Kfz-Recht Billigreparatur nach Unfall muss nicht sein

Autowerkstatt (Foto)
Nicht immer müssen sich Unfallgeschädigte bei der Reparatur ihres Autos auf preiswerte freie Werkstätten verlassen. Bild: ddp

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Schäden nach einem Autounfall müssen möglichst günstig repariert werden. Darauf pochen Versicherungen. Allerdings muss die Reparatur durch eine kostengünstige Werkstatt nicht immer der Arbeit in der Fachwerkstatt vorgezogen werden.

Ein Unfallgeschädigter muss sein Auto nicht zwangsläufig in einer preisgünstigeren freien Werkstatt reparieren lassen. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Verpflichtet seien Autobesitzer dazu nur, wenn der Unfallverursacher beziehungsweise dessen Versicherung nachweisen kann, dass der Qualitätsstandard dem der Fachwerkstatt entspricht (Az. VI ZR 53/09). Zudem muss die preisgünstigere Werkstatt «mühelos und ohne Weiteres zugänglich» sein.

Insbesondere gilt das Urteil für die in einem Kostenvoranschlag erhobenen Stundenverrechnungssätze der Mechaniker. Grundsätzlich darf sich ein Unfallgeschädigter auf die Stundensätze verlassen, die ein Sachverständiger auf dem allgemeinen regionalen Markt ermittelt hat, auch wenn diese höher ausfallen als bei einer freien Werkstatt.

Die Schadensminiderungspflicht nach Paragraph 254 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches ist unzumutbar, wenn es sich um Fahrzeuge handelt, die nicht älter als drei Jahre sind. «Denn bei neuen beziehungsweise neuwertigen Kraftfahrzeugen muss sich der Geschädigte im Rahmen der Schadensabrechnung grundsätzlich nicht auf andere Reparaturmöglichkeiten verweisen lassen, die ihm bei einer späteren Inanspruchnahme von Gewährleistungsrechten, einer Herstellergarantie und/oder Kulanzleistungen Schwierigkeiten bereiten könnten.»

Und selbst bei älteren Fahrzeugen ist die preisgünstigere Werkstatt nicht immer ein Muss. Das gilt dann, wenn der Unfallgeschädigte nachweisen kann, dass sein Fahrzeug immer in einer markengebundenen Fachwerkstatt gewartet und repariert wurde. Die Regelung greift aber auch dann, wenn ein besonderes Interesse an einer solchen spezifischen Reparatur besteht, was durch eine genau aufgeschlüsselte Reparaturrechnung nachzuweisen ist.

Zugrunde lag vor dem Bundesgerichtshof der Fall eines Mann, dessen neuneinhalb Jahre alter VW Golf nach einem Unfall zur Reparatur musste. Die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers wollte allerdings nur die Stundensätze bezahlen, die eine von ihr vorgeschlagene freie Werkstatt verlangte.

ham/sgo/news.de

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