Los Angeles Autoshow California Dreaming

Die amerikanische Autoindustrie scheint wieder auf die Beine zu kommen. Nach Trauermessen am laufenden Band lässt die Los Angeles Autoshow wieder auf bessere Zeiten hoffen.

Los Angeles Autoshow (Foto)
Ein wahrhaft amerikanisches Auto. Doch der Chrysler-Stand war in Los Angeles nur spärlich besucht. Bild: pi

Die Lichter strahlen gleißend hell, die Teppiche sind kuschelweich und die Models strahlen mit den neuen Boliden um die Wette. Im Los Angeles Convention Center bemüht sich die amerikanische Autoindustrie die jüngste Geschichte vergessen zu machen.

Jammern und Zittern soll der Vergangenheit angehören. Publikum und Kundschaft sollen milde gestimmt werden. Gerade die einheimischen Marken sind um Wiedergutmachung bemüht nachdem die letzten Großveranstaltungen in den USA und Asien zu wahren Lachnummern verkommen waren. Doch während vielen Herstellern bereits der Jahresauftakt in Detroit Kopfzerbrechen bereitet, sendet die Los Angeles Autoshow ein überraschend selbstbewusstes Signal in die Welt hinaus: Wir sind wieder da!

Dabei kommen die Highlights der Messe mit der besonders sparsamen Studie des VW Up Lite und dem Porsche Boxster Spyder einmal mehr aus deutschen Landen. Der Up Lite ist das fünfte Kind der Wolfsburger Zukunftsfamilie, die ab Ende 2011 im Handel stehen soll. Die Los-Angeles-Edition ist knapp vier Meter lang, bietet Platz für vier Personen und wird von einer Diesel-Hybrid-Einheit angetrieben. Zwei Zylinder, 65 PS und ein Verbrauch von gerade einmal 2,44 Litern Diesel auf 100 Kilometern sollen zeigen, wie ein zukünftiger Polo aussehen könnte.

Autoshow Los Angeles: Hochglanz in Californien

Eine ganz andere Karte wird im Hause Porsche gespielt. Die Zuffenhausener haben der Detroit Motorshow vor Jahren abgeschworen und zeigen ihre Spielmobile mit großer Begeisterung seither in Los Angeles. In der Region, in der für Porsche Milch und Honig fließt, soll der mindestens 63.4040 Euro teure Kurvenräuber mit seinem Purismus an gute alte Renntraditionen erinnern.

Deutsche Sportskanonen zelebrieren Premieren

Doch es ist nicht so, dass nur die deutschen Hersteller in Los Angeles für gute Stimmung sorgen würden, auch wenn mit dem Audi R8 Spyder und dem Mercedes SLS zwei weitere Sportskanonen ihre USA-Premieren zelebrierten. BMW zeigte seine beiden neuen Hybridmodelle X6 und 7er. Die Hallen des Messezentrums im Herzen der Westküstenmetropole sind gut gefüllt und das Publikum drängt sich dicht an dicht auf den Gängen.

Mit besonders großer Spannung wurden die ersten Auftritte der Kleinwagen Ford Fiesta und Mazda 2 erwartet. Beide stammen aus Europa und sollen den Amerikanern mehr Lust auf kleine Autos machen. Aus diesem Grund hat Ford dem normalen Fiesta noch eine wenig schmuckvolle Stufenheckvariante an die US-Seite gestellt. Ob die Zeit reif ist, für kleine Autos im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist unsicher. Zuletzt gab es für Kleinwagen wie den Smart Fortwo oder den Mini Cooper starke Rückgänge. Der Amerikaner hat wieder mehr Lust auf Pick Ups und SUV.

So stehen auch Modelle wie ein Jeep Lower 40 als besonders sportliche Variante des Wrangler, der Honda Crosstour oder ein Lexus GX 460 im Blickpunkt vieler Messebesucher. Der Jeep bleibt den USA vorbehalten; der 300 PS starke Lexus GX kommt dagegen als Toyota Land Cruiser auch nach Europa. Auch Vans scheinen in Los Angeles aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht zu werden.

Bei der Weltpremiere des Toyota Sienna, einem der wichtigsten Vans auf dem US-Markt, platzte der Stand aus allen Nähten. Auch technisch hat sich einiges bei dem Klassenprimus getan. Neben den beliebten V6-Triebwerken ist der neue Familienvan auch mit einem neu entwickelten Vierzylinder zu bekommen. Stark und sparsam zugleich. Hyundai, in den USA gerade erst zum Hersteller mit dem geringsten Verbrauch gekürt, zeigt in Los Angeles seinen neuen Sonata. Die Zeiten des müden Einerlei scheinen vorbei. Der neue Sonata kann sich sehen lassen; ist schick gezeichnet und dürfte nicht nur in den USA neue Kunden zu den Koreanern locken.

Wo Licht ist, da gibt es auch Schatten. Tote Hose am Stand von Chrysler, die als einer von wenigen Herstellern nur müde Modelle bekannter Herkunft zeigten. Hier konnten die gemeinsamen Planungen von Fiat und Chrysler noch nicht in Messeneuheiten umgesetzt werden. Nicht viel Neues gibt es auch bei den zahlreichen GM-Marken zu bestaunen. Neu ist jedoch das Cadillac CTS Coupé, dass General Motors wieder positive und emotionale Nachrichten beschaffen soll. Das kann man von der ehemaligen GM-Tochter Saab nicht behaupten. Sie ist in Los Angeles ebenfalls vertreten. Warum eigentlich?

ped/kab/news.de/pi

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