Mo., 21.05.12

Winterunfälle 12.01.2010 Nicht im Auto bleiben

Wintereinbruch mit Unfällen (Foto)
Wer im Winter einen Unfall hat, sollte möglichst außerhalb des Fahrzeugs auf Hilfe warten. Bild: ddp

Von Norbert Michulsky

Ob Unfall auf glatter Straße oder Panne auf der Kreuzung: Wer mit seinem Auto stecken bleibt, sollte das Fahrzeug danach möglichst verlassen. Sonst kann es lebensgefährlich werden.

Autofahrer sollten selbst dann aus dem Auto aussteigen, wenn die Bedingungen außerhalb unwirtlich sind, rät der Hans-Werner Wormer vom Tüv Süd. Gerade im Winter sollte man unbedingt die Verhaltensmaßregeln befolgen, die während des ganzen Jahres bei Unfällen gelten: Warnweste anlegen, Unfallstelle sichern, sich dann mit allen Insassen auf dem Grünbereich in Sicherheit begeben und dort auf Hilfe warten: «Das Risiko, im Auto sitzen zu bleiben, ist unkalkulierbar. Das Auto kann in der Dunkelheit übersehen werden; bei Glätte besteht immer die Gefahr, dass ein weiteres Fahrzeug in den verunglückten Wagen prallt», warnt Wormer.

Um an frostigen Tagen aber der Versuchung zu widerstehen, doch im warmen Auto auf Hilfe zu warten, müssen die Autofahrer entsprechend ausgerüstet sein. «Wichtig sind vor allem eine warme Jacke und warme Schuhe, und das ist bei Pendlern, die nur mal schnell zur Arbeit fahren wollen, nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit», fasst Maximilian Maurer vom ADAC seine Beobachtungen zusammen.

Was man sonst noch im Winter dabei haben sollte: einen Handbesen, um das Auto nach starken Schneefällen wieder freizulegen, einen guten Eiskratzer; und wer sich in die Berge begibt, braucht auf jeden Fall einen Satz Schneeketten. Da man nie weiß, wann der nächste Stau droht, sollte man warme Decken und eventuell eine Thermoskanne mit warmen Getränken dabei haben, um während der Wartezeit nicht schutzlos der Kälte ausgesetzt zu sein. Falls das Auto liegen bleibt, sollten Abschleppseil, Warnweste und Starthilfekabel verfügbar sein.

Für den Notfall gehört zudem eine Taschenlampe in den Kofferraum, da es im Winter spät hell und früh dunkel wird. Nicht ganz eindeutig sind die Ansichten, ob es sinnvoll ist, einen Ersatzkanister mit Kraftstoff mitzuführen, zumal dies in einigen Ländern untersagt oder reglementiert ist. Tüv-Fachmann Wormer empfiehlt, «bei kritischen Straßenverhältnissen die Fahrt mit gut betanktem Auto anzugehen».

Ein ganz wichtiges Kapitel in puncto Sicherheit betrifft die Warnwesten. Diese sollten so selbstverständlich wie ein Verbandskasten ins Auto gehören. Zwar müssen in Deutschland nur in gewerblich genutzten Fahrzeugen Warnwesten mitgeführt werden. Doch gerade bei schlechten Sichtverhältnissen können die leuchtenden Jacken zu Lebensrettern werden. Wer regelmäßig Passagiere im Auto hat, dem empfiehlt der Automobilclub von Deutschland, ständig mehrere Westen an Bord zu haben.

Damit ist man auch europaweit auf der sicheren Seite: Derzeit gehören in 15 europäischen Ländern die Warnwesten zum Pflichtbestandteil der Auto-Ausstattung. Wer ohne Weste erwischt wird, dem drohen zum Teil drastische Geldstrafen, in Portugal bis zu 600 Euro.

ham/reu/news.de/ddp
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