Automuseum Abu Dhabi Superlative der Kuriositäten

Automuseum Abu Dhabi (Foto)
Das Museum der Extreme: die Palette reicht von riesengroß bis geschmacklos. Bild: press-inform

Was sind die wirklich «guten Sachen auf Erden»? Laut «Rainbow-Scheich» sind es die Autos. Mit einem Museum im arabischen Emirat Abu Dhabi setzt er seiner Vorliebe für motorisierte Vehikel und bunten Farben ein Denkmal.

Ist das eine Fata Morgana? Mitten in der endlosen Ödnis der arabischen Wüste taucht plötzlich eine Pyramide aus dem Dunst auf, umsäumt von Palmen. Ein riesiges Verkehrsflugzeug parkt im Sand, Daneben steht ein Willys Jeep der US-Armee, allerdings ist er so groß, das ihm ein erwachsener Mann kaum bis zur Radnabe reicht. Die bizarre Ansammlung von Superlativen ist keine Halluzination in der flirrenden Hitze des Wüstensands, sondern eins der faszinierendsten Automuseen der Welt.

Das National Auto Museum hat das Emirat Abu Dhabi einem Mann zu verdanken, der durch seine Autoverrücktheit weltbekannt wurde. Scheich Hamad Bin Hamdan Al Nahyan ist Mitglied der königlichen Herrscherfamilie und wechselt seine Autos wie andere Leute ihre Socken. Hunderte Fahrzeuge soll er besitzen, und darunter befinden sich nicht nur Sportwagen oder Luxuskarossen. «Autos bedeuten mir eben sehr viel», so der Scheich in einem Interview, «sie gehören zu den guten Sachen auf Erden. Es kommt nur darauf an, dass wir richtig mit ihnen umgehen».

Automuseum Abu Dhabi
Keine Fata Morgana
Keine Fata Morgana: diese Autos gibt es wirklich (Foto) Zur Fotostrecke

Der größte Wohnwagen der Welt mit acht Bädern

Der wegen seiner Vorliebe für die Farben des Regenbogens «Rainbow-Scheich» genannte Autofan konstruiert sogar selbst spezielle Allrad-Buggies und testet sie im Wüstensand. Und während sich andere Menschen mit einem gewöhnlichen Camping-Anhänger begnügen, besitzt der Regenbogen-Scheich natürlich den größten Wohnwagen der Welt. Der im Jahr 1990 gebaute Camper ist 20 Meter lang und höher als ein Einfamilienhaus. Das 120 Tonnen schwere Gefährt bietet auf zwei Stockwerken acht Zimmer und ebenso viele Bäder, hat vier Garagen und kann einen Wasservorrat von 24.000 Litern mit sich führen. So notiert es das Guinness-Buch der Weltrekorde.

Das passende Zugfahrzeug hat Hamad Bin Hamdan Al Nahyan natürlich auch im Angebot. Es zieht alle Blicke auf sich in der riesigen fensterlosen Metallpyramide, die das Museum beherbergt. Die originalgetreue Kopie eines Dodge Power Wagon im Maßstab 4:1 ist 15 Meter lang, neun Meter hoch und bringt 50 Tonnen auf die Waage. Das Monsterauto hat soviel Bodenfreiheit, dass echte Pick-ups bequem unter ihm hindurch fahren können. Und es hat sogar einen Motor, mit dem es sich fortbewegen kann, allerdings nur im Kriechgang. Im Innenraum befindet sich eine komplette Wohnmobil-Ausstattung, und durch die mannshohen Öffnungen des nachgebildeten Kühlergrills kann man die Klimaanlagen erspähen.

Für jeden Wochentag eine andere S-Klasse

Bei all den Superlativen verliert man die anderen 200 Autos des Museums fast aus dem Auge, doch auch die sind mehr als einen zweiten Blick wert. Als Allrad-Fan hat der Regenbogen-Scheich diverse Geländewagen zusammengetragen. So lässt sich die Geschichte des Jeeps vom Urmodell bis hin zu diversen Lizenzbauten ebenso bewundern wie Land Rover, G-Modelle oder Suzuki-Kraxler in allen Formen und Farben. Viele Autos sind mit Regenbogen-Zierstreifen versehen, und auch mit Gold wird nicht gespart. Ein echter Hingucker für Freunde des streitbaren Geschmacks ist ein Mercedes 450 SEL mit vergoldetem Kühlergrill und Lederpolstern in Regenbogen-Farben.

Wer diesen Anblick verdaut hat, den kann die Sammlung von sieben Mercedes S-Klassen nicht mehr schrecken. Denn der Rainbow-Scheich hat auch sie natürlich in allen Farben des Regenbogens lackieren lassen, und zwar inklusive Felgen, Innenraum und Mercedes-Stern: Für jeden Tag der Woche ein anderes Auto. Die hochkarätige Kollektion amerikanischer Straßenkreuzer und Muscle Cars verblasst fast dagegen, obwohl die perfekt restaurierten Cadillacs, Chevrolets und Pontiacs einen schönen Kontrapunkt zum wilden Regenbogen-Tuning bieten.

Der Regenbogen-Scheich, der sein Museum für Besucher kostenlos öffnet, hat aber nicht nur Augen für dicke Schlitten und Monster-Trucks. Auf einem Podest parkt ein originalgetreuer Nachbau des ersten Benz-Motorwagens, und wenn ihm danach ist, kann Hamad Bin Hamdan Al Nahyan sogar im eigenen Trabi durch die Wüste kreuzen. Das Zweitaktgemisch dürfte in den Emiraten schwierig zu bekommen sein, aber es schlummert ja noch genügend Öl unterm Wüstensand.

Erfahren Sie mehr über das Automuseum von Abu Dhabi in unserer Bilderstrecke.

tin/kab/news.de/pi

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Josef Alexander Rosenlehner
  • Kommentar 1
  • 06.02.2010 15:31

Die Bilder ansehen und man kommt ins schwärmen.Bei dem anblick der Nobelkarossen kann man nur träumen.Märchen aus eintausend und einer Nacht.

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