab sofort auf Wunsch mit einem Start-Stopp-System, das den Verbrauch im Mittel um sechs Prozent drücken soll. Im Modell 599 GTB dagegen experimentieren die Italiener jetzt erstmals mit einem Hybridantrieb.

Technologie aus der Formel 1

Das Hybridsystem trägt die Bezeichnung HY-Kers und wurde aus der Formel 1 übernommen. Es nutzt einen Lithium-Ionen-Akku im Wagenboden und einen Elektromotor an der Hinterachse, der den 620 PS starken V12-Motor mit mehr als 100 PS unterstützt. Der Verbrauch soll durch den teilweise elektrischen Betrieb um bis zu 35 Prozent sinken. Beim aktuellen 599 GTB wären das dann etwa 14 statt 21 Liter Kraftstoffverbrauch pro 100 gefahrene Kilometer.

Das klingt für einen Ferrari nach Fabelwerten. Geneigte Kunden mit einem grünen Gewissen mögen da fragen: Ab wann kann man den kaufen? Da ist wohl noch einige Geduld angesagt: Denn genauso wie bei den meisten anderen Herstellern von Supersportlern ist das alles noch Zukunftsmusik.

Die Entwickler bereiten die Kundschaft langsam auf die Zukunft vor. Bis die allerdings zum Alltag wird, werden noch Jahre vergehen. Wenigstens stellt Ferrari ein Zeitfenster in Aussicht: In spätestens fünf Jahren soll nach Konzernangaben zumindest die Hybridtechnologie serienmäßig bei jedem Boliden aus Maranello an Bord sein. Das bedeutet aber auch: Zum Elektro-Ferrari ist es noch ein weiter Weg.

sgo/news.de/dpa
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