Mo., 21.05.12

Autodesign 23.09.2009 «Die Käufer wollen einen grünen Sportwagen»

Bernhard Koehler vom Elektro-Sportwagenbauer Fisker im Gespräch. (Foto)
Bernhard Koehler vom Elektro-Sportwagenbauer Fisker im Gespräch. Bild: Fisker

Von news.de-Redakteur Sascha Gorhau, Frankfurt

Alter Hase: Bernhard Köhler hat schon viel erreicht. Das Design von BMW, Aston Martin und Ford prägte er viele Jahre. Jetzt baut er Elektro-Sportwagen. News.de sprach mit dem Autodesigner über die Idee eines schicken Sportlers mit grünem Daumen.

Was veranlasste Sie dazu, nach Kalifornien zu gehen und dort einen Sportwagen zu bauen?

Köhler: Ich bin ja bereits seit Jahren beruflich in den USA tätig. 2005 schließlich gründete ich zusammen mit Henrik Fisker die Fisker Coachbuild LLC, aus der 2007 die heutige Fisker Automotive Inc. entstand. Eine sportliche Vorprägung ist allerdings vorhanden. Jahrelang habe ich bei BMW gewirkt, danach bei der britischen Sportwagenschmiede Aston Martin.

Was ist in Kalifornien anders?

Köhler: Kalifornien ist immer ein bisschen Vorreiter. Umweltfreundliche Fahrzeuge sind dort schon seit Längerem gefragt. Viele wünschen sich einen Sportwagen mit Luxus-Anspruch, ohne gleichzeitig eine Sprit- und Abgasschleuder zu erwerben. Auf den Boulevards wird man heutzutage mit einem lauten Benzinschlucker von den Leuten mit Kopfschüttlen statt neidischen Blicken bedacht. Im Endeffekt ist der Bau eines Elektro-Sportwagens nur die logische Konsequenz der Bedürfnisse der Zukunft. Und natürlich eine große persönliche Herausforderung.

Hatten Sie das Gefühl, dass die Bereitschaft für einen Elektro-Sportwagen schon vorhanden ist? Dass der Markt also so weit ist?

Köhler: Ja. Wir haben eine Nachfrage bedient, die schon lange vorhanden ist. Aber das Segment umweltfreundlicher Sportwagen existierte einfach noch nicht. Mit dem Karma wenden wir uns an Leute, die Optik, Emotion und Image eines viersitzigen Coupés mit einem guten Umweltgewissen verbinden wollen.

Was für Leute sind es, die sich für einen Fisker interessieren. Hatten die vorher alle einen Toyota Prius?

Köhler: Es sind in der Tat einige, die vorher einen Prius hatten. Die wollen einen Wagen mit einem grünen Daumen. Allerdings einen, der gleichzeitig sportlich und schick ist. Aus einer Kundenerhebung von uns geht allerdings hervor, dass die meisten Interessenten vorher BMW, Audi oder Jaguar gefahren sind. Einige hatten vorher auch Supersportwagen wie Ferrari oder Lamborghini. Aus unseren Umfragen außerdem geht hervor, dass unsere Kunden über Geld verfügen. Und dass sie willens sind, dieses Geld für einen exklusiven, aber trotzdem umweltfreundlichen Sportwagen. auszugeben

Wie ist die Resonanz auf den Karma?

Köhler: Momentan liegen uns 1500 Vorbestellungen vor. Unser Ziel ist es, 15.000 Fahrzeuge zu verkaufen.

Erzeugt ein Elektroauto noch große Skepsis im Hinblick auf die Nutzerfreundlichkeit?

Köhler: Unser Fahrzeug wird vor allem im urbanen Raum eine große Zukunft haben. Die meisten Strecken, die mit einem Auto zurückgelegt werden, sind ohnehin so kurz, dass sie der Karma im reinen Elektrobetrieb bewältigt. Natürlich sind momentan noch herbe Strukturdefizite vorhanden, denken sie nur an öffentliche Ladestationen. Allerdings werden die Schritt für Schritt verschwinden.

Befürchten Sie nicht, unter die Räder zu kommen, wenn die etablierten Hersteller im großen Stil in Ihren Markt einsteigen?

Köhler: Wir sind die Pioniere auf unserem Gebiet. Somit verfügen wir natürlich über einen entscheidenden Vorsprung in Entwicklung und Technik. Außerdem haben wir einen großen Vorteil: Die anderen müssen ihre Kunden davon überzeugen, dass sie nun auf der Öko-Welle mitschwimmen. Wir hingegen haben niemals etwas anderes verkörpert als umweltbewusste Autos zu bauen.

Der gebürtige Deutsche Berhard Köhler (44) war unter anderem bei Ford, Aston Martin und BMW. Bei der bayerischen Premiummarke verbrachte er 22 Jahre seines Berufslebens. Er arbeitete für BMW in München und in Kalifornien. Mit Hochschulabschlüssen sowohl in Design, als auch Ökonomie verantwortet er die Bereiche Fahrzeugentwicklung, Prototypen und Fertigung. 2005 gründete er zusammen mit Henrik Fisker das Unternehmen Fisker Coachbuild. Dort entstanden die exklusiven Sportwagen Fisker Tramonto und Fisker Latigo CS. Durch die Kooperation mit dem Hightech-Unternehmen Quantum Technologies wurde im September 2007 das Joint-Venture Fisker Automotive ins Leben gerufen. 2010 soll der viertürige Hybrid-Sportwagen Karma in den Handel kommen. Der Firmensitz des Unternehmens ist Irvine (Kalifornien).

car/news.de
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