Von Sebastian Viehmann
Ford hat den S-Max überarbeitet. Ein frisches Design und neue Assistenzsysteme, neue Diesel- und Benzinmotoren sowie ein Doppelkupplungsgetriebe sollen den Familienvan aufwerten.
Vans sind im SUV-Dickicht der letzten Jahre ein wenig untergegangen, dabei gibt es immer noch reichlich Auswahl unter den klassischen Familienkutschen. Ford hat gleich drei Optionen im Programm: Den 4,4 Meter langen C-Max als Konkurrenten für VW Touran, Citroën C4 oder Renault Scénic, den 4,7 Meter langen S-Max als Gegenspieler des Renault Grand Scénic oder Mazda 5 und schließlich den 4,8 Meter langen Galaxy, der im selben Marktsegment wie VW Sharan oder Renault Espace antritt.
Nach dem neuen C-Max stellen die Kölner nun auch die aufgefrischte Version von S-Max vor. Im Januar 2010 auf der European Motor Show in Brüssel wird der Van präsentiert. Auch seine Produktion findet wie bisher in Belgien statt.
Unter der Haube hat Ford mächtig gerührt. Der S-Max bekommt die neue EcoBoost-Motorenfamilie eingepflanzt. Die aufgeladenen Benzin-Direkteinspritzer sollen «aus weniger Hubraum mehr Leistung schöpfen und dies mit beeindruckend niedrigem Kraftstoffverbrauch sowie geringen Kohlendioxid-Emissionen kombinieren», sagt Ford Europa-Chef John Fleming.
Der Zweilitermotor ist serienmäßig mit dem neuen Doppelkupplungs-Automatikgetriebe namens PowerShift ausgerüstet und leistet 203 PS bei 5500 Touren. Das maximale Drehmoment liegt bei 300 Newtonmetern.
Mit dieser Motorisierung beschleunigt der Ford S-Max in 8,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 221 Km/h. Im Vergleich zum alten 2,3-Liter Vierzylinder mit 160 PS soll das EcoBoost-Aggregat weniger Sprit benötigen und der S-Max einen Durchschnittsverbrauch von 8,1 Litern pro 100 Kilometer erzielen. EcoBoost-Motoren kommen auch bei Ford in den USA im Einsatz und sind dort für das konstante Gleiten mit niedrigem Tempo auf den Highways optimiert.
Auch bei den Selbstzündern tut sich etwas. Die Dieselmotoren erfüllen nun alle die Abgasnorm Euro-5. Die zwei Liter großen Duratorq-TDCi-Vierzylinder stehen in drei Leistungsstufen bereit: 115 PS, 140 PS und erstmals auch mit 163 PS. Die Kraftübertragung übernimmt jeweils ein manuelles Sechgsgang-Schaltgetriebe.
Der Durchschnittsverbrauch liegt laut Werksangabe bei 5,7 Litern pro 100 Kilometer. Die aktuellen Dieselmodelle liegen beim Durchschnittsdurst noch zwischen 6,0 und 6,7 Litern. Für die neuen Diesel mit 140 und 163 PS steht das automatische PowerShift-Doppelkupplungsgetriebe optional zur Verfügung.
Neu an Bord sind auch Assistenzsysteme wie das vom Ford-Partner Volvo bekannte BLIS, das beim Spurwechsel vor Autos im toten Winkel warnt. Der Geschwindigkeitsregler lässt sich jetzt als Limiter nutzen, wie man das von Renault oder Mercedes gewohnt ist: Wenn man eine bestimmte Geschwindigkeit vorwählt, wird diese auch unbeabsichtigt nicht mehr überschritten. Die Rückleuchten und - je nach Ausstattung - die Tagfahrleuchten sind in LED-Technik ausgeführt, ebenso die Innenraumbeleuchtung. Gegen Aufpreis ist eine Rückfahrkamera an Bord.
Den falschen Sprit kann man nun auch nicht mehr tanken: Das «EasyFuel»-System verhindert, dass man zum Beispiel Benzin statt Diesel in den Tank füllt. Wie bei Facelifts üblich, wurde auch der Innenraum der Vans überarbeitet. Dazu gehören eine kleine Dachkonsole mit zusätzlichem Stauraum oder ein elektrisches Panorama-Glasdach. Eine Umfeldbeleuchtung an der Heckklappe soll im Dunkeln das Beladen erleichtern.
Die optischen Änderungen sind eher dezenter Natur. Ins Auge fallen vor allem der neue Grill mit den bis zum Kotflügel gezogenen Tagfahrleuchten beim S-Max. Die Markteinführung ist für das zweite Halbjahr 2010 vorgesehen. Zu den Preisen hat Ford noch keine Angaben gemacht. Der aktuelle S-Max startet bei 27.900 Euro.
juz/sgo/news.de/pi