Genfer Autosalon Die Geburtenratenförderer

VW Sharan (Foto)
So präsentiert Volkswagen die Neuauflage des Sharan in Genf. Bild: press-inform

Die harten Jahre der Vans, in denen sie von SUV und Crossover mächtig Konkurrenz bekamen, sind vorbei. In Genf kündigt sich das Revival der Familienkutschen an: allen voran die Neuauflage des VW Sharan.

Auf dem Genfer Salon spielt sich eine Autoklasse in den Vordergrund, die ein paar Jahre lang nicht viel zu melden hatte. Gerade die großen Vans taten sich zuletzt schwer gegen die praktischen Trendmobile der verschiedenen Klassen. Doch angeführt vom Hoffnungsträger VW Sharan wollen sich die Großraumlimousinen wieder in die Herzen der Kundschaft fahren. Dabei ist es nicht so, dass die geräumigen Großraumfahrzeuge keinerlei Kundenzuspruch bekommen hätten. Doch gerade der ersten Generation von Großraumvans wurde in den letzten Jahren mächtig das Wasser abgegraben. Mitte der 90er Jahre galten Familienvans für viele wie Raumschiffe aus einer fernen Galaxie. Renault Espace und Chrysler Voyager hatten Anfang der 80er einen Trend nach Europa gebracht, dem die deutschen Hersteller nichts entgegenzusetzen hatten.

Genfer Salon
Zweiter Frühling der Familienvans

Die 1990er: SUV statt Van

Erst Mitte der 1990er Jahre rauften sich Volkswagen, Ford und Seat zusammen, um der Konkurrenz von Renault und Chrysler etwas entgegenzusetzen. Jedem einzelnen der drei Hersteller war das Risiko zu groß, auf ein völlig neues und bis dato wenig deutsches Fahrzeugsegment zu setzen. Doch die Vans wurden schnell zu Trendmobilen; in Deutschland allen voran der VW Sharan und sein Zwilling der Ford Galaxy. Doch SUV und kleinere Familienvans brachten die geräumigen Familientransporter zum Jahrtausendwechsel ins Abseits. Nachdem Ford mit dem Doppelpack aus Galaxy und S-Max bereits vor Jahren aus dem erfolgreichen Triumvirat ausscherte, schlägt Volkswagen mit seinem neuen Sharan auf dem Genfer Salon nunmehr zurück.

Dabei könnte die Zeit für große Vans besser sein: Renault hat den Nachfolger des Van-Urgesteins Espace zunächst einmal auf Eis gelegt und auch der Chrysler Voyager ist vom einstigen Familienliebling zum Spartenmodell geworden. Beim einst erfolgreichen Euro-Quartett aus Fiat Ulysse, Lancia Phedra, Peugeot 807 und Citroen C8 führen ein Schattendasein. Der gemeine Familienvan ist mit Touran, C-Max und Zafira eine Klasse tiefer unterwegs.

Neuauflage des VW Sharan nach 15 Jahren

Doch der mindestens 28.750 Euro teure VW Sharan führt eine Riege neuer Vans an, die Lust auf einen Familienausflug machen. Volkswagen hat sich viele Jahre Zeit gelassen, ehe man einen neuen Sharan ins Feld schickte. Das alte Modell verkaufte sich in 15 Jahren mehr als 600.000 Mal. 

Dass das Laderaumvolumen mit knapp 2300 Litern deutlich kleiner ist als beim Vorgänger, lässt sich leicht erklären. Bisher mussten die Sitze ausgebaut und zu Hause geparkt werden. Jetzt lassen sich die Sitzgelegenheiten in der zweiten und dritten Reihe nahezu spurlos im Fahrzeugboden versenken. Die Motorenpalette bietet ausschließlich Turbo-Triebwerke mit Leistungen zwischen 140 PS und 200 PS. Optional sind bei dem Wolfsburger Mehrsitzer unter anderem Allradantrieb, Doppelkupplungsgetriebe und ein Erdgasantrieb zu bekommen. Eine besonders sparsame Blumotion-Version ist in Arbeit.

Nicht viel Neues beim Mazda 5

Ein direkter Konkurrent des VW Sharan feiert am Genfer Salon ebenfalls seine Weltpremiere: der neue Mazda 5.  Die Front mit den großen Lüftungselementen in der Schürze wirkt weicher als bisher. Dagegen bringt der Grundaufbau des Mazda 5 überraschend wenig Neues und erscheint daher eher als eine gründliche Modellpflege denn als ein komplett neues Auto. Verändert haben sich jedoch die Leuchteneinheiten am Heck. Spannte sich das Leuchtenband hier bisher vertikal die D-Säule entlang, so gehen die neuen Module nunmehr deutlich mehr in die Breite und ziehen sich unterhalb der Fuge für die hintere Schiebetür bis weit in die Seitenlinie. Dadurch wirken die umlaufenden Fensterelemente hinten wie ein Helmvisier. Nicht nur außen finden sich zahlreiche Elemente der jüngsten Generation des Mazda 3.

Der Innenraum des Mazda 5 bietet hinter den beiden Schiebetüren nach wie vor Platz für bis zu sieben Personen. Die beiden Sitze in der dritten Reihe lassen sich mit einfachen Handgriffen im Kofferraumboden versenken. Optional ist der Mazda 5 wie schon sein Vorgänger und der VW Sharan mit elektrischen Schiebetüren zu bekommen. Angetrieben wird der Mazda 5 von einem neu entwickelten Zweiliter-Direkteinspritzer, der mit Start-Stopp-System 151 PS leistet oder einer kleineren 1,8-Liter-Version mit 115 PS. Die Angebotspalette wird später von einem Dieseltriebwerk mit rund 120 PS komplettiert. Auf den Markt kommt der Familienvan ab Spätherbst 2010.

Türrevolution beim Opel Meriva

Auf ein innovatives Türkonzept setzt auch der Opel Meriva. Im Gegensatz zum VW Sharan und dem Mazda 5 gibt es beim 4,30 Meter langen Meriva jedoch keine Schiebetüren, sondern Fledermaustüren, die sich wie beim Rolls-Royce Phantom gegenläufig öffnen. «Zuerst hatten wir an Schiebetüren gedacht, doch wegen der Schienen wäre dann der hintere Fahrzeugteil zu lang geworden. Außerdem wäre der Schwerpunkt des Wagens zu sehr nach oben verlagert worden», erklärt Chefentwickler Helmut Ruff.

Sowohl vordere als auch hintere Türen öffnen sich unabhängig voneinander und fast im 90-Grad-Winkel. Während der Fahrt werden die Türen ab vier km/h automatisch verriegelt. Grüne LED-Leuchten zeigen beim Halt an, wann man sie wieder öffnen kann. Zwei Erwachsene sitzen im neuen Meriva bequem hintereinander. Der mittlere Rücksitz ist sehr schmal; wenn man ihn umklappt, lassen sich mit einem Handgriff die äußeren Sitze diagonal nach hinten schieben. So entsteht eine üppige Schulterfreiheit. Angetrieben wird der Opel Meriva von Vierzylindern mit Leistungen zwischen 100 und 140 PS. Eine sportliche OPC-Version ist ebenfalls in Arbeit. Der Basispreis des Meriva 1.4 liegt bei 15.900 Euro.

Erfahren Sie mehr über die neuen Familienvans in unserer Bilderstrecke.

tin/sgo/ivb/news.de/pi

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