Der Name des Elektroflitzers Tango täuscht. Es ist nicht anmutig, kommt nicht aus Argentinien. Eines stimmt aber: Er hat Feuer im Blut. In Zahlen sieht das so aus: 800 PS, 217 km/h - für 120.000 Dollar.
Man stelle sich folgendes Bild vor: Ein Leichtathlet steht auf dem Startblock zum 100-Meter-Lauf, neben ihm eine alte Dame mit ihrem Rollator. Der Startschuss fällt, der Athlet sprintet davon, doch wie vom Blitz getroffen rast die alte Dame an ihm vorbei und gewinnt das Rennen. So ungefähr ergeht es Sportwagenfahrern, wenn sie vom Tango T600 überholt werden. Auf den ersten Blick sieht das nur 99 Zentimeter breite, 2,5 Meter lange und 1,5 Meter hohe Vehikel von Commuter Cars aus Washington nämlich aus wie ein modernes Golfwägelchen. Es würde sich perfekt in die vielen elektrischen «Neighbourhood Vehicles»einreihen, mit denen in den USA manche Leute in gemütlichem Tempo zum Einkaufen zuckeln.
Doch der Tango hat es faustdick hinter den Reifen. Das Fahrzeug mit der Karosserie aus Karbonfaser und Kevlar und dem massiven Überrollkäfig aus Stahl wird von 600 Kilowatt starken Elektromotoren angetrieben. Das sind mehr als 800 PS. Der Tango beschleunigt mühelos in weniger als 4 Sekunden auf 0 auf 100 Km/h. «Er könnte noch schneller sein, doch dann gäbe es einfach Traktionsprobleme», sagt Rick Woodbury, Chef von Commuter Cars. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 135 Meilen pro Stunde, umgerechnet 217 Km/h. Und es seien auch schon Tests mit 270 Km/h absolviert worden, berichtet Rick Woodbury stolz. Der zurückhaltende Mann mit dem schütteren grauen Haar freut sich darüber, dass sein Tango ein echter «Street Sleeper» ist,ein Fahrzeug also, dem man sein enormes Potenzial von außen nicht ansieht.
Kein Ökoflitzer für Jedermann
Für die kurze Testfahrt im Rahmen der Detroit Motor Show hat Rick Woodbury die Kraft des Fahrzeugs zwar elektronisch etwas nach unten geschraubt, doch der Anzug des T600 ist immer noch beachtlich. Gas und Bremse aber sind ungewohnt schwergängig, und der Tango überrascht mit einem großen Wendekreis. Das Vehikel fährt sich etwa so wie ein Autoscooter auf der Kirmes, mit einem Tempo allerdings, wie man sich das als Kind auf dem Rummel immer gewünscht hätte. Die Angst, das hochbeinige Gefährt würde in schnellen Kurven sofort kippen, ist unbegründet: Der Zwergen-Stromer bringt mit seinem Leergewicht von 1,5 Tonnen mehr auf die Waage als ein Golf. «Der größte Teil des Gewichtes ist natürlich im Unterboden angesiedelt. Die Batterien und zusätzlicher Ballast sorgen für den niedrigen Schwerpunkt», sagt Rick Woodbury. Der Tango erreiche die gleichen Querbeschleunigungen wie ein Porsche 911.
Doch weshalb diese Kombination aus Underdog-Optik und Mega-Leistung? Firmenchef Woodbury hat eine einfach Erklärung: «Der Tango ist teuer, sehr teuer. Also muss er auch sehr, sehr schnell sein.» Wer einen T600 haben möchte, muss mindestens 120.000 Dollar berappen. Der Ami-Renner mag damit zwar der schnellste und teuerste Stadtflitzer der Welt sein, doch der Alltagsnutzen im urbanen Dschungel bleibt ihm durchaus erhalten. Das Wägelchen ist so schmal, dass zwei Tangos nebeneinander auf einer Fahrspur unterkommen. Auf den ständig verstopften Freeways der amerikanischen Metropolen ist man mit dem Tango so beweglich wie mit einem Motorrad und kann jede noch so kleine Lücke ausnutzen.
Erfahren Sie mehr über den Tango in unserer Bilderstrecke.
tin/kab/news.de/pi
Mein Gott,der Tango-der Elektrowinzling mit umgerechnet 800 (!)PS und ca. 120.000 US-Dollar-da darf schon mal die Frage gestellt werden:wer soll das potthäßliche Ding für diesen Preis kaufen? Selbst wenn ich das Geld hätte-ich bestimmt nicht!Dabei wäre das Konzept für den Großstadtverkehr schon akzeptabel: Vorschlag: ab ca.60 PS und 150 km/h und der Preis und Ausstattung wie ein Elektro-Smart! (oder in Indien bauen lassen für unter 5.000.--EUR !)- dann könnte ich mir Verkaufszahlen und Nachfrage dafür vorstellen! So-doch nur eine Machbarkeitsstudie....
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