Autokauf am Jahresende WSV mal anders

WSV mal anders (Foto)
Leicht zu haben: Vor allem Oberklassenfahrzeuge locken zum Jahresende mit günstigen Preisen. Bild: dpa

Ein Auto kauft man normalerweise im Frühling. Wer diese eiserne Regel durchbricht, der kann zum Jahresende echte Schnäppchen machen. Der Grund: Die Höfe der Händler sind voll und die neuen Modelle stehen vor der Tür.

Die Gründe für die günstigen Preise auf dem Automobilmarkt liegen auf der Hand. Viele Händler haben noch volle Lager und wollen möglichst wenige Fahrzeuge mit ins nächste Jahr nehmen. Zudem haben alle Hersteller und Importeure ein stufenartig aufgebautes Bonus-System. Je mehr Autos verkauft werden, umso höher ist der Bonus oder umso günstiger werden die Fahrzeuge bei der nächsten Händlerbestellung.

Die höchsten Rabatte lassen sich zum Ende dieses Jahres in höheren Fahrzeugklassen erzielen. Die Abwrackprämie räumte die Lager in den unteren Fahrzeugsegmenten weitgehend leer. Hier sind viele Boni ausgeschöpft und der Handel hat kaum Druck, Autos zur verschenken. Ganz anders sieht das Ganze bei Fahrzeugen ab der Mittelklasse aus. Der Verkauf in diesen Segmenten lief lausig und die meisten Lager sind voller als voll - egal ob Gebraucht- oder Neuwagen.

Autokauf am Jahresende
Preis-Downsizing

Dabei macht es kaum einen Unterschied, ob man beim Premiumhändler um die Ecke oder einem Massenhersteller vorbeischaut. Besonders ein Besuch bei BMW kann sich aktuell lohnen. Der neue 5er BMW kommt bereits Anfang 2010 auf den Markt, doch die meisten Händler haben noch viele alte Modelle auf dem Hof. Diesel oder Benziner, mittelprächtige Ausstattung oder das absolute Topmodell, Limousine oder Touring. Hier sind bei jungen Gebrauchten, Vorführmodellen und Tageszulassungen locker 40 Prozent vom Neupreis oder mehr drin.

Kaum anders sieht es bei Audi aus. Auch der Audi A6 ist in die Jahre gekommen und viele Lager sind voll. Noch luxuriöser ist der Audi A8. Auch er wird im Februar abgelöst und der Handel will die Lagerware verschwinden sehen. Viele Mercedes-Händler haben noch alte E- und S-Klassen vorrätig. Wiederholtes Nachfragen hilft.

Wer es eine Klasse darunter möchte, dem seien Autos wie ein Ford Mondeo oder ein VW Passat empfohlen. Der neue VW Passat kommt Ende 2010 und viele VW-Händler haben eine Reihe von günstigen Modellen vorrätig. Ein Grund ist das zähe Leasinggeschäft des Jahres 2009. Ein sparsamer Diesel oder ein besonders günstiger Benziner sind fast überall zu finden.

Das gilt auch bei Ford. Der Mondeo bekommt zeitnah eine Modellpflege und der neue Focus feiert seine US-Premiere auf der Detroit Motorshow im Januar 2010. Ende nächsten Jahres kommt der Europa-Focus dann auch zu uns. Wer jetzt geschickt verhandelt, bekommt einen Focus zum Preis eines Fiesta - oder einen familientauglichen Mondeo zum Preis eines Focus. Die Vans S-Max und Galaxy bekommen eine Modellpflege und der C-Max kommt im Frühjahr 2010 völlig neu. Gerade Familienautos gibt es bei Ford daher gerade zum Sparpreis.

Bei den Importeuren sieht es kaum anders aus. Honda, Toyota, Mitsubishi oder Nissan hatten ein lausiges Jahr. So dürfte ein großes Kaufinteresse zum Ende des Jahres noch zusätzliche Rabatte sichern können. Das gilt auch bei Mazda, Hyundai, Kia, Fiat, Peugeot oder Citroen. Ein weiterer Vorteil: Nicht nur Zulassung und Überführung sind kein Thema, sondern auch die Winterreifen sind bei vielen Angeboten angesichts der Jahreszeit ebenso im Paket wie die ersten Inspektionen.

Wer sich Anfang des nächstes Jahres ein Auto kaufen will, sollte sich daher überlegen, ob die letzte Woche des Jahres 2009 nicht eine alternative sein könnte. Vieles spricht dafür. Übrigens auch die Konditionen für Leasing und Finanzierung.

sgo/twa/news.de/pi

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • ragnaroekr
  • Kommentar 2
  • 26.12.2009 11:16

Die Kaufflaute hängt auch mit dem Steuerrecht zusammen. Da schreibt das Finanzamt im Ernst einem vor, wieviel Fahrzeuge er betrieblich anschaffen darf. Hinzu treten die hirnrissigen Umweltvorschriften. Der handwerkliche Dienstleistungssektor wird vernichtet. Diese Politik ist marktfeindlich, sie wird seit Neuestem semisozialistisch genannt. D.h. der Staat wird dazu missbraucht, die Gesellschaft auf das niedrigste Niveau zurück zu werfen. Spar- und Askeseappelle zerstören die gesellschaftlichen Lebensgrundlagen. Ragnaroekr fordert die Gier, denn die Gier ist erotisch, Geiz ist Todesangst.

Kommentar melden
  • SonyaFan
  • Kommentar 1
  • 25.12.2009 02:26

Die Politiker mussten sich ja unbedingt in diesen Markt einmischen und jetzt ist das was viele Experten voraussagten eingetreten.Die beserverdienenden haben ihren Frauen jetzt günstig ein Zweitwagen gekauft zum Schoppen und der Mittelstand konnte sich keinen Kredit leisten für ein neues Auto.Es kann ja nicht jeder mit einem Kleinwagen fahren.Und die wurden bestraft mit höheren Versicherungsbeiträge.Klasse gemacht ihr Politiker.Jetzt kommt der ganze Markt zum erliegen und es werden viele Autoverkäufer dicht machen.Hätte man bloss da die Finger weggelassen.Aber jetzt ist es zu spät.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
Mehr zum Thema
 
Thema verfolgen »
Partnerangebot
Gebrauchtwagenbörse
news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige