Von news.de-Redakteur Christian Mathea
Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind. Die Werkstatt soll trotzdem so preiswert wie möglich sein. News.de zeigt, worauf man bei der Wahl des Autoschraubers achten sollte.
Die Preisunterschiede zwischen freien Werkstätten und Vertragswerkstätten sind zum Teil beträchtlich. Die Reparatur einer Ausbeulung in der Karosserie samt anschließender Lackierung kostet in einer freien Werkstatt manchmal nur die Hälfte im Vergleich zum Preis einer Vertragswerkstatt.
Den Grund sieht Maximilian Maurer, Experte beim ADAC in München, vor allem in den höheren Investitionskosten für den Maschinenpark und der höheren Miete, die Vertragswerkstätten zahlen müssten. «Die freien Werkstätten können günstiger kalkulieren», so Maurer.
Der ADAC-Experte weist Neuwagenkäufer aber darauf hin, dass sie in der Garantiezeit besser zur Vertragswerkstatt fahren sollten, ansonsten könnte es später Probleme bei der Gewährleistung und bei der Kulanz geben, wenn der Halter in eine freie Werkstatt ginge.
Komplizierte Motoren, ein Vorteil für Vertragswerkstätten?
In den vergangenen Jahren gewannen freie Werkstätten immer mehr Kunden dazu. Das ist das Ergebnis des DAT-ReportsIm Auftrag der Deutschen Automobil Treuhand GmbH führt die GfK Marktforschung jährlich eine repräsentative Umfrage bei privaten Käufern und Haltern neuer und gebrauchter PKW durch. Die Untersuchung hat zum einen das Ziel, den Neu- und Gebrauchtwagenmarkt zu analysieren und insbesondere Veränderungen zu den Vorjahren zu erkennen, zum anderen die Aufgabe, Auskunft über Wartungsverhalten und Kundendienstgewohnheiten von PKW-Besitzern zu geben. für das Jahr 2008. Die Vertragswerkstätten verloren in diesem Jahr vier Prozent der Kunden und haben jetzt einen Anteil von 45 Prozent. Die freien Werkstätten gewannen im selben Zeitraum von 33 auf 38 Prozent Marktanteil dazu.
Trotz der immer komplizierter werdenden Motoren würden die freien Werkstätten nicht an Beliebtheit verlieren. Zwar hätten die Vertragswerkstätten meist zusätzliche Spezialwerkzeuge, aber die Fahrzeugteile seien mittlerweile so kompliziert, dass selbst Vertragswerkstätten viele Teile komplett austauschen, sagt Maximilian Maurer vom ADAC.
Der Preisunterschied zwischen den beiden Werkstatttypen sei neben den unterschiedlichen Werkstattkosten auch auf die Wahl der Ersatzteile zurückzuführen. Dabei gebe es zum einen Originalteile und zum anderen die sogenannten Identteile, erklärt Maurer. Bei den Identteilen handele es sich meist um das gleiche Bauteil vom gleichen Zulieferer, nur fehle die Aufschrift der Marken wie VW oder Mercedes, stattdessen stehe dann Bosch oder der Name eines anderen Zulieferers auf dem Ersatzteil.
Worauf man bei einer Werkstatt achten muss
Beim aktuellen ADAC-Test der Vertragswerkstätten haben die Betriebe von Mercedes-Benz am besten abgeschnitten. Generell empfiehlt der ADAC, die Mängel des Fahrzeugs mit dem Serviceberater vorher anzuschauen und dann den Auftrag schriftlich zu erteilen. Nur so könne verhindert werden, dass man später ungewollte Reparaturen auf der Rechnung findet.
Ob die Qualität der freien Werkstätten ausreicht, darüber gab es in der Vergangenheit jede Menge Studien. Im Mittelpunkt standen meist die Ketten wie A.T.U. und Pitstop. Bemängelt wurde oft, dass auch dort die Automechaniker mehr Fehler im Fahrzeug sehen als dort wirklich zu finden sind.
Noch ein Tipp für kleine Betriebe. Oft lohnt die Fahrt zu einer Werkstatt aufs Land oder in eine kleine Stadt. Im Gegensatz zu Großstädten sind die Betriebe dort stärker auf ihren Ruf angewiesen.
Abwrackprämie und Werkstätten
Wie sich die Abwrackprämie auf die Werkstattwahl auswirken wird, dazu gibt es noch keine verlässlichen Zahlen. Der entsprechende DAT-Report erscheint erst im April 2010. Siegfried Trede, verantwortlicher Redakteur für den Inhalt des Reports, geht aber davon aus, dass einige Kunden der freier Werkstätten weggefallen seien.
«Viele ältere Fahrzeuge wurden verschrottet, sie fallen also vom Markt weg. Man kann davon ausgehen, dass die Halter diese Autos bei freien Werkstätten repariert haben.»
Hier gibt es nur eines zu sagen, in dieser gesamten Branche stimmt nichts. Dies liegt an den Kunden, die den Murks unterstützen, weil sie billig einkaufen wollen. Diese können auch nichts beurteilen. Wenn nun aber Vertragswerkstätten teure Teile vom Zulieferer beziehen, die dieser billiger an freie Werkstätten abgibt, dann stimmen die Marktverhältnisse nicht mehr. Der Markt funktioniert unter Preis- und Qualitätsgesichtspunkten. Das Preis- und Kostengefasel der Experten stört daher, weil beide unvergleichbar sind. Doof zahlt daher zurecht mehr.
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