Der Feind in meiner Hütte
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Von news.de-Redakteur Sascha Gorhau
Artikel vom 14.01.2010
Horst Köhler kritisiert den ADAC - und das auch noch auf dessen eigener Veranstaltung. Das war mutig und in der Sache absolut richtig. Dafür verdient der Bundespräsident Respekt.
Man muss schon sehr mutig sein, wenn man den Gastgeber in seinem eigenen Haus attackiert. Unabhängigkeit hat Horst Köhler zwar bereits mehrmals während seiner Amtszeit bewiesen – doch dass er bei seinen Grußworten bei der Verleihung des «Gelben Engels» den ADAC mit seinem Ansatz der grenzenlosen Mobilität kritisiert, das verdient Anerkennung.
Köhler hat Recht: «Mobilität, so wie wir sie heute praktizieren, ist nicht zukunftsfähig.» Er steht damit nicht nur im Einklang mit den objektiven Fakten der Wissenschaft, sondern auch mit der moralischen Verpflichtung, die seinem Amt obliegt. Als Bundespräsident ist er nämlich dem Wohl seines Volkes verpflichtet – auch dem der zukünftigen Generationen.
Seine Forderungen, wie beispielsweise den öffentlichen Verkehr «nicht nur in Absichtserklärungen» auszubauen, sind nicht nur logisch und verantwortungsvoll, sondern in Anbetracht des Publikums vor dem er sie geäußert hat anerkennenswert. Köhler tritt nicht als Bittsteller vor die versammelte automobile Wirtschaftselite, sondern artikuliert die einzig nachhaltige Handlungsoption für die Zukunft – auch wenn das der Zuhörerschaft sauer aufstoßen mag. Dafür gebührt ihm Respekt.
mik/news.de
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