Von news.de-Redakteur Karsten Busch
Praktisch ja, Einheitsgesicht nein: Das ist die Botschaft, die der C3 Picasso auf den ersten Blick vermittelt. Ein Minivan, der vor allem durch seine variable Raumnutzung unter der schicken Schale überzeugen will. News.de wollte wissen, ob das klappt.
Sein Äußeres mag Geschmackssache sein, erfrischend und - so verspricht es Citroen - sympathisch ist es in jedem Fall. Im Innenraum gibt es keine Revolution, aber Citroen hat auch hier auf Akzente Wert gelegt: Das Material des Armaturenbretts ist strukturiert und fasst sich angenehm an, das Zentralinstrument wird durch das Tageslicht von hinten erhellt und wie bei den großen Brüdern ist die A-Säule zweigeteilt.
Mehr Übersicht dank schlankerer Streben ist die Folge und der Picasso fühlt sich gleich ein Stückchen größer an. Verstärkt wird dieser Eindruck durch das große, flach stehende Lenkrad, dass mehr an den Arbeitsplatz eines Transporterfahrers denn in einen kompakten Stadt-Van passt. Der Wendigkeit kommt es aber zugute und ist dazu sehr griffig gestaltet. Alle Passagiere haben ausreichend Platz - wirklich mini ist der C3 Picasso ja auch gar nicht - und die etwas erhöht sitzenden Fondpassagiere freuen sich über gute Rundumsicht.
Handlich in der Stadt und variabel für Reisen
Der Citroen ist sehr handlich. Stadtfahrer freuen sich über einen angenehm kleinen Wendekreis, Stoßfänger-Einsätze für Parkrempler und die gute Übersicht, sollten aber in jedem Fall zum City-Paket (550 Euro, Serie in der Linie Exclusive) greifen. Dieses enthält die (abschaltbare) Einparkhilfe, eine Kindersicherung für die hinteren Türen und erlaubt das Einklappen der erfreulich großen Rückspiegel.
Das 350 Euro teure Reisepaket gehört ebenso zur Pflichtausstattung. Nicht nur für Überlandfahrten, sondern für Familien und alle, die Wert auf volle Variabilität legen. Sonnenrollos, Leselampen und an den Vordersitzen montierte Tabletts für die Fondpassagiere erfreuen die Kinder; die klappbare Beifahrer-Rückenlehne macht genug Platz für 2,40 Meter lange Gegenstände; die Skiklappe und zusätzliche Fächer unter den Sitzen erleichtern das Beladen und Ordnunghalten enorm.
Flexible Raumnutzung ist Grundprinzip beim Citroen. Die 500 Liter Kofferraum (Rückbank ganz vorgeschoben) lassen sich auf bis zu 1500 Liter erweitern. Die Rückbank ist mit zwei Handgriffen asymmetrisch klappbar und lässt sich nach vorn oder hinten verschieben. Der Ladeboden kann auf zwei Höhen montiert werden und lässt sich auch ganz herausnehmen.
So durchdacht der kleine Picasso auch ist, ein paar Ärgernisse gibt es auch: So wird die Anzeige des Bordcomputers im Multifunktionsdispay – zum Beispiel der Durchschnittsverbrauch - nach wenigen Sekunden zwangsweise wieder ausgeblendet. Die Außenspiegel klappen bei falscher Bedienung auch während der Fahrt ein und der optionale Regensensor schwächelte ab und an bei der Steuerung der Scheibenwischer. Die Heckklappe braucht beim Schließen sehr viel Schwung oder einen Bückling, wenn die Hände sauber bleiben sollen.
Viel Licht, wenig Schatten: Fahrverhalten und Motor
Das Fahrverhalten ist gutmütig und problemlos. Eher weich abgestimmt, wankt der C3 jedoch nicht unangenehm in Kurven und macht auch auf schlechten Straßen eine gute Figur. Der von Dieselmotor mit 109 PS hat kein Problem mit den 1,4 Tonnen, das zu lang übersetzte Getriebe macht schaltfaules Fahren aber unmöglich. Selbst beim gemäßigten Beschleunigen muss die Hand zum Schalthebel - hier würde ein sechster Gang schlicht für mehr Dynamik und weniger Spritdurst sorgen. Ein Sechsganggetriebe gibt es jedoch in keinem Picasso. Der Verbrauch lag bei uns im Durchschnitt aus Stadt und Überland meist zwischen sechs und sieben Litern. Das ist kein Sparrekord, geht aber für die Motorisierung und die Größe noch in Ordnung.
12,4 Sekunden braucht der Diesel laut Citroen bis Tempo 100 und bei 183 km/h soll Schluss sein (Werksangaben). Werte, die für ein praktisches Auto dieser Klasse eher theoretische Bedeutung haben. Wenn es schnell gehen muss, spurtet der Minivan willig, aber bis zur Maximalgeschwindigkeit vergehen eben ein paar zusätzliche Sekunden. Spätestens dann wird es im sonst gut gedämmten Innenraum laut.
Generell empfiehlt sich die ausschließlich mit dem 95-PS-Benzinmotor erhältliche, unterste Ausstattungslinie Advance (15.150 Euro) weniger. Denn in in der Linie Tendance sind für rund 2000 Euro mehr unter anderem eine manuelle Klimaanlage, Kopfairbags und Gurtstraffer, Tempomat und eine MP3- und USB-Stick-taugliche Musikanlage drin. Klima und Sicherheits-Extras dürften allein schon für den Wiederverkaufvon Vorteil sein. Mit dem 120-PS-Benziner stehen dann 17.350 Euro auf dem Preisschild, mit Dieselmotor 20.200 Euro.
Die Austattungsvariante Exclusive integriert das City-, Sicherheits- und Klimaautomatik-Paket und beginnt bei 18.950 Euro (95 PS Benziner) und 21.900 Euro (Diesel). Empfehlenswerte Extras sind eine Dachreling (ab Tendance) für 150 Euro und das Klima-Automatik-Paket für die Tendance-Linie mit Fahrlicht- und Regensensor für 650 Euro (Serie in der Linie Exklusive). 900 Euro Aufpreis kostet ein integriertes Navigationssystem mit Bluetooth-Funk-Freisprecher, für 600 Euro gibt es ein Panorama-Dach (nicht zu öffnen) und getönte Scheiben im Fond.
sgo/news.de
Ich finde es immer wieder faszinierend aber auch traurig das Autos getestet werden aber anscheinend die Bedienungsanleitung nicht gelesen wird. Wenn sie gelesen würde hätte man auch festgestellt das man am Radio den Modus wechseln kann und der Bordcomputer dauerhaft eingeblendet bleibt, also ein Ärgernis weniger. Also beim nächsten mal erstmal die Bedienungsanleitung lesen bevor man ungerechtfertigte Kritik vergibt.
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