2009 war das Jahr der Abwrackprämie - Autos konnten gar nicht billig genug sein. Die Billigmarke Dacia freute sich, auch andere zogen nach: Diese Autos sind echte Retourkutschen. Der Jahresrückblick 2009, Teil zwei.
Kennen wir uns nicht? Beim Peugeot 206 Plus hat man ein echtes Deja-Vu-Erlebnis. Sein Nachfolger 207 ist schon längst auf dem Markt, doch der 206 lebt in überarbeiteter Form weiter. Der kleine Franzose sieht auch Jahre nach seiner Vorstellung im Sommer 1998 noch immer gut aus. Das Design gefällt, der Innenraum ist praktisch und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist fair.
Kleinigkeiten wie die Fensterheber-Schalter zwischen den Sitzen zeigen, wo der Sparstift angesetzt wurde. 9950 Euro lautet der Basispreis des 206+. Dafür bekommt man einen immer noch zeitgemäßen Kleinwagen, bei dem allein das eingeschränkte Motorenangebot für Ärger sorgt: Nur zwei Benziner mit 60 oder 75 PS und ein 68 PS-Diesel stehen zur Auswahl. Der Wagen ist als Zwei- oder Viertürer zu haben. ESP kostet Aufpreis, ist im Gegensatz zu den Modellen von Dacia aber immerhin lieferbar.
Bei Renault lebt der alte Clio übrigens nicht nur im Billigauto Dacia weiter, sondern auch als eigenständiges Modell namens Renault Clio Campus. Die Diesel-Version mit 64 PS kostet zwar mindestens 11.900 Euro und ist kein Elastizitätswunder, doch mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,4 Litern pro 100 Kilometer schlägt sich der Clio Campus selbst im Vergleich zu modernsten Kleinwagen wacker.
Auch ein paar Segmente darüber kochen die Franzosen ein altes Süppchen neu auf. Der Kangoo Campus ist mit einem 75 PS-Benzinmotor ab 11.700 Euro zu haben, die Dieselversion mit mageren 68 PS kostet 13.350 Euro. Das Angebot ist damit sehr eingeschränkt, vor allem die stärkere Version des 1,5-Liter Diesels würde den Kangoo-Aufguss attraktiver machen. Zur kargen Serienausstattung des Wagens gehören zwei Schiebetüren, Servolenkung und Zentralverriegelung. Klimaanlage und Radio gibt es im Paket für 1250 Euro.
Alt heißt nicht schlecht
Alte Autos neu auftragen? Das können wir auch, sagte man sich beim Renault-Konkurrenten Citroën. Die Marke mit dem Doppelwinkel lässt ebenfalls einen Hochdachkombi mit lebensverlängernden Maßnahmen auf den Markt. Seitenairbags, Radio, Klimaanlage sowie andere Extras gibt es nur im Paket für 2400 Euro. Immerhin kann man auch Optionen wie Navigationssystem und Multimedia-DVD-System ordern, was für ein Sparauto sehr ungewöhnlich ist.
Während die Franzosen ihre Altlasten ganz offen vermarkten, muss man beim Seat Exeo erst einmal drauf kommen: Der spanische Mittelklassewagen, der 2009 seine Premiere feierte, ist im Prinzip nichts anderes als der alte Audi A4. Der VW-Konzern verlegte einfach die Produktionsstätten von Ingolstadt ins spanische Martorell. Bei näherem Hinsehen ist die Verwandtschaft unverkennbar, vor allem im Innenraum.
Das Top-Modell Exeo 2.0 TDI CR Sport mit einem modernen 170 PS-Dieselmotor kostet 29.290 Euro, für einen Audi A4 in vergleichbarer Motorisierung zahlt man mindestens 33.200 Euro. Auch die Serienausstattung des Seat kann sich sehen lassen. Auf Allradantrieb wie bei den quattro-Modellen des A4 muss man im Exeo allerdings verzichten.
Während vor allem die Franzosen alte Modelle am Leben erhalten, würde das Volkswagen beim Kassenschlager Golf nicht einfallen - jedenfalls nicht in Deutschland. In anderen Ländern haben die Wolfsburger weniger Hemmungen, und dafür muss man nicht einmal das altbekannte Beispiel des Golf 1 in Südafrika heranziehen. In Kanada nämlich lebt der Golf III weiter. Der viertürige Golf City hat trotz der alten Plattform ein modernes Gesicht. Ein Vierzylindermotor mit zwei Litern Hubraum und 115 PS sorgt für ordentliche Fahrleistungen. Umgerechnet kostet das beliebte Einsteiger-Auto rund 9700 Euro - Steuern allerdings nicht inbegriffen. Noch bis 2012 soll es den Wagen, der in Brasilien vom Band läuft, exklusiv für den kanadischen Markt geben.
Erfahren Sie mehr über die alten Neuen des Jahres 2009 in unserer Bildstrecke.
sgo/sis/news.de/pi