Gaspedale vor dem Wechsel
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Nachdem Toyota weltweit rund 4,5 Millionen Fahrzeuge wegen eines klemmenden Gaspedals in die Werkstätten gerufen hat, muss der Konzern nun den Rückruf des Prius wegen möglicher Bremsprobleme prüfen.
Nach wochenlangem Warten hat Toyota in den USA mit den Reparaturen der klemmenden Gaspedale begonnen. Die Händler hätten die nötigen Teile erhalten und die Mechaniker seien eingewiesen worden, teilte Toyota im kalifornischen Torrance mit. Die Fahrer der betroffenen Wagen werden per Brief über den Rückruf informiert und aufgefordert, einen Termin mit ihrer Werkstatt zu vereinbaren.
Die Reparatur dauere rund 30 Minuten, hieß es. Die Toyota- Mechaniker setzen ein Distanzstück ein, um die Spannung auf einer Feder zu erhöhen. Dadurch soll das Problem, dass die Pedale im durchgetretenen Zustand hängenbleiben können, behoben werden. Allein in den USA sind 2,3 Millionen Autos beliebter Baureihen von den klemmenden Gaspedalen betroffen, weltweit sind es rund fünf Millionen.
In Deutschland sollen die Reparaturen in der kommenden Woche beginnen. Die Halter werden nach und nach vom Kraftfahrtbundesamt und von den Händlern informiert. Betroffen sind hierzulande knapp 216.000 Autos.
Toyota prüft weitere Probleme
Nachdem mit der Reparatur klemmender Gaspedale begonnen wurde, prüft Toyota unlängst einen Rückruf seines Umwelt-Vorzeigeautos Prius wegen eines möglichen Bremsproblems. Konzernsprecherin Ririko Takeuchi sagte in Tokio, noch sei nichts entschieden. Von den Bremsproblemen ist möglicherweise auch das Hybridmodell Lexus HS250h betroffen. Eine entsprechende Untersuchung sei eingeleitet worden, da es sich um dasselbe Bremssystem wie beim Prius handle, sagte Takeuchi. Später am Tag wollte sich erstmals Firmenchef Akio Toyoda zu den Problemen äußern.
Die Bremsprobleme beim Hybrid-Modell Prius bedeuten nach den vorangegangenen Schwierigkeiten einen neuen Schlag für das Qualitätsimage, mit dem der Konzern viele Jahre bei den Kunden gepunktet hat.
Wie viele Prius und eventuell auch Lexus-Hybrid betroffen sind, war zunächst unklar. Toyota hat allein in den USA nach eigenen Angaben seit Mai 2009 rund 103.000 Exemplare des neuen Prius-Modells verkauft. Die japanische Wirtschaftszeitung Nihon Kaizai schrieb, in den USA und Japan seien rund 270.000 Fahrzeuge betroffen. Toyota-Deutschland erklärte in Köln, ein Rückruf werde noch geprüft.
Vier Unfälle in den USA
In den USA und Japan hat es beinahe 200 Beschwerden wegen des Problems gegeben, das nach den Angaben von Toyota auf einem Fehler im Antiblockiersystem des Prius beruht. Vier Unfälle mit zwei Leichtverletzten sollen passiert sein, weil die Bremswirkung mitunter erst mit einer kurzen Verzögerung oder plötzlich zu stark eintrat, wie die US-Autobahnsicherheitsbehörde mitteilte.
Toyota hat bei seit Ende Januar gelieferten Prius-Fahrzeugen das Problem durch eine Softwareänderung im Steuercomputer gelöst. Der Prius ist ein Hybrid-Fahrzeug mit Verbrennungs- und Elektromotor. Eine aufwendige Elektronik regelt die Zusammenarbeit dieser Komponenten.
seh/ivb/news.de/ap
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